Zweimal geklickt – teure Titanuhr bestellt

Bad Berleburg. »Das ging alles so einfach, zweimal mit der Maus geklickt und schon war die Uhr bestellt.« Was der 39-jährige Mann auf der Anklagebank des Bad Berleburger Gerichtssaales so trocken schilderte, war der Kauf einer Titanuhr per Internet bei einem Wittgensteiner Unternehmen. Ein wertvolles Stück, zum Preis von 203,90 e. Das Problem an der Sache: Der 39-Jährige hatte zuvor eine eidesstattliche Versicherung abgegeben und war demzufolge nicht in der Lage, die Uhr zu bezahlen.

Da er dies auch wusste, nennt man das in der Sprache der Juristen Betrug, und Betrug ist bekanntermaßen strafbar. Vor Gericht räumte der gelernte Fliesenleger die Tat auch ein, »es sollte ein Geschenk für einen sehr guten Freund sein«.

Er sei zum Zeitpunkt der Bestellung noch stark alkoholabhängig gewesen, so der 39-Jährige, mittlerweile sei er seit einem dreiviertel Jahr trocken: »Darauf bin ich sehr stolz.« Er habe sein Leben in geregelte Bahnen gelenkt, ließ er das Gericht wissen, Zudem sei es ihm »mit großen Anstrengungen« gelungen, in eine Integrationsmaßnahme für den Arbeitsmarkt hinein zu rutschen, mit der Perspektive, einen dauerhaften Arbeitsplatz zu bekommen.

Kurzum, der Angeklagte hinterließ im Amtsgericht einen aufgeräumten Eindruck. Als Problem entpuppte sich allerdings sein Vorstrafenregister mit mehreren Einträgen, auch wegen Betruges. Die Vorstrafen gingen sicherlich zu Lasten des Angeklagten, stellte Staatsanwalt Wolfgang Nau fest, positiv seien hingegen die günstige Sozialprognose, die Reue des Angeklagten und die Tatsache zu bewerten, dass der Schaden inzwischen beglichen worden sei.

Der Antrag des Staatsanwaltes: eine viermonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung und 50 Stunden gemeinnützige Arbeit. Außerdem solle dem Angeklagten ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt werden.

In seinem Urteil stimmte Richter Torsten Hoffmann letztlich mit dem Antrag des Staatsanwaltes überein. Der Richter freute sich, dass es dem Beschuldigten offenbar gelungen sei, vom Alkohol weg zu kommen. Der Angeklagte konnte wohl mit diesem Urteil sehr gut leben und versprach, »dass ich bemüht bin, mich zu bessern«. Die Zeit wird es zeigen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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