Pfarrer Kuhli geht in den Ruhestand
32 Jahre Wirken im Kirchenkreis

Superintendentin Simone Conrad überreichte zum Abschied an den scheidenden Gemeindepfarrer Dieter Kuhli eine Schieferplatte mit dem Bekenntnis-Text der ersten These der Barmer Theologischen Erklärung und mit der Laaspher Stadtkirche.
  • Superintendentin Simone Conrad überreichte zum Abschied an den scheidenden Gemeindepfarrer Dieter Kuhli eine Schieferplatte mit dem Bekenntnis-Text der ersten These der Barmer Theologischen Erklärung und mit der Laaspher Stadtkirche.
  • Foto: Kirchenkreis
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

sz Bad Laasphe. Ausgehend von einem Wort aus dem Buch Jesaja (54, 10) sagte im März 1984 der damalige Superintendent Reinhardt Henrich: „Lieber Bruder Dieter Kuhli! In diesem Satz kann man zusammengefasst finden, womit du an diesem Tag beauftragt und wozu gesandt wirst: Du sollst das den Menschen zusprechen, mitteilen als unaufhebbare, nicht überbietbare zum Leben und zum Sterben befähigende Botschaft Gottes: Meine Gnade soll nicht von dir weichen.“ Der Anlass war damals die Ordination des jungen Pfarrers.

Das Manuskript gehörte am Sonntag zu den Geschenken, die Dieter Kuhli erhielt. Der Anlass war diesmal – vier Monate vor seinem 66. Geburtstag – die Pensionierung des erfahrenen Pfarrers. Obwohl der Gottesdienst zur Verabschiedung Corona-bedingt nur mit gerade mal zehn Teilnehmenden in der Bad Laaspher Stadtkirche (mehr als 32 Jahre war Dieter Kuhli hier Gemeindepfarrer) stattfinden konnte, waren es viele Geschenke, die der gebürtige Wittgensteiner mit in sein neues Zuhause in Littfeld nimmt. Das Video von der Verabschiedung wird jetzt bearbeitet und ist ab Samstag, 8. Mai, auf dem Youtube-Kanal des Kirchenkreises zu sehen.

Predigt über "unzureichend eingelöstes Versprechen"

Nach Abstechern zu Martin Luther, Immanuel Kant und Ulrich Zwingli kam Dieter Kuhli in seiner Abschiedspredigt auf zwei ihm wichtige Impulse aus der Barmer Erklärung. Zum einen die Rolle der Bibel als das grundlegende Zeugnis – hier lud Dieter Kuhli zur beständigen Beschäftigung mit der Bibel, zum lebenslangen Lesen und Lernen ein.

Zum anderen ging es um das Priestertum aller Gläubigen, für ihn nach 500 Jahren evangelischer Kirche „ein immer noch nur höchst unzureichend eingelöstes Versprechen“. In einer sich verändernden Welt reiche das nicht mehr als Anspruch, sondern werde zur Notwendigkeit: „Mündigkeit und Beteiligung – das ist mehr denn je eine dringliche Aufgabe: Nach meiner festen Überzeugung ist die Stärkung dieses Anliegens Gebot der Stunde. Es kann nicht gut sein und es wird auf Dauer nicht gelingen, immer mehr Aufgaben auf die zahlenmäßig immer weniger werdenden Pfarrerinnen und Pfarrer zu verteilen.“

Vielseitiger Dank der Mitstreiter

Nach seinen Worten des Dankes an ehren-, neben- und hauptamtliche Mitstreiter sowie an Ehefrau Gunhild und die inzwischen erwachsenen Kinder Maren, Antje und Steffen folgte das Unausweichliche. Superintendentin Simone Conrad verabschiedete und entpflichtete Dieter Kuhli, der in den vergangenen drei Jahrzehnten nicht nur in der Laaspher Kirchengemeinde, sondern an mancher Stelle für den Wittgensteiner Kirchenkreis gewirkt hatte. In den Gottesdienst eingebunden waren außerdem der örtliche Pfarrkollege Steffen Post, aus Erndtebrück Dieter Kuhlis ehemalige Vikarin Kerstin Grünert und die Laaspher Laienpredigerin Monika Benfer, für Musik sorgten Friedhelm Nicklaus am E-Piano und Mareike Schäfer mit ihrer Stimme, die allesamt auf ihre Art Dieter Kuhli dankten.

Dieter Kuhlis Predigt kann man auf der Kirchenkreis-Seite im Internet nachlesen, noch bis Ende Mai gibt es auf der Homepage außerdem die Möglichkeit für Kollekten-Spenden. Alles eingehende Geld wird dem Wunsch Dieter Kuhlis entsprechend aufgeteilt: die eine Hälfte zur Umsetzung der Planungen des Christlich-Jüdischen Freundeskreises für die Alte Synagoge in Bad Laasphe, die andere Hälfte für die angedachte offene Waldkapelle im Abenteuerdorf Wittgenstein in Wemlighausen.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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