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Blitzer erfüllt seinen Zweck
Zahl der Verstöße geht drastisch zurück

Seit Oktober 2016 blitzt es „Am Stein“ in Schüllar. Hier an der B 480 steht eine von nur drei stationären Geschwindigkeitsmessanlagen in Wittgenstein. Seine Wirksamkeit hat der Blitzer längst unter Beweis gestellt.
  • Seit Oktober 2016 blitzt es „Am Stein“ in Schüllar. Hier an der B 480 steht eine von nur drei stationären Geschwindigkeitsmessanlagen in Wittgenstein. Seine Wirksamkeit hat der Blitzer längst unter Beweis gestellt.
  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

bw Schüllar. Seit Oktober 2016 blitzt es regelmäßig in Schüllar an der stark befahrenen Bundesstraße 480. Der Kreis Siegen-Wittgenstein hatte damals eine neue stationäre Messanlage „Am Stein“ installieren lassen. Die Geschwindigkeit ist in diesem Bereich auf 50 km/h begrenzt, da hier direkt an der Bundesstraße einige Wohnhäuser stehen.

Darüber hinaus befindet sich in direkter Nähe der Laser-Geschwindigkeitsüberwachungsanlage, mit der beide Fahrtrichtungen überwacht werden können, eine Bushaltestelle. Weil an dieser Stelle bei Messungen eine hohe Zahl an Verstößen festgestellt worden war, hatte sich der Kreis zu diesem Schritt entschlossen. Kostenpunkt für die Anlage: 78 000 Euro. Die Anwohner waren froh darüber.

bw Schüllar. Seit Oktober 2016 blitzt es regelmäßig in Schüllar an der stark befahrenen Bundesstraße 480. Der Kreis Siegen-Wittgenstein hatte damals eine neue stationäre Messanlage „Am Stein“ installieren lassen. Die Geschwindigkeit ist in diesem Bereich auf 50 km/h begrenzt, da hier direkt an der Bundesstraße einige Wohnhäuser stehen.

Darüber hinaus befindet sich in direkter Nähe der Laser-Geschwindigkeitsüberwachungsanlage, mit der beide Fahrtrichtungen überwacht werden können, eine Bushaltestelle. Weil an dieser Stelle bei Messungen eine hohe Zahl an Verstößen festgestellt worden war, hatte sich der Kreis zu diesem Schritt entschlossen. Kostenpunkt für die Anlage: 78 000 Euro. Die Anwohner waren froh darüber. „Es wird hundertprozentig langsamer gefahren, und zwar nicht nur auf Höhe des Blitzers, sondern auch einige Hundert Meter davor und dahinter“, erzählte ein Anwohner damals im SZ-Gespräch. Vorher hätten Autofahrer die Ortslage mehr dafür genutzt, „um hier durchzuschießen, ohne Rücksicht auf Verluste“.

Was ist draus geworden?

Kreissprecher Torsten Manges erklärte seinerzeit im SZ-Interview: „Ziel von Geschwindigkeitskontrollen ist es, einen Beitrag zu leisten, dass Verkehrsteilnehmer erlaubte Höchstgeschwindigkeiten einhalten, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dieses Ziel wird im Laufe der Zeit alleine schon dadurch erreicht, dass Autofahrer wissen, dass sich an einem Ort ein Starenkasten befindet.“ Und was ist draus geworden?

Von über 11 000 auf 606

Der Blitzer zeigt Wirkung, wie die Zahlen ganz deutlich zeigen. Im ersten Jahr ab dem Zeitpunkt seiner Installation erfasste die Anlage insgesamt 11 691 Verkehrsteilnehmer, die zu schnell unterwegs waren. Im gesamten Jahr 2020 wurden in Schüllar nur noch 5164 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Das dürfte wohl weniger daran liegen, dass die Verkehrszahlen abgenommen haben, wohl eher am steigenden Bekanntheitsgrad des Blitzers, der seine abschreckende Wirkung erzielt. 606 Bußgelder wurden im vergangenen Jahr gegen die an dieser Stelle erwischten Temposünder verhängt. Die Spitzenreiter wurden dabei mit 109 km/h (240 Euro, zwei Punkte sowie ein Monat Fahrverbot) und 97 km/h (160 Euro, ebenfalls zwei Punkte sowie ein Monat Fahrverbot) gemessen. 19 Fahrverbote wurden insgesamt erlassen.

Die Hessen blitzen mehr

Bleibt die Frage, warum der Kreis nicht an mehr Stellen in Wittgenstein mit einem Blitzer die Raserei unterbindet. Die Anzahl der stationären Geschwindigkeitsmessanlagen in Wittgenstein war mit der in Schüllar auf gerade mal drei angestiegen: Weitere Blitzer befinden sich am Ortseingang von Erndtebrück aus Richtung Lützel und in Bad Laasphe am Ortseingang aus Fahrtrichtung Niederlaasphe, beide Stellen befinden sich an der B 62. In deren weiterem Verlauf hinter der Landesgrenze bis Marburg hat gefühlt jeder Ort ein bis zwei Blitzer. Woher kommt dieser Unterschied?

Torsten Manges verweist zunächst einmal auf unterschiedliche Zuständigkeiten in beiden Bundesländern. Die Zuständigkeit in Hessen richte sich nach dem Gesetz zur Regelung des Finanzausgleichs und Verordnung zur Bestimmung verkehrsrechtlicher Zuständigkeiten, dort sind die Bürgermeister deswegen als örtliche Ordnungsbehörde für die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten zuständig. In NRW ist nach der „Verordnung zur Bestimmung der für die Verfolgung und Ahndung von Verkehrsordnungswidrigkeiten zuständigen Verwaltungsbehörden“ der Kreis zuständig und damit auch befugt, stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen an Gefahrenstellen einzurichten.

"Es werden auch tatsächlich nur stationäre Anlagen an Gefahrenstellen aufgestellt."
Torsten Manges
Sprecher der Kreisverwaltung

Gefahrenstellen, so erläutert es Torsten Manges, seien Unfallhäufungsstellen und Streckenabschnitte, an denen eine erhöhte Unfallgefahr angenommen werden muss, beispielsweise an oder in unmittelbarer Nähe von Orten und Strecken, die vermehrt von schwachen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Fahrradfahrern sowie besonders schutzwürdigen Personen wie Kindern, Hilfsbedürftigen und älteren Menschen frequentiert werden (z. B. in der Nähe von Kindergärten, Schulen, Altenheimen).

Torsten Manges sagt weiter: „Der Kreis Siegen-Wittgenstein berücksichtigt die genannten Vorgaben und es werden tatsächlich nur stationäre Anlagen an Gefahrenstellen aufgestellt. Ob die Kommunen in Hessen andere Maßstäbe anlegen oder ob die Ortsein- und -ausgänge jeweils den Kriterien von Gefahrenstellen entsprechen, entzieht sich unserer Kenntnis.“ Allerdings: In den Orten an der B 62 und an der B 480 kennen die Anwohner ebenfalls die Gefahren. In Schüllar hatten einst die Beschwerden den Blitzer ermöglicht.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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