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Marodes Wassernetz in Bad Laasphe
69.000 Kubikmeter Wasser gehen unterwegs flöten

140 Kilometer lang sind die Wasserleitungen im Bad Laaspher Stadtgebiet. Zwei Drittel sind über 40 Jahre alt. Und Jahr für Jahr gehen rund 69.000 Kubikmeter irgendwo unterwegs verloren.
  • 140 Kilometer lang sind die Wasserleitungen im Bad Laaspher Stadtgebiet. Zwei Drittel sind über 40 Jahre alt. Und Jahr für Jahr gehen rund 69.000 Kubikmeter irgendwo unterwegs verloren.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe Bad Laasphe. Das Wassernetz der Stadt Bad Laasphe ist marode – wobei Wasserwerk-Geschäftsführer Sandro Dietrich den Begriff „marode“ gar nicht ins Feld führen möchte. Schließlich hänge der Zustand der immerhin 140 Kilometer Leitungen von unterschiedlichen Faktoren ab: Hier hält womöglich das verwendete Material den Anforderungen noch gut stand, dort sind die Bodenverhältnisse derart schlecht, dass Lecks entstanden sind. Eines kann Sandro Dietrich auf jeden Fall feststellen: Jedes Jahr gehen 69.000 Kubikmeter Wasser irgendwo unterwegs verloren. Das ist so viel wie der zweitgrößte Siedlungsschwerpunkt von Bad Laasphe, nämlich Banfe, im Jahr verbraucht.
Illegales Wasserabzapfen befürchtet
Im vorigen Jahr hatte der Betriebsausschuss noch gerätselt, woher diese hohe Verlustmenge kommt.

howe Bad Laasphe. Das Wassernetz der Stadt Bad Laasphe ist marode – wobei Wasserwerk-Geschäftsführer Sandro Dietrich den Begriff „marode“ gar nicht ins Feld führen möchte. Schließlich hänge der Zustand der immerhin 140 Kilometer Leitungen von unterschiedlichen Faktoren ab: Hier hält womöglich das verwendete Material den Anforderungen noch gut stand, dort sind die Bodenverhältnisse derart schlecht, dass Lecks entstanden sind. Eines kann Sandro Dietrich auf jeden Fall feststellen: Jedes Jahr gehen 69.000 Kubikmeter Wasser irgendwo unterwegs verloren. Das ist so viel wie der zweitgrößte Siedlungsschwerpunkt von Bad Laasphe, nämlich Banfe, im Jahr verbraucht.

Illegales Wasserabzapfen befürchtet

Im vorigen Jahr hatte der Betriebsausschuss noch gerätselt, woher diese hohe Verlustmenge kommt. Befürchtungen machten die Runde, es könne womöglich ein Industriebetrieb, oder wer auch immer, illegal Wasser abzapfen. Genau diesem Sachverhalt ging das Wasserwerk nach. Am Mittwochabend präsentierte Sandro Dietrich seine Untersuchungsergebnisse. Und siehe da: Illegale Wasserentnahmen gibt es wohl nicht. Dafür aber verschwindet Wasser irgendwo in der Pipeline. Das Wasserwerk hat ausgerechnet, dass Wasserverluste von 6 bis 8 Kubikmeter im gesamten Netz – umgelegt auf eine Stunde – auftreten. Rechnet man die 18 vorhandenen Messpunkte ein, so ergibt sich pro Messpunkt ein stündlicher Wasserverlust von 0,3 bis 0,4 Kubikmeter. „Das ist die Menge, die uns dann im Jahr verloren geht.“

Zwei Drittel der Wasserleitungen in Bad Laasphe sind über 40 Jahre alt

Warum das so ist, das dürfte an den besagten Lecks in der Leitung liegen, die mit den Jahren auftreten. „Zwei Drittel der Leitungen sind abgeschrieben, also über 40 Jahre alt“, verriet Sandro Dietrich im SZ-Gespräch. Nun ist das Problem erkannt, allein die Lösung fehlte bislang. Denn während große Rohrbrüche recht schnell erkannt werden, sieht es bei den kleineren Lecks schon anders aus. Wie war am Mittwoch im Betriebsausschuss zu hören: Da soll sich ein Bewohner ob der sommerlichen Trockenheit gewundert haben, dass sein Garten der einzig grüne im ganzen Umkreis sei – wo Dinge wachsen würden, die andernorts vertrocknet seien.
Hier schaute dann das Wasserwerk nach und entdeckte ein solches Leck in der Leitung. Seit April dieses Jahres hat der Eigenbetrieb Wasserwerk wohl die richtige Maßnahme ergriffen und zwei Arbeiter eingestellt, die fortan in einer Reparaturkolonne durch die Straßen ziehen. Nachdem CDU-Ausschussmitglied Thomas Kreutter nachgefragt hatte, wie sich denn die neuen Männer bisher bewährt hätten, wusste Sandro Dietrich gleich zu antworten: „Die Jungs haben sich schon bezahlt gemacht.“

"Sonderweg" macht sich bezahlt

Das Wasserwerk sei ja in der Hinsicht mit der Einstellung zweier Leute einen „Sonderweg“ gegangen, der sich aber lohne. Warum, das belegte Sandro Dietrich anhand der Zahlen. 190.000 Euro seien jährlich für Reparaturen am Leitungsnetz ausgegeben worden. Aktuell, mit Stand November, seien es nur noch 66.000 Euro, wobei im Dezember nicht mehr viel dazukommen dürfte. 440 Meter Leitung hätten die beiden neuen Männer in diesem Jahr gelegt. Bei einer Fremdvergabe hätte man mit 250 bis 350 Euro pro Meter rechnen müssen. So sind es mit der hauseigenen Kolonne „nur“ rund 150 Euro pro Meter gewesen. „Die Männer sind eine Investition in die Zukunft“, so Sandro Dietrich. Es zeichne sich bereits jetzt ab, dass das Einsparpotenzial durch die Reparaturkolonne hoch sei. Zum einen spare man bei der Reparatur, zum anderen im investiven Bereich.
Daraus folgt auch, weniger Kredite aufnehmen und somit weniger Abschreibungen vornehmen zu müssen. Aktuell wird die Reparaturkolonne von einem Mitarbeiter der „Rohrleute“ unterstützt. „Vielleicht können wir das ja irgendwann mal aufstocken“, hofft Sandro Dietrich. Dieses Jahr solle aber ein „reines Lehrjahr“ sein. Ein erfolgreiches für das Bad Laaspher Wasserwerk, wie sich trotz der andauernden Pandemie herausstellt.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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