Wittgenstein sagte Ja zur Fusion mit Siegen

Bei 62 Delegierten nur sieben Stimmen gegen Verschmelzung der beiden Kirchenkreis-Verwaltungen

Bad Berleburg. Bei einem Pressegespräch stellte gestern der Wittgensteiner Superintendent Hans-Jürgen Debus die Ergebnisse der Sommersynode vor, die am Tag zuvor in Girkhausen zusammengekommen war. Das Resultat mit der größten Auswirkung auf die Zukunft war dabei die Zustimmung zu der Verwaltungsfusion der beiden Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein zum 1. Januar 2001. Eben über dieses Thema entscheidet heute auch die Synode des Siegener Kirchenkreises.

Superintendent lobte Atmosphäre

Bei den Wittgensteinern sprachen sich von 62 Stimmberechtigten lediglich sieben gegen das Projekt aus, dessen detaillierte Ausarbeitung nach längeren Vorbereitungen von der vergangenen Herbstsynode auf den offiziellen Weg gebracht wurde. Seit Januar hatte sich ein gemeinsamer Ausschuss – paritätisch besetzt mit Siegerländern und Wittgensteinern – alle 14 Tage getroffen. Hans-Jürgen Debus lobte ausdrücklich die Atmosphäre der Treffen, bei denen er sich nie als der kleine Partner gefühlt habe.

Synergie-Effekte waren ausschlaggebend

Am Ende stand für den Ausschuss fest, die Verwaltungsfusion sei beiden Kirchenkreisen zu empfehlen, ausschlaggebend dabei die Synergie-Effekte. Im Klartext: Auf Dauer sollen Stellenerweiterungen vermieden und sogar Stelleneinsparungen möglich werden. Udo Steigel, derzeit Verwaltungsleiter des Wittgensteiner Kreiskirchenamtes und ab Ende 2001 Pensionär, machte deutlicher: In einer größeren Einheit könne man ohne Schwierigkeiten und ohne Zusatzstellen auf Urlaube oder Fluktuationen sehr viel flexibler reagieren.

Keine Kündigungen, kaum Veränderungen

Wichtigste Botschaft für die Wittgensteiner Mitarbeiter dabei: Es wird zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommen und von den elf Leuten in Bad Berleburg wird sich künftig nur einer auf den Weg nach Siegen machen müssen, lediglich die Personalabteilung zieht in die Krönchenstadt um. Die Kassen der Kirchengemeinden und des -kreises bleiben in Bad Berleburg, genau wie das Liegenschaftsamt für den sakralen Bereich. Damit werde Wittgenstein nicht zur „kirchlichen Briefkastenfirma”, so der Superintendent.

„Zusammenschluss wird nicht erzwungen”

Dabei sieht Hans-Jürgen Debus in diesem Augenblick nicht, dass diese Fusion ein Schritt in Richtung Kirchenkreis-Zusammenlegung ist. Für ihn steht fest, dass es wohl keine Fusion gegen den Willen der Kirchenkreise geben werde – auch der Siegerländer Superintendent Helmut Flender schien bei der Herbstsynode von einem Mega-Kirchenkreis von Fischelbach bis Oberfischbach wenig begeistert. Derzeit werden kräftig Zeichen für einen selbstständigen Kirchenkreis Wittgenstein und gegen eine Abspaltung der drei Sauerländer Kirchengemeinden, die damit zu tun hat, gesetzt.

Sauerländer brachten 3000 Unterschriften

So haben die HSK-Diaspora-Christen gerade 3000 Unterschriften – bei 6000 evangelischen Mitgliedern – für den Verbleib bei den Wittgensteinern der Landeskirche in Bielefeld überreicht. Hans-Jürgen Debus hofft, dass die Pläne nun zunächst in der Schublade verschwinden und erst in ein paar Jahren wieder auf den Tisch kommen: „Das heißt, wir müssen wach bleiben, wenn wir weiter zusammenbleiben wollen.”

Bis Ende Oktober sechs offene Pfarrstellen

Zu den von Bielefeld gewünschten Veränderungen, um die der Kirchenkreis nicht herumkommen wird, gehört die Pfarrstellen-Reduktion. Das vom Kreissynodal-Vorstand (KSV) erarbeitete Konzept mit der Prozent-Bewertung von Stellen anhand der Mitgliederzahl liegt zurzeit den Kirchengemeinden vor. Diese müssen bis Ende August ihr Votum dazu abgeben, es folgt ein zweiwöchiges Anhörungs-Verfahren und am Montag, 18. September, eine KSV-Sondersitzung. So lange die Reduzierung um drei Pfarrstellen nicht in trockenen Tüchern ist, wird es zu keiner Neubesetzung der offenen Pfarrstellen kommen, jedenfalls in Bezirken, die sich querstellen. Die Zahl der offenen Stellen wird bis Ende Oktober auf sechs angewachsen sein.

Krimhild Ochse ist neue Synodalassessorin

Bei den turnusgemäß üblichen oder notwendigen Wahlen durch Ausscheiden der Mitglieder ergab sich folgendes Bild. Neue Synodalassessorin und damit Stellvertreterin des Superintendenten wurde Krimhild Ochse aus Schwarzenau, ihr Stellvertreter ist Elsoffs Pfarrer Dr. Ralf Kötter. Nach der Pensionierung von Axel Zaum und dem Weggang von Heinrich Seelbach freute sich Hans-Jürgen Debus besonders über diese dringend erforderlichen Neu-Besetzungen.

Der Girkhäuser Pfarrer Achim Schwarz und Heinrich-Werner Scheib sind nun erster und zweiter stellv. Scriba des KSV. Theologisches Mitglied im KSV wird Dorlars Pfarrer Jürgen Rademacher, seine Stellvertreter sind Dieter Kuhli aus Bad Laasphe und Manfred Gringel aus Winterberg. Als Nicht-Theologe wird Dr. Johannes Burkardt im KSV mitarbeiten, sein Stellvertreter ist der Sassenhäuser Bernd Geier.

Die Synodalbeauftragten wurden mehrheitlich wiedergewählt, es ergaben sich folgende Veränderungen: Günther Theophel als leitender Jugendreferent des Kirchenkreises wurde zum Synodalbeauftragten für Jugendarbeit gewählt. Der Neue für den Kirchlichen Unterricht ist der Birkelbacher Pfarrer Henning Debus. Sein Nachfolger in der Öffentlichkeitsarbeit ist der Sauerländer Klinikseelsorger Andreas Kroh. Matthias Gleibe aus Oberndorf ist zuständig für Gemeindeaufbau und Volksmission, Bodo Hundte aus Bad Laasphe für Weltmission und Ökumene, die Edertal-Jugendreferentin Iris Brigitte Tilinski für die Arbeit mit Behinderten, der Niederlaaspher Roland Krämer für Polizeiseelsorge und der Erndtebrücker Stefan Berk für neue Medien.JG

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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