Delegiertentag des Schützenkreises Wittgenstein
Zustand der Jugendarbeit scharf kritisiert

Luise Kaiser (M.) wurde beim Delegiertentag des Schützenkreises Wittgenstein zum Ehrenmitglied ernannt. 29 Wittgensteiner Schützenvereine beteiligten sich an der Versammlung.
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  • Luise Kaiser (M.) wurde beim Delegiertentag des Schützenkreises Wittgenstein zum Ehrenmitglied ernannt. 29 Wittgensteiner Schützenvereine beteiligten sich an der Versammlung.
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schn  Wingeshausen. Der Kreisdelegiertentag des Schützenkreises Wittgenstein hatte schon wieder etwas von echter Normalität. Die Delegierten der 29 Wittgensteiner Schützenvereine waren sichtlich erleichtert, endlich einmal wieder den grünen Rock der Schützen anziehen zu können. Dazu passt, dass der Schützenkreis eine eigene Brauchtumsabteilung aufbaut. Im Kern sind es die drei Gewehrgruppen aus Elsoff, Benfe und Erndtebrück, die für feierliche Anlässe über den Schützenkreis angefordert werden können. Auch wird man sich von nun an intensiver um den Kreiskönig und sein Gefolge kümmern. Ralf Bätzel und Dieter Spies wurden dazu als neue Beisitzer offiziell in den Vorstand berufen. Um den Positionen auch gleich noch das passende äußerliche Erscheinungsbild zu geben, wurde Ralf Bätzel zum Oberst und Dieter Spies zum Major ernannt. Es waren die ersten Dienstgrade, die der Schützenkreis in seiner Geschichte verliehen hat.

Zissel macht nach 16 Jahren Schluss

Der erste Jugendleiter Hartmut Zissel hatte sich auf dem Kreisjugendtag, der wenige Stunden zuvor stattgefunden hatte, nach 16 Jahren aus seinem Amt verabschiedet. Der Kreisvorsitzende Thorsten Bätzel würdigte die Verdienste, zu denen zum Beispiel der Aufbau der Talentrunde im Altkreis gehört, oder auch die Organisation des WSB-Jugendcamps in Bad Berleburg. Als neuen Jugendleiter bestätigte der Delegiertentag Andreas Bätzel vom SuS Elsoff. In seinem Heimatverein führt er schon recht erfolgreich die Jugendabteilung und kann nach Corona auf einen positiven Neustart blicken. Der ist auch im Schützenkreis deutlich.

Thorsten Bätzel fand am Abend deutliche und drastische Worte für den Zustand der Jugendarbeit im Kreis. Zum Jugendtag waren gerade 25 Personen aus 15 Vereinen erschienen, die schwächste Besetzung in der Geschichte. Das heißt, gerade die Hälfte der Vereine war zum Jugendtag überhaupt vertreten. „Die Jugend ist eure Zukunft”, so die klare Ansage des Kreisvorsitzenden. Er betrachte mit großer Sorge, dass manche Vereine keine Jugendleiter mehr wählen würden oder sich resigniert aus der Jugendarbeit zurückziehen würden, beschrieb Thorsten Bätzel später seine Beweggründe im Gespräch mit der Siegener Zeitung.

Vereine müssen neue Wege gehen

Die Vereine müssten bereit sein, neue Wege zu gehen und aktiv nach Nachwuchs bei Kindern und Jugendlichen zu suchen. Dabei will Andreas Bätzel unterstützen und vor allem die Begeisterung für den Schießsport wecken. Einen Vorteil sieht Bätzel in der Möglichkeit, auf elektronischen Ständen Kinder und Erwachsene im Wettbewerb gemeinsam antreten zu lassen. Die Möglichkeiten mit den Lichtgewehren seien sicher nicht ausgeschöpft, da könne man noch mehr tun, war sich der neue Jugendleiter im SZ-Gespräch sicher.

Der nächste Jugendtag wird im kommenden Jahr beim Schießverein Erndtebrück stattfinden, spontan brachten sich die Schützen aus Feudingen für das Jahr 2023 ins Spiel. Schon zuvor hatten die „Edelweiß”-Schützen aus Bermershausen ihren Hut für 2024 in den Ring geworfen. „Wenn ihr es noch nicht getan habt, dann tretet euren Jugendleitern in den Hintern”, so die deutliche Ansage von Thorsten Bätzel. Aus dem sportlichen Bereich war wenig zu berichten, die Mehrzahl der Wettkämpfe fiel aus. Die Schützenfeste wurden zwei Jahre in Folge gestrichen.

Luise Kaiser (M.) wurde beim Delegiertentag des Schützenkreises Wittgenstein zum Ehrenmitglied ernannt. 29 Wittgensteiner Schützenvereine beteiligten sich an der Versammlung.
Der erste Jugendleiter Hartmut Zissel (l.) wurde nach 16 Jahren im Amt verabschiedet. Sein Nachfolger ist Andreas Bätzel vom SuS Elsoff.
Autor:

Guido Schneider aus Siegen

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