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Arbeit verdient höchsten Respekt
Zehnjähriges Bestehen der Bad Berleburg-Erndtebrücker Tafel

Unterhaltung der Extraklasse: Die Musiker vom Hinterland Jazz Orchestra sprühten im Bad Berleburger Bürgerhaus nur so vor Spielfreude.
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vö Bad Berleburg. Es war nicht nur das zehnjährige Bestehen, an das die Bad Berleburg-Erndtebrücker Tafel am Samstagabend an einem kurzweiligen und musikalischen Abend mit dem Hinterland Jazz Orchestra im Bad Berleburger Bürgerhaus am Markt erinnerte. „Wir blicken auf zehn erfolgreiche Arbeit zurück, das können wir mit Sicherheit sagen“, unterstrich Vorsitzender Thomas Dörr vor zahlreichen Mitgliedern, ehrenamtlichen Mitarbeitern, Sponsoren und Unterstützern im Foyer des Bürgerhauses.

Ein Erfolg, der vor allem auf zwei Faktoren basiere. Zum einen sei da das Tafel-Prinzip: Qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, sammelten die Mitarbeiter ein - um sie zu einem symbolischen Betrag an Menschen zu verteilen, die wirtschaftlich und sozial benachteiligt seien.

vö Bad Berleburg. Es war nicht nur das zehnjährige Bestehen, an das die Bad Berleburg-Erndtebrücker Tafel am Samstagabend an einem kurzweiligen und musikalischen Abend mit dem Hinterland Jazz Orchestra im Bad Berleburger Bürgerhaus am Markt erinnerte. „Wir blicken auf zehn erfolgreiche Arbeit zurück, das können wir mit Sicherheit sagen“, unterstrich Vorsitzender Thomas Dörr vor zahlreichen Mitgliedern, ehrenamtlichen Mitarbeitern, Sponsoren und Unterstützern im Foyer des Bürgerhauses.

Ein Erfolg, der vor allem auf zwei Faktoren basiere. Zum einen sei da das Tafel-Prinzip: Qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, sammelten die Mitarbeiter ein - um sie zu einem symbolischen Betrag an Menschen zu verteilen, die wirtschaftlich und sozial benachteiligt seien. All dies leisteten 70 ehrenamtliche Mitarbeiter jede Woche – der zweite Erfolgsfaktor. Sicherlich könne man in einer Zeit des Wohlstandes darüber diskutieren, so der Vorsitzende, warum es die Tafel überhaupt geben müsse: „Daran beteiligen wir uns aber nicht. Für uns ist das eine wichtige Arbeit.“

An diesem Punkt knüpfte Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann in seinem Grußwort an. Der runde Geburtstag sei nicht ausschließlich ein Anlass zur Freude. Denn im Optimalfall müsste es die Organisation nicht geben. „Aber es gibt Menschen, die auf diese Arbeit angewiesen sind und es steht uns nicht zu, das zu hinterfragen.“ Jeder könne in eine Situation geraten, in der er seinen Lebensunterhalt nicht mehr allein leisten könne. Der Rathaus-Chef lobte ausdrücklich den Tafel-Ansatz, dass gute Lebensmittel vor dem Müll gerettet würden. Gleichwohl müsse man aber auch kritische Fragen stellen dürfen: „Warum muss ein integrierter Backshop in einem Supermarkt auch um 20 Uhr noch alle Brotsorten des Sortimentes vorhalten? Es ist ein Unding, dass so viel weggeworfen werden muss.“ Die Arbeit der Tafel sei – ganz im Sinne des Bad Berleburger Leitbildes – nachhaltig. Da sei zum einen der verantwortungsvolle Umgang mit Lebensmitteln, zum anderen würden Menschen unterstützt, die aktuell nicht gerade auf der Gewinner-Seite des Lebens stünden. Nicht zu vergessen: Viele Mitarbeiter leisteten ihre Unterstützung neben dem Beruf und neben anderen Ehrenämtern.

Der Erndtebrücker Bürgermeister Henning Gronau sprach von einer „wichtigen Aufgabe, die von der Tafel hervorragend gelöst wird“. Er hoffe, so der Verwaltungs-Chef aus der Edergemeinde, dass die Helfer auch in den nächsten Jahren bei der Stange blieben und möglichst noch weitere dazu kämen.

In einer kurzweiligen Gesprächsrunde erläuterten die beiden Gründungsmitglieder der Bad Berleburg-Erndtebrücker Tafel, Hannelore Homrighausen und Hans-Werner Christ, ihre Motivation, warum sie vor einem Jahrzehnt aktiv bei der Tafel eingestiegen seien. „Ich wollte gerne nach meinem Berufsleben ehrenamtlich mitarbeiten“, sagte Hannelore Homrighausen, die seit einem Jahrzehnt eines der prägenden Gesichter des Vereins ist. Ursprünglich wollte sie als Helferin einsteigen, sehr schnell sei aber dann die Aufgabe der Schriftführerin hinzugekommen.

Auch Hans-Werner Christ war unmittelbar nach seiner Pensionierung zur Stelle: „Ich hatte Zeit.“ Nach der Gründung der Tafel in Biedenkopf und Bad Laasphe „haben wir wahrgenommen, dass es sicherlich auch für Bad Berleburg und Erndtebrück an der Zeit wäre“. Er freue sich darüber, so der Berleburger, dass über all die Jahre ein so vertrauensvolles Miteinander mit Tafel, Kunden und Lieferanten entstanden sei.

Der Abend war auch ein Dankeschön an die vielen Unterstützer der Organisation: Es wurde bewusst kein Eintritt erhoben, wobei natürlich Spenden möglich waren. Den Abend ermöglichten der Lions-Club Wittgenstein, der eine 1500-Euro-Spende mitgebracht hatte, sowie Sparkasse und Volksbank Wittgenstein. Für die Bewirtung der Gäste stellte der Jugendförderverein Bad Berleburg Mitarbeiter zur Verfügung. Wer das Konzert mit dem Hinterland Jazz Orchestra am Samstagabend im sehr gut besetzten Saal des neuen Bürgerhauses nicht sehen konnte, der hat durchaus etwas versäumt.

Das muss an dieser Stelle deutlich gesagt werden. Es war ein Konzert der Extraklasse – mit viel Elan, Spielfreude und musikalischer Begeisterung. Die Hessen brannten das zu Beginn versprochene „Feuerwerk“ ab – es war beste Unterhaltung mit einer Reise quer durch die Jahrzehnte der Musikgeschichte, „jazzig“ aufbereitet.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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