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Reden über das Leben
„Kunst im Dialog“

"Mann mit Tasche/Der Ratlose/: eine Arbeit von Renate Hahn
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gmz/sz Bad Laasphe. Renate Hahn lädt in der Fortsetzung ihrer kleinen Atelierausstellungsreihe „Kunst im Dialog“, die sich diesmal in den Ausstellungsreigen „100 Jahre ASK (Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstlerinnen und Künstler)“ einreiht, ihren ASK-Kollegen Olaf Neopan Schwanke ein. Ziel des Dialogs ist es, Arbeiten im gegenseitigen Kontext zu präsentieren.
Auf die  Plastik „Mann mit Tasche/Der Ratlose“ der mehrfach prämierten Keramikkünstlerin und Performance-Artistin Hahn reagiert der Siegener Malerdichter Schwanke mit zwei lavierten Tuschzeichnungen, die in neopanisch-typischer Manier Gesellschaftskritik üben, wie es in einer Mitteilung an die Presse heißt.

gmz/sz Bad Laasphe. Renate Hahn lädt in der Fortsetzung ihrer kleinen Atelierausstellungsreihe „Kunst im Dialog“, die sich diesmal in den Ausstellungsreigen „100 Jahre ASK (Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstlerinnen und Künstler)“ einreiht, ihren ASK-Kollegen Olaf Neopan Schwanke ein. Ziel des Dialogs ist es, Arbeiten im gegenseitigen Kontext zu präsentieren.
Auf die  Plastik „Mann mit Tasche/Der Ratlose“ der mehrfach prämierten Keramikkünstlerin und Performance-Artistin Hahn reagiert der Siegener Malerdichter Schwanke mit zwei lavierten Tuschzeichnungen, die in neopanisch-typischer Manier Gesellschaftskritik üben, wie es in einer Mitteilung an die Presse heißt. Schon die Titel der Blätter „Meiden wir die Bombenbauer“ und „Das Schießen auf die Kinder ist tabu“ sollen neugierig machen.
Zur Vernissage am Sonntag, 20. Februar, 15 Uhr, sind Renate Hahn und Olaf n. Schwanke beide anwesend. Auf der Finissage am Sonntag, 20. März, liest Schwanke in einer „Wohnzimmerlesung“ aus der Erzählung „Ein Gleiches“ und Unveröffentlichtem. Die Ausstellung ist an Samstagen und Sonntagen, 15 bis 17 Uhr, geöffnet sowie n. V.

"Kunst im Dialog" 

Die Reihe „Kunst im Dialog“ hat Renate Hahn auch und gerade in Corona-Zeiten angeboten. Sie habe, sagt sie im Gespräch mit der SZ, einen intimen Rahmen schaffen wollen, in dem Menschen „der Kunst“ begegnen können. Das habe auch meistens funktioniert, berichtet sie: Meist zeige sie in dem kleinen Raum neben ihrem Atelier (Obere Rote Hardt 32 in Bad Laasphe) nur zwei Werke, eines von ihr, eines von den Dialogpartnern. Bisher waren das Helga Seekamp, Klaus Schlosser, Gabriele Schulz und Angelika Kreutter. Die Werke, sagt Renate Hahn, die aus der Bildhauerei kommt und inzwischen viele performative und installative Formate auslotet, sprechen miteinander. Aber auch die Menschen, die sich vielleicht zufällig vor der Kunst treffen, kommen miteinander in ein Gespräch. Sie reden, hat sie beobachtet, schnell über „das Leben“, ausgehend von den Arbeiten, die gezeigt werden. Über die Engel, die gezeigt wurden, kamen sie z. B. auf die Frage nach der Transzendenz und ihrer Bedeutung für das eigene Leben und Erleben.

Was soll Kunst?

Das, sagt Renate Hahn, ist ja eine Antwort auf die alte Frage: „Was soll Kunst eigentlich?“ Sie soll uns, jeden einzelnen, zum Nachdenken bringen, zur Selbstreflexion, zur Perspektivjustierung. Ihre Arbeit „Der Ratlose“, eine Plastik, die sie vor Jahren modelliert hat, greift genau das auf. Zuzugeben, dass man manchmal ratlos ist, passt nicht in „unsere Welt der Macher“, sagt sie. Und doch hat die Corona-Zeit und derzeit auch der Ukraine-Konflikt 
(um nur die Beispiele zu nehmen, die uns ganz nahe sind) uns gezeigt, dass wir oft ratlos sind, dass wir von Ereignissen bestimmt werden, die wir nicht verstehen und/oder nicht oder kaum beeinflussen können und denen wir uns deshalb ausgeliefert fühlen. Diese Hilf- und Ratlosigkeit anzuerkennen fällt vielen schwer. Die Betrachtung der kleinen, fast roh oder unfertig 
wirkenden Figur, die „am Rand steht“, am Rand der Ereignisse, am Rand  der Gesellschaft, wirft uns auf uns zurück.

Nachdenken oder Ironie?

Sie steht im Kontrast zu Olaf n. Schwankes beiden Zeichnungen, die mit feinem Strich, aber sehr drastischer Bildsprache die heftigen, destruktiven Reaktionen, mit denen man meint der Hilflosigkeit begegnen zu können, übertreibend aufzeigt und ironisch bricht. – Vielleicht kann „die Kunst“ dann doch so aufrütteln, dass nach dem Schweigen der Pandemie wieder Gespräche (oder auch Streit) entstehen?!

"Mann mit Tasche/Der Ratlose/: eine Arbeit von Renate Hahn
„Das Schießen auf die Kinder ist tabu“ von Olaf n. Schwanke.
Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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