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Fahrradfahrer sollen B62 meiden
Alternativer Radweg durch Bad Laasphe

Der Mobilitätsvordenker Otto Wunderlich radelte am Mittwochmorgen vorneweg, als die SPD einen alternativen Radweg durch die Bad Laaspher Innenstadt aufzeigen wollte. Der führt durch die Altstadt und Wohngebiete und verläuft abseits der B62.
  • Der Mobilitätsvordenker Otto Wunderlich radelte am Mittwochmorgen vorneweg, als die SPD einen alternativen Radweg durch die Bad Laaspher Innenstadt aufzeigen wollte. Der führt durch die Altstadt und Wohngebiete und verläuft abseits der B62.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

bw Bad Laasphe. Um das Thema Radwege und alternative Mobilität kommt in diesem Jahr im Wahlkampf für den Kreistag sowie für Stadt- und Gemeinderäte niemand herum. Landrat Andreas Müller erinnerte sich am Mittwochvormittag in Bad Laasphe daran, dass 2014 vor der bislang letzten Wahl zum Kreistag keine Partei das Thema Radwege groß auf dem Schirm gehabt habe. Damals sei Siegen-Wittgenstein allerdings auch in Nordrhein-Westfalen das Schlusslicht gewesen, was die Quote der Fahrradnutzung betrifft. Kurzum: Das Radfahren hatte seinerzeit noch nicht den großen Stellenwert – und die Radfahrer hatten vielleicht auch nicht die ganz große Lobby.
Viele E-Bike-Fahrer in Siegen-Wittgenstein
Das hat sich geändert: Heute sei Siegen-Wittgenstein landesweit weit vorne dabei bei der E-Bike-Nutzung.

bw Bad Laasphe. Um das Thema Radwege und alternative Mobilität kommt in diesem Jahr im Wahlkampf für den Kreistag sowie für Stadt- und Gemeinderäte niemand herum. Landrat Andreas Müller erinnerte sich am Mittwochvormittag in Bad Laasphe daran, dass 2014 vor der bislang letzten Wahl zum Kreistag keine Partei das Thema Radwege groß auf dem Schirm gehabt habe. Damals sei Siegen-Wittgenstein allerdings auch in Nordrhein-Westfalen das Schlusslicht gewesen, was die Quote der Fahrradnutzung betrifft. Kurzum: Das Radfahren hatte seinerzeit noch nicht den großen Stellenwert – und die Radfahrer hatten vielleicht auch nicht die ganz große Lobby.

Viele E-Bike-Fahrer in Siegen-Wittgenstein

Das hat sich geändert: Heute sei Siegen-Wittgenstein landesweit weit vorne dabei bei der E-Bike-Nutzung. „Das erklärt auch, woher die Dynamik derzeit kommt“, sagte der Landrat. Der Kreis hat sich mit den elf Kommunen bekanntlich auf den Weg gemacht, ein kreisweites Radwegekonzept zu erstellen, mit dem eine Erschließung zwischen den Kommunen über Radwege hergestellt werden soll. Ziel seien alltagstaugliche Radwege – eher weniger die touristischen Verbindungen. Mehr als 1000 Bürger hätten ihre Ideen eingebracht, die nun eingearbeitet würden in das Konzept, das der Kreistag bis zum Jahresende beschließen könnte, um dann für 2021 erste Mittel für den Bau von Radwegen in den Kreishaushalt einplanen zu können.

In Bad Laasphe ist nur die Fahrt über die B62 ausgeschildert

In das Konzept einfließen soll nun auch die alternative Variante, die die SPD nach Anregungen aus der Bürgerschaft für den Weg durch die Laaspher Innenstadt ausgeklügelt hat. Auf dieser Route müsste gar nichts gebaut werden – nur ausgeschildert müsste sie werden. Sie führt über die Königstraße durch die Altstadt, wo etwa Radtouristen gerne künftig in der Gastronomie einkehren sollen. Danach geht es über die Wasserstraße, rechts ab auf die Bergstraße und noch einmal rechts auf die Steinackerstraße. Weiter führt die Route danach über die Kurstraße, an der Grundschule vorbei, auf den Puderbacher Weg, den Hubertusweg, die Ostpreußenstraße und den Hirtsgrunder Weg. Über die Schlesische Straße und die Straße „In der Grube“ geht es bis zur Landesstraße 903, anschließend in den Kreisel am Bachweg und ins Industriegebiet, von wo aus der Radweg am Planetenlehrpfad vorbeiführt bis zur Amalienhütte in Niederlaasphe.
Bislang ist gerade für Radtouristen, die nicht ortskundig sind, nur die Fahrt über die B62 ausgeschildert. Ziel eines Radwegekonzepts für Bad Laasphe, das die SPD gemeinsam mit den anderen Ratsfraktionen erarbeiten möchte, ist natürlich, Radfahrern die B62 weitgehend zu ersparen. Vor der Kernstadt solle künftig ein Schild auf die verschiedenen Varianten aufmerksam machen, meinte SPD-Stadtverbandsvorsitzender Samir Schneider. Hier könnten Radfahrer dann entscheiden, welcher Weg für sie der richtige ist: etwa der durch die Altstadt, wo sie auch mal Halt machen könnten; oder ein Wald- und Hügelweg am Schützenplatz vorbei; oder der schon seit 2013 beschlossene Radweg hinterm Hombach, für den jedoch ein Brückenbauwerk über die Lahn notwendig wäre. „Der eine Weg soll den anderen nicht ausschließen“, betonte Samir Schneider. Und letztlich ist ein weiteres Anliegen, die B62 für Radfahrer sicherer zu machen. Für die Kernstadt sprach Otto Wunderlich von der Auszeichnung eines Radfahrerstreifens. In Niederlaasphe habe er die Anregung bekommen, die B62 auch durch solche Streifen schmaler zu machen – dann würden die motorisierten Fahrzeuge auch nicht mehr ganz so schnell fahren.

Mobilitätsstationen an Bahnhöfen

Neben Otto Wunderlich fuhr Dr. Torsten Spillmann bei der Radtour des SPD-Stadtverbands an der Spitze. Die Genossen hatten dazu eingeladen, die Route parallel zur Bundesstraße einmal zu testen. Der Laaspher Bürgermeister verwies darauf, dass nicht nur der Kreis in Sachen Radwegekonzept tätig sei, sondern auch der Zweckverband Region Wittgenstein. Dessen Ziel sei, auch Verbindungen für Radfahrer zwischen den Ortsteilen zu schaffen. „Wir satteln auf das Konzept des Kreises also noch einen drauf“, meinte der Laaspher Rathaus-Chef. Außerdem sei für Wittgenstein und das benachbarte Sauerland eine E-Bike-Studie in Arbeit.
Dass zu einer veränderten Mobilität zukünftig mehr gehören muss als Radwege, wurde am Mittwoch deutlich. Der Feudinger Armin Joenke fand, dass die Menschen nur auf das eigene Auto verzichten würden, wenn der Öffentliche Personen-Nahverkehr auch die Randzeiten abdeckt. Da sei noch Verbesserungspotenzial. Geplant ist ja, Mobilitätsstationen an Bahnhöfen zu errichten. Hier könnten dann Berufstätige etwa aus dem Zug aus- und auf ein E-Bike aufsteigen, um weiter zur Arbeit zu fahren.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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