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Philharmonie Südwestfalen spielt zum Tag der Deutschen Einheit in Bad Laasphe
Barocke Vielfalt in Europa

 „Glanzvolles Barock“ in Bad Laasphe am Tag der Deutschen Einheit: Bläser und Streicher der Philharmonie Südwestfalen erfreuten  unter der Leitung von Johannes Klumpp in der Aula des Städtischen Gymnasiums.
  • „Glanzvolles Barock“ in Bad Laasphe am Tag der Deutschen Einheit: Bläser und Streicher der Philharmonie Südwestfalen erfreuten unter der Leitung von Johannes Klumpp in der Aula des Städtischen Gymnasiums.
  • Foto: Isabell Lippitz
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lip - Der junge Dirigent Johannes Klumpp führte charmant, witzig und kenntnisreich durch das Programm.
lip Bad Laasphe.  „Ein wunderbares Geräusch, dieser Applaus!“: So begrüßte  Dirigent Johannes Klumpp die rund 100 Musikfreunde am Abend des 3. Oktober, dem 30. Jahrestag der Deutschen Einheit, in der Aula des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe. Zuvor hatte der Vorsitzende des Kulturrings Bad Laasphe, Wolfgang Gerber, daran erinnert, dass eigentlich ein großes Operettenkonzert geplant war, und man sich trotz Corona-Schwierigkeiten entschlossen hat, das denkwürdige Ereignis des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit mit einem Abstand einhaltenden Konzert zu feiern.

lip - Der junge Dirigent Johannes Klumpp führte charmant, witzig und kenntnisreich durch das Programm.
lip Bad Laasphe.  „Ein wunderbares Geräusch, dieser Applaus!“: So begrüßte  Dirigent Johannes Klumpp die rund 100 Musikfreunde am Abend des 3. Oktober, dem 30. Jahrestag der Deutschen Einheit, in der Aula des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe. Zuvor hatte der Vorsitzende des Kulturrings Bad Laasphe, Wolfgang Gerber, daran erinnert, dass eigentlich ein großes Operettenkonzert geplant war, und man sich trotz Corona-Schwierigkeiten entschlossen hat, das denkwürdige Ereignis des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit mit einem Abstand einhaltenden Konzert zu feiern.

Philharmonie spielte in zwei Formationen

„Glanzvolles Barock“ war das Motto des Abends, dem die Musiker der Philharmonie Südwestfalen in zwei Formationen, Blechbläser und Streicher, folgten. Zehn Blechbläser eröffneten das Konzert mit einer Bearbeitung des für Chor und Orchester komponierten Anthems „Zodiac The Priest“ von Georg Friedrich Händel. Geriet die polyphone Einleitung noch etwas wackelig, so strahlten im Choral „Long Live The King“ die Bläser im gemeinsamen machtvollen Sound.

Deutsche Einheit und europäische Bezüge

Der junge Dirigent Johannes Klumpp führte charmant, witzig und kenntnisreich durch das Programm. Er hob sowohl die innerdeutsche (so hat er als gebürtiger Stuttgarter an der Weimarer Musikhochschule studieren können) als auch die europäische Bedeutung des Feiertags hervor. Der europäisch vernetzte deutsch-englische Komponist Händel passte daher gut in das Konzept.
Johann Sebastian Bach hat sich wie viele vom Italiener Vivaldi begeistern lassen, wenngleich er selbst in deutschen Landen wirkte. Sein „Brandenburgisches Konzert Nr. 3“ hat die italienische Satzfolge „schnell, langsam, schnell“. Die zehn Streicher und der Cembalist fanden sich auf der großen Bühne ein, nachdem die Bläser vor der Bühne abgegangen waren, während der Dirigent plaudernd Wissenswertes mitteilte. Die hochvirtuose Partitur machte in ihrer stets wechselnden Verzahnung der Stimmen den Musikern zunächst Schwierigkeiten, was sicher auch durch das weite Auseinander-Sitzen bedingt war. Der Dirigent feuerte die Musiker an, was aber eher zu einer fast durchgängig lauten Spielweise führte.

Werke von zwei Bach-Söhnen

Eindrücklich und prächtig begann Bachs Orgel-Partita-Bearbeitung seiner Kantate „Jesus bleibet meine Freude“ für Bläser, deren lebhafter Mittelteil nicht immer überzeugte. Wunderbar tiefsinnig erklang der Trompeten-Choral abschließend über der sanften Triolenbegleitung der Posaunen und Hörner.
Johannes Klumpp überbrückte die Lüftungspause mit Informationen über die Bach-Söhne Wilhelm Friedemann (1710–1784) und den am Hofe Friedrichs II. wirkenden Carl Philipp Emanuel (1714–1788). Die viersätzige Sinfonie in F-Dur für Streichorchester (mit nunmehr 17 Streichern)  des ältesten Sohnes spiegelt dessen „stachligen Charakter“ wider, der in stramm punktierten, aggressiv rasanten Tempi und schräger, dissonanter Melodik und Harmonik zu Tage tritt. Beeindruckend modern!
Philipp Emanuel Bach ist heute der bekanntere von beiden Bach-Söhnen. Das schon zu Lebzeiten als „beste Sinfonie“ gepriesene Werk in e-Moll des in Hamburg wirkenden Komponisten folgt mit seiner Dreisätzigkeit dem italienischen Stil. Melodisch schöne Einfälle und temperamentvoller Drive in fein abgestufter Artikulation und Dynamik beeindruckten ebenso wie straffe Präzision.
Das Auditorium dankte dem engagierten Dirigenten und den virtuosen Streichern der Philharmonie Südwestfalen mit langem Applaus, der auch die Bläser einschloss. - Isabell Lippitz

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Redaktion Kultur

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