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Windkraft in Sohl
Andere Projekte haben Priorität

Stillstand herrscht an den Fundamentgräben von Juwi nahe Sohl und Bernshausen – hinter den Kulissen genießen beim Unternehmen derzeit andere Projekte eine höhere Priorität als der Windpark Bad Laasphe.
  • Stillstand herrscht an den Fundamentgräben von Juwi nahe Sohl und Bernshausen – hinter den Kulissen genießen beim Unternehmen derzeit andere Projekte eine höhere Priorität als der Windpark Bad Laasphe.
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bw Sohl. Im Jahr 2011 machte die Projektfirma Juwi ihr Vorhaben öffentlich, einen kleinen Windpark in der Nähe von Bernshausen, Sohl und Heiligenborn zu errichten. Der ursprüngliche Plan, dass bis Ende 2013 das erste von damals zehn geplanten Windrädern ans Netz gehen sollte, ging allerdings nicht auf. Der Kreis als Genehmigungsbehörde forderte damals weitere artenschutzrechtliche Prüfungen wegen Populationen von Schwarzstorch, Wildkatze und verschiedener Fledermausarten. Außerdem wuchs der Widerstand in den umliegenden Ortschaften – vor allem auf dem Sohl. Die Konsequenz: Juwi verzichtete im Januar 2014 auf zwei der Anlagen, deren Standorte relativ nah an der Wohnbebauung gelegen hätten, sie wären in einer Entfernung von nur 550 und rund 620 Meter vom Sohl gebaut worden.

bw Sohl. Im Jahr 2011 machte die Projektfirma Juwi ihr Vorhaben öffentlich, einen kleinen Windpark in der Nähe von Bernshausen, Sohl und Heiligenborn zu errichten. Der ursprüngliche Plan, dass bis Ende 2013 das erste von damals zehn geplanten Windrädern ans Netz gehen sollte, ging allerdings nicht auf. Der Kreis als Genehmigungsbehörde forderte damals weitere artenschutzrechtliche Prüfungen wegen Populationen von Schwarzstorch, Wildkatze und verschiedener Fledermausarten. Außerdem wuchs der Widerstand in den umliegenden Ortschaften – vor allem auf dem Sohl. Die Konsequenz: Juwi verzichtete im Januar 2014 auf zwei der Anlagen, deren Standorte relativ nah an der Wohnbebauung gelegen hätten, sie wären in einer Entfernung von nur 550 und rund 620 Meter vom Sohl gebaut worden.

Wenige Wochen später stand ein weiteres Windrad auf der Kippe, das nahe der Ilsequelle gebaut werden sollte. Der damalige Landrat Paul Breuer sprach von einem „schützenswerten Gut“. Tatsächlich wurde ein weiteres Windrad gestrichen – so blieben sieben Standorte im Februar 2014 übrig. Die Genehmigung für die Windkraft- Anlagen erhielt Juwi schließlich im März 2014. Neues Ziel: Im Spätsommer sollten die ersten Türme stehen, noch im Herbst 2014 sollte der Windpark ans Netz gehen. Tatsächlich starteten im Frühjahr 2014 die Erschließungsarbeiten, im Sommer wurden die Fundamente der Anlagen vorbereitet. Dann platzte die erste Bombe: Der Kreis verhängte einen Baustopp, weil drei Einwendungen gegen die Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz vorlagen. Das sollte, wie sich bald herausstellte, jedoch nicht nur den Juwi-Zeitplan für 2014 durcheinander bringen. Vielmehr hat sich seitdem nicht mehr allzu viel an den Baustellen im Wald getan, obwohl der verhängte Baustopp im September 2014 wieder aufgehoben wurde.

Im Mai 2015 reichte die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt eine Klage gegen die Windräder ein. Das Ziel war eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Juwi verzichtete freiwillig auf weitere Arbeiten am Windpark. Am 30. September 2015 folgte die große Wende: Juwi kündigte ein neues Genehmigungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung sowie Beteiligung der Öffentlichkeit an. Das Unternehmen rechnete mit einer Genehmigung im Jahre 2016 und im Frühjahr 2017 sollte der Bau weitergehen. Im Januar 2018 fragte die Siegener Zeitung: „Was ist draus geworden?“

Juwi bekräftigte damals seine Absicht, den Windpark Bad Laasphe zu realisieren. Das Unternehmen halte an dem Standort weiterhin fest, hieß es. Anfang 2019 fragte unsere Zeitung erneut nach – und nach wie vor hatte das Unternehmen den erneuten Bauantrag für die sieben Windräder nicht gestellt. Juwi-Sprecher Felix Wächter betonte allerdings: „Nach wie vor halten wir diesen Standort für geeignet, um im Ausschreibungsverfahren einen Zuschlag zu erhalten – allerdings nur mit einem aktuelleren, effizienteren und leistungsstärkeren Anlagentyp.“ Juwi wollte 2019 die Unterlagen für die Baugenehmigung einreichen. „Weiterhin sprechen keine naturschutzfachlichen Gründe gegen diesen Standort“, sagte Felix Wächter im Januar. „Mit einem Baustart rechnen wir in den kommenden drei Jahren.“ Der Baustart hänge letztlich davon ab, wann das Projekt die Genehmigung erhalte, wann der Zuschlag der Bundesnetzagentur vorliegt und wann danach mit den vorbereitenden Maßnahmen begonnen werden könne, Und was ist draus geworden?

Nach wie vor hat Juwi die Baugenehmigung nicht beantragt und auch noch keine Unterlagen eingereicht. Das bestätigte Unternehmenssprecher Felix Wächter auf erneute Anfrage der SZ:

„Wir arbeiten weiter an der Umsetzung des Projektes.“

SZ: Können Sie uns vielleicht erläutern, weshalb sich das Ganze so extrem in die Länge zieht?

Felix Wächter: „Weil andere Projekte derzeit Priorität genießen.“

SZ: Mit anderen Worten – wenn dieses Projekt keine Priorität hat, liegt es mehr oder weniger auf Eis.

Felix Wächter: „Nein –   ganz und gar nicht. Es geht nur eben langsamer voran.“

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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