»Zeiten sind verdammt hart«

Alertshausen: Versammlung machte Nothaushalt zum Thema

vg Alertshausen. Deutliche Worte gab es bei der Bürgerversammlung in Alertshausen zu hören, zu der Bürgermeister Bernd Fuhrmann am Mittwochabend in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen hatte. Schon vor seiner Wahl zum Bürgermeister habe er angekündigt, dass er der Ortschaft keinerlei Versprechen hinsichtlich finanzieller Belange machen könne, stellte Bernd Fuhrmann noch einmal einleitend fest. Lediglich das Zustandekommen einer Bürgerversammlung habe er damals zugesagt. »Es geht uns jetzt darum, von euch zu hören: Wo drückt der Schuh, wo sind die Probleme.« Beigeordneter Andreas Reinéry sprach im Anschluss das grundlegende Problem an, weshalb man seitens der Stadt keine finanziellen Versprechungen mehr machen könne und erläuterte das Stichwort »Nothaushalt« sehr eindrücklich.

»Jeder spricht im Augenblick davon«, so der Kämmerer, was schließlich auch einer genaueren Erklärung bedürfe: Durch den Nothaushalt, der neben Bad Berleburg, Erndtebrück und Bad Laasphe jetzt auch Hilchenbach betreffe, sei man als Kommune im Bereich Investitionen und finanziellen Maßnahmen sehr eingeschränkt. »Wir können durch den Nothaushalt nur noch die Dinge regeln, zu denen wir rechtlich verpflichtet sind.« Alle anderen Vorhaben müssten auf den Prüfstand gestellt werden.

Positives könne man der gegenwärtigen Lage nicht abgewinnen, da derzeit überhaupt nicht abschätzen sei, wann man wieder einen ausgeglichenen Haushalt erreiche. Man könne jedoch mit einer positiven Veränderung nicht in den den nächsten drei bis vier Jahren rechnen. Dies sei jedoch nicht allein ein Problem der Stadt Bad Berleburg. Schaue man über den Tellerrand hinaus, ergebe sich derzeit in keiner Kommune ein anderes Bild. »Es lässt sich nicht erkennen, dass es irgendwo besser würde«, so Andreas Reinéry. Bundes- und landesweit seien die Probleme offenkundig. Es sehe ganz so aus, als seien für Bund und Land die kommunalen Schicksale weniger interessant als andere, kritisierte der Kämmerer. »Wir müssen also selbst sehen, wo wir bleiben.« Dabei seien die Möglichkeiten der Städte äußerst begrenzt, aus eigener Kraft zu handeln. »Wer aber im Schlamassel steckt, dem muss man trotzdem eine Perspektive geben.« In diesem Zusammenhang kam der Stadtkämmerer auf das Dorfgemeinschaftshaus in Alertshausen zu sprechen. Die Ortschaft habe diesbezüglich berechtigte Anliegen: »Das Gebäude ist betagt«, der Schimmel zeige sich bereits an manchen Stellen, darüber hinaus sei das Dach renovierungsbedürftig. Das Problem sei aber, dass man seitens der Stadt Anliegen von insgesamt 23 Dörfern berücksichtigen müsse.

Im Bezug auf das Dorfgemeinschaftshaus in Alerthausen müsse man sich daher in nächster Zeit noch einmal zu einem weiteren Treffen mit den Bürgern der Ortschaft zusammensetzen. Dabei sollten sich möglichst viele Interessierte an der Diskussion beteiligen. Man müsse darüber nachdenken, inwiefern die Alertshäuser Bürger einmal Eigentümer des Gebäudes werden könnten, das sich ja derzeit noch im städtischen Besitz befinde. Für die Stadt verfiele damit die Unterhaltspflicht, »die Alertshäuser wiederum haben dann ein Gebäude, von dem sie sagen können: das ist uns«, so der Kämmerer. Man müsse sich in Zeiten wie diesen selbst immer wieder aufs Neue motivieren, gab Andreas Reinéry abschließend zu, »dies sind nun einmal verdammt harte Zeiten für die Stadt.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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