125 von 1000 Metern sind geschafft

Laaspher Verwaltung machte sich gestern ein Bild bei der Thermalwasser-Probebohrung

Bad Laasphe. Die Bad Laaspher sind sparsame Menschen. Das wurde erst gestern wieder bei dem Thermalwasser-Bohrloch am Hang des Schafsberg oberhalb vom Ziegenbach sehr deutlich. Die Verwaltung der Kurstadt hatte hierher zum Ortstermin geladen und Bürgermeister Robert Gravemeier stapfte durch den knöcheltiefen Matsch auf dem Weg dorthin in den alten Gummistiefeln des früheren Stadtdirektors Gerd Karpf – eigene hatte die Kommune für den derzeitigen Verwaltungschef nicht angeschafft. Und da sage noch jemand, die Laaspher würden sich nicht jede finanzielle Ausgabe ganz genau überlegen.

Seit einer Woche wird bereits gebohrt

Seit mittlerweile drei Wochen ist die Celler Brunnenbau GmbH vor Ort tätig. Zunächst wurde 14 Tage lang aufgebaut und eingerichtet, mit breiten Holzbohlen ein künstliches Plateau geschaffen, damit die Arbeiter genügend Bewegungsfreiheit in der Hanglage haben. Und seit einer Woche wird nun gebohrt, täglich wurde ein überdurchschnittliches Pensum von 30 bis 40 Metern geschafft. Und so ist der Probebohrer bereits in eine Tiefe von 125 Metern vorgedrungen, das ist der Stand von Mittwochabend, damit ist nun auch die erste Bohrphase abgeschlossen.

„Bisher läuft alles wie geplant”

Bisher verlief fast alles wie erwartet. Es habe zwar kleine Verschiebungen gegeben, doch das bedeute noch keine Änderung der zugrunde liegenden Planung, unterstrich der Diplom-Geologe Dr. Peter Faber von der Fuldataler Harress Pickel Consult, dem die Bauleitung vor Ort obliegt. Gestern nachmittag begannen geologische Untersuchungen. Dafür wurde eine Sonde ins Innere hinabgelassen, die nun die genaue Beschaffenheit der Gesteinsschichten untersuchen wird. Nach deren Abschluss wird die Außenwand des Lochs mit einem Rohr fixiert, so dass die nächste Phase der Arbeiten – nun mit einem etwas dünneren Bohrer – in der kommenden Woche beginnen kann. Und in zwei bis drei Monaten will man dann in einem Kilometer Tiefe auf das begehrte Thermalwasser stoßen. Peter Faber machte gestern noch einmal diese Entfernung deutlich: „1000 Meter – in der Horizontale sind sie dafür eine Viertelstunde unterwegs.” Und er nutzte auch noch einmal die Gelegenheit, zu erläutern, was man eigentlich suche: natürliches Wasser und natürliche Wärme. 20Grad müsse das an der Erdoberfläche ankommende, ursprüngliche Wasser warm sein. Kohlendioxid und Eisen dürften herausgefiltert werden: „Jeder weitere Reinigungsschritt ist uns verboten.”

„Kostenminimierung ist Ehrensache”

Natürlich prüfe man auch stets unterwegs, ob nicht schon in geringerer Tiefe, Thermalwasser zu finden sei. Schließlich gehe es um öffentliche Gelder und da sei es ganz klar, dass man sich um Kostenminimierung bemühe. Ganz flexibel werde man auf neue Situationen reagieren. Genau dieses Umgehen mit manchmal unerwarteten Veränderungen sei gerade das Spannende an seinem Beruf, nicht etwa das Teufen. Denn: „Bohren können wir.”

„Keine Probleme mit Dieselnachschub”

Und bei soviel Zuversicht mochte er auch in Laasphe zirkulierende Gerüchte nicht im Raum stehen lassen, die besagten, dass wegen fehlendem Treibstoff der Bohrer habe still stehen müssen. Nein, die Versorgung mit Diesel für die Kompressoren sei auch über die schwierige Zuwegung – ein enger, matschiger Waldpfad – kein großes Problem. Zukünftig brauche man ohnehin nicht mehr soviel davon.

Schnee und Frost bereiten keine Angst

Auch für die Zukunft sah Peter Faber keine größeren Schwierigkeiten. Natürlich habe man einkalkuliert, dass es im Dezember oder Januar in Wittgenstein schneien könne. Frost lasse die Maschinen ab minus 20 Grad nicht mehr arbeiten. Einer der Praktiker auf der Baustelle hatte zuvor jedoch eingeräumt, dass ab minus 8 Grad das Diesel Probleme bereiten könne.

Bürgermeister träumt bereits von mehr

Doch an Frost mochte Bürgermeister Robert Gravemeier gestern sowieso gar nicht denken. Stattdessen malte er sich aus, wie er eines Tages in einem großen Freizeitbad – mit einem Einzugsgebiet von Siegen bis Marburg – ein wenig unterhalb der Bad Laaspher Bohrung und vermeintlichen Fundstelle liegen wird und durch große Fenster auf das imposante Panorama der Lahnstadt blickt.JG

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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