Wurde Eifersuchtsdrama auf der Straße ausgetragen?

Verfahren gegen Kraftfahrer eingestellt / 750 E Geldbuße

Bad Berleburg. Dass Eifersucht Ideen produziert, auf die Leute normalerweise nicht so einfach kommen würden, ist bekannt. Ideen, die mit normalem Menschenverstand nur schwer zu erklären sind. Ein solcher Fall führte jetzt letztlich zu einer Verhandlung vor dem Bad Berleburger Amtsgericht. Wegen Nötigung und Gefährdung des Straßenverkehrs musste sich ein 22-jähriger Kraftfahrer aus einem Bad Berleburger Stadtteil verantworten. Er soll sich laut Staatsanwalt Wolfgang Nau als »ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen« präsentiert haben.

Verhandelt wurden zwei vermeintliche Vorfälle, die sich im Dezember vergangenen Jahres und Februar dieses Jahres auf Wittgensteins Straßen ereignet hatten. Der Kraftfahrer soll mit einem Tonnen schweren Lkw zum einen auf der B480 zwischen Bad Berleburg und Raumland und zum anderen auf der Berleburger Limburgstraße gefährliche Situationen herauf beschworen haben. In beiden Fällen soll der 22-Jährige seinen Lastwagen nach links auf die Fahrspur des Gegenverkehrs gesteuert haben, um einen 29-jährigen Berleburger einzuschüchtern.

In der Gerichtsverhandlung kamen pikante Details ans Licht: Denn offenbar waren sich die beiden Männer nicht nur auf der Straße mit knappem Abstand begegnet. Beide hatten offenbar zuvor dieselbe Frau favorisiert. Konkret: Der 22-Jährige unterhielt eine dreimonatige Beziehung zu der Ehefrau des 29-Jährigen. Die Affäre beendete die Frau im November, es folgte jedoch ein unappetitliches Nachspiel. Die Ex-Freundin und ihr Ehemann streuten üble Flugblätter über den Nebenbuhler, an Verbrauchermärkten, am Kino und überall dort, wenn Menschen Interesse an Informationen über den 22-Jährigen haben mochten.

»Flugblätter mit grob beleidigenden Zeichnungen«, wie Staatsanwalt Wolfgang Nau betonte. Wurde die Rechnung dann quasi mit dem Lkw auf der Straße beglichen? »So etwas käme mir nicht in den Sinn. Dafür sind mir Führerschein und Beruf viel zu wichtig«, so der Angeklagte. Der räumte zwar ein, dass er dem 29-jährigen Ehemann seiner ehemaligen Geliebten auf der Straße begegnet sei, »mehr aber auch nicht«. Und zu ergänzen, »dass Begegnungen an der Tagesordnung waren, die beiden haben mir nachgestellt«.

In der Gerichtsverhandlung konnte auch mit Hilfe der Aussage des 29-jährigen Ehemannes nicht endgültig geklärt werden, ob nun im Dezember und Februar eine Gefährdung des Straßenverkehrs vorgelegen hatte oder nicht. Staatsanwalt Wolfgang Nau und Richter Torsten Hoffmann bauten dem Angeklagten und dessen Verteidiger Hartwig Achinger eine Brücke: die Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße von 750 e.

Ein Angebot, dass der Angeklagte nicht ausschlagen wollte. Der darf nämlich seinen Führerschein behalten und weiterhin als Berufskraftfahrer arbeiten. Und auch unter die Eifersüchteleien soll nun der große Schlussstrich gezogen werden. Staatsanwalt Wolfgang Nau: »Da muss jetzt endgültig Feierabend sein.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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