Wittgensteiner Artenschutzprojekt
Zwei Jungbullen aus der Wisent-Herde geschossen

Der Wisent-Verein hat die frei lebende Herde im Rothaargebirge verkleinert. Diese von Beginn des Artenschutzprojektes an eingeplante Maßnahme war zum Erhalt der Gesamtpopulation notwendig geworden. Kürzlich wurden zwei Jungbullen geschossen. Foto: Archiv
  • Der Wisent-Verein hat die frei lebende Herde im Rothaargebirge verkleinert. Diese von Beginn des Artenschutzprojektes an eingeplante Maßnahme war zum Erhalt der Gesamtpopulation notwendig geworden. Kürzlich wurden zwei Jungbullen geschossen. Foto: Archiv
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sz Bad Berleburg. Der Wisent-Verein hat die frei lebende Herde im Rothaargebirge verkleinert. Diese von Beginn des Artenschutzprojektes an mit eingeplante Maßnahme war zum Erhalt der Gesamtpopulation notwendig geworden. Kürzlich wurden zwei Jungbullen geschossen. Der Wisent-Trägerverein hatte bei den Kreisen Siegen-Wittgenstein, Hochsauerland und Olpe artenschutzrechtliche Genehmigungen dafür beantragt. Alle drei Kreise argumentierten, dass die Wisente derzeit nicht herrenlos seien. Daher sei für die „letale Entnahme“ eine artenschutzrechtliche Genehmigung nicht erforderlich. Sämtliche weiteren ordnungsrechtlichen Genehmigungen waren vorsorglich bereits eingeholt worden. Neben der Herdengröße ist die genetische Variabilität ein wichtiger Faktor für den Erhalt einer Population. In der Wisent-Gruppe im Rothaargebirge ist die genetische Problematik immer drängender geworden. Denn dort können sich die geschlechtsreifen männlichen Nachkommen (des inzwischen verendeten Altbullen) mit ihren Müttern, Tanten und Schwestern paaren.

Die Entnahme von Tieren aus der Gruppe war aus genetischen Gründen zur Vermeidung von Inzucht und somit zum gesunden Erhalt der Herde insgesamt notwendig. Gleichwohl sieht der Wisent-Verein das Schießen der Tiere als Ultima Ratio an. Jahrelang hatte er zuvor versucht, auf internationaler Ebene Abnehmer – das heißt andere Freilandprojekte in Europa – für die Bullen aus dem Rothaargebirge zu finden. Diese Bemühungen führten jedoch nicht zum Erfolg. Denn Bullen sind für andere Projekte grundsätzlich kaum interessant. Diese Haltung leitet sich aus der Sozialstruktur der Tiere ab. Denn in der Fortpflanzungsperiode wird ein Bulle für eine Kuhherde benötigt. Bei den Nachkommen halten sich weibliche und männliche Tiere mit jeweils einem Anteil von rund 50 Prozent allerdings die Waage.

Der Wisent-Verein hat sich auch intensiv mit einer möglichen Umsiedlung der Bullen in das 20 Hektar große Besucherareal „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“ befasst. Dagegen sprachen aber vielerlei Gründe. Wesentlich war, dass das Verhalten der in Freiheit geborenen Tiere im Besucherareal nicht abschätzbar gewesen wäre. Die Reduzierung der Herde – es sind laut Trägerverein weitere Entnahmen geplant – wird von dafür rechtlich autorisierten Person vorgenommen.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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