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Werkstattgespräch mit Angelika Kreutter und Renate Hahn
Therapeutischer Prozess

Renate Hahn (l.) hatte beim Werkstattgespräch die Bad Berleburger Kunsttherapeutin Angelika Kreutter zu Gast.
  • Renate Hahn (l.) hatte beim Werkstattgespräch die Bad Berleburger Kunsttherapeutin Angelika Kreutter zu Gast.
  • Foto: Guido Schneider
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

schn Bad Laasphe. Renate Hahn ist eine umtriebige Künstlerin. Neben der Arbeit an ihren eigenen Werken ist die Bad Laaspherin immer auf der Suche nach neuen Formaten, bildende Künste in die Öffentlichkeit zu bringen. In der aktuellen Situation fallen viele Gelegenheiten aus, im Gespräch zu bleiben, zum Beispiel Ausstellungseröffnungen. „Das hat mich dazu gebracht, einen anderen Rahmen zu finden“, sagt Renate Hahn. Sie lädt Künstler und Interessierte zu Werkstattgesprächen ein. Die haben es in sich, im direkten Gespräch geht es ans Eingemachte, Kunst und Werk werden hinterfragt, und es ist Zeit und Raum, die Gedanken fließen zu lassen. Am Sonntag stellte sich Angelika Kreutter den Fragen der Kunstfreunde.

schn Bad Laasphe. Renate Hahn ist eine umtriebige Künstlerin. Neben der Arbeit an ihren eigenen Werken ist die Bad Laaspherin immer auf der Suche nach neuen Formaten, bildende Künste in die Öffentlichkeit zu bringen. In der aktuellen Situation fallen viele Gelegenheiten aus, im Gespräch zu bleiben, zum Beispiel Ausstellungseröffnungen. „Das hat mich dazu gebracht, einen anderen Rahmen zu finden“, sagt Renate Hahn. Sie lädt Künstler und Interessierte zu Werkstattgesprächen ein. Die haben es in sich, im direkten Gespräch geht es ans Eingemachte, Kunst und Werk werden hinterfragt, und es ist Zeit und Raum, die Gedanken fließen zu lassen. Am Sonntag stellte sich Angelika Kreutter den Fragen der Kunstfreunde.

„Jeder kann malen“

„Kunst ist ein Prozess, der therapeutisch wirkt, ganz aus sich selbst heraus“, sagt Angelika Kreutter. Die Kunsttherapeutin hat ein Bild mitgebracht, das mehrere ihrer Klientinnen gemeinsam gemalt haben. Man dürfe nicht den Fehler begehen, Menschen zu analysieren, das schrecke nur ab und stehe einem therapeutischen Erfolg entgegen, so Kreutter. Diesen Eindruck konnte Renate Hahn bestätigen, sie habe sich selbst sehr unwohl gefühlt, als man bei ihr sofort in die Psychoanalyse eingestiegen sei. „Jeder kann malen, man muss sich nur darauf einlassen und nicht überinterpretieren“, macht Kreutter klar. Gleichzeitig ist das auch ein Seitenhieb auf die gesamte Kunstszene, die dazu neigt, in jedes Bild, in jede Farbgebung etwas hineinzuinterpretieren. „Es gibt auch große Maler, die haben deutlich gemacht, dass sie einen Stil pflegen, weil er sich verkauft“, erklärt Renate Hahn.

Bewusstes Schaffen und zufälliges Entstehen

Sie selbst hat dem Werk von Angelika Kreutter den Ausschnitt einer eigenen Arbeit gegenübergestellt. Kleine, abstrakte Figuren, entstanden in Japan, die eine Gruppe Menschen darstellen. Die Figuren sind Teil einer größeren Arbeit. Der Kontrast zwischen beiden Kunstwerken ergibt sich nicht nur aus den unterschiedlichen Materialien und Formen, sondern auch aus den unterschiedlichen Hintergründen. Auf der einen Seite steht die Skulptur, die bewusst geschaffen worden ist, die eine Aussage haben soll, auf der anderen Seite das Gemälde, das zufällig einstanden ist, an dessen Entstehung mehrere Menschen beteiligt waren.

„Fühlen uns besser, wenn wir Kunst schaffen“

„Es ist Malerei als Weg, als Prozess, der für sich allein steht“, sagt Angelika Kreutter. Das Werk habe keine Aussage, dennoch kommt es dem Betrachter seltsam bekannt vor. Obwohl nicht abgesprochen, erinnern Form und Farbe an Niki de Saint Phalle. Eine interessante Parallele, wie alle an der Diskussion Beteiligten feststellten. Auch die Franko-Schweizerin hat ihre eigenen Werke durchaus therapeutisch genutzt. Dabei komme es, wie Angelika Kreutter feststellte, nicht so sehr darauf an, etwas zu verarbeiten. Allein schon, sich künstlerisch zu betätigen, helfe dabei, die eigene Stimmung aufzubessern. „Wir fühlen uns sofort besser, wenn wir Kunst schaffen, der Prozess ist genau so wichtig wie das Verarbeiten von Erlebnissen“, erklärt die Kunsttherapeutin. Deswegen ist ihr der niedrigschwellige Zugang wichtig.
Noch einen Monat lang kann man mit den beiden Künstlerinnen über das Thema „Die therapeutische Kraft des Kunstschaffens und Kunstbetrachtens“ diskutieren. „Nach Anmeldung stehe ich in meiner Werkstatt zur Diskussion bereit“, so Renate Hahn. Wenn es zeitlich passt, dann ist auch Angelika Kreutter mit dabei. Wer sich auf das Gespräch einlässt, erlebt einen intensiven Gedankenaustausch.

Autor:

Guido Schneider aus Siegen

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