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Schutz der Art macht sich bezahlt
Wisente nur noch "potenziell gefährdet"

Die IUCN hat den Wisent von der Kategorie 3 („gefährdet“) auf Kategorie 2 („potenziell gefährdet“) heruntergestuft – eine gute Nachricht auch für das Berleburger Artenschutzprojekt.
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  • Die IUCN hat den Wisent von der Kategorie 3 („gefährdet“) auf Kategorie 2 („potenziell gefährdet“) heruntergestuft – eine gute Nachricht auch für das Berleburger Artenschutzprojekt.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

bw Bad Berleburg. Für die Wisent-Artenschützer in ganz Europa und damit natürlich auch für das Projekt in Wittgenstein ist es eine Bestätigung für ihre Arbeit: Die Weltnaturschutzunion IUCN hat den Wisent von der Kategorie 3 („gefährdet“) auf Kategorie 2 („potenziell gefährdet“) heruntergestuft. Die Zahl der frei lebenden Wisente sei von 1800 im Jahr 2003 auf 6200 im vergangenen Jahr gestiegen. Zu ihnen gehören eben auch die 25 frei lebenden Tiere im Rothaargebirge. Rigorose Schutzmaßnahmen hätten die Lage für die Anfang des 20. Jahrhunderts in freier Wildbahn ausgestorbene Art verbessert. Die IUCN verwaltet die Rote Liste der gefährdeten Arten und aktualisiert sie laufend. Auf dieser Liste stehen sowohl Tiere als auch Pflanzen in acht Kategorien – von „ausgestorben“ bis „nicht gefährdet“.

bw Bad Berleburg. Für die Wisent-Artenschützer in ganz Europa und damit natürlich auch für das Projekt in Wittgenstein ist es eine Bestätigung für ihre Arbeit: Die Weltnaturschutzunion IUCN hat den Wisent von der Kategorie 3 („gefährdet“) auf Kategorie 2 („potenziell gefährdet“) heruntergestuft. Die Zahl der frei lebenden Wisente sei von 1800 im Jahr 2003 auf 6200 im vergangenen Jahr gestiegen. Zu ihnen gehören eben auch die 25 frei lebenden Tiere im Rothaargebirge. Rigorose Schutzmaßnahmen hätten die Lage für die Anfang des 20. Jahrhunderts in freier Wildbahn ausgestorbene Art verbessert. Die IUCN verwaltet die Rote Liste der gefährdeten Arten und aktualisiert sie laufend. Auf dieser Liste stehen sowohl Tiere als auch Pflanzen in acht Kategorien – von „ausgestorben“ bis „nicht gefährdet“.

Bestätigung für Schützer der Wisente

Diese positive Nachricht freut natürlich auch Kaja Heising, wissenschaftliche Koordinatorin des Berleburger Wisent-Projekts: „Das ist eine Bestätigung für sämtliche Schützer dieser Art.“ Ausgehend von gerade mal zwölf Tieren ist die Population durch Zuchtstationen und internationales Management wieder gewachsen. Von insgesamt 8461 Tieren, die es im vergangenen Jahr waren, leben 73,8 Prozent inzwischen in freier Wildbahn – nur sie zählen für die Rote Liste der Weltnaturschutzunion. Die größten Populationen befinden sich in Polen, Belarus und Russland. Die einzige frei lebende Wisent-Herde in Westeuropa lebt im Rothaargebirge.

Internationale Zusammenarbeit

Dass die Population der Art so gewachsen ist, sei nur durch eine internationale Zusammenarbeit und Vernetzung möglich geworden, berichtet Kaja Heising: „Die Nachricht zeigt uns, das internationale Wisent-Management funktioniert.“ Auch das verhältnismäßig kleine Wittgensteiner Artenschutzprojekt steht im ständigen Austausch mit anderen Initiativen – und damit ist auch der konkrete Austausch von Tieren gemeint. Denn für genetische Vielfalt, bei zwölf Ausgangstieren ein ganz wesentlicher Aspekt, müssen Herden im Prinzip immer wieder durchgemischt werden. Für Kaja Heising bedeutet das: „Man arbeitet zusammen, sonst kommt man nicht weit.“ Und ohne das intensive Management wäre die Art längst ausgestorben. „Es freut uns, dass wir dazu einen Beitrag leisten“, sagt die wissenschaftliche Koordinatorin.

Durchmischung von herden

Auch eine kleine Herde wie die im Rothaargebirge sei sehr wertvoll im Gesamtkonzept. Über die Herde könnten andere Gene in die Gesamtpopulation eingebracht werden, außerdem dient auch eine kleine Herde als Back-up, falls es in anderen Projekten zu einer erhöhten Sterberate kommen sollte. Woran es mangele, sei eine natürliche Durchmischung von Herden, das gelinge nur durch das Eingreifen des Menschen. Es fehlten letztlich Korridore.
Kaja Heising betont daher: „Es gilt, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen.“ Die Artenschutzmaßnahmen müssen also ganz konsequent fortgeführt werden. Dennoch: Die Entwicklung der Wisent-Population in freier Wildbahn sei geradezu beispielhaft dafür, dass Artenerhalt möglich ist. „Optimismus lohnt sich. Der Wisent zeigt, dass es möglich ist, Arten vor dem Aussterben bewahren zu können.“

Die IUCN hat den Wisent von der Kategorie 3 („gefährdet“) auf Kategorie 2 („potenziell gefährdet“) heruntergestuft – eine gute Nachricht auch für das Berleburger Artenschutzprojekt.
Kaja Heising ist wissenschaftliche Koordinatorin de Projekts.
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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