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Windräder im Banfetal
Antrag für sieben Anlagen kommt in der ersten Jahreshälfte

Die juwi AG aus Wörrstadt will in ihrem geplanten Windpark bei Fischelbach sieben Anlagen errichten. Drei davon sollen etwas kleinere sein – wegen des Radars in Erndtebrück.
  • Die juwi AG aus Wörrstadt will in ihrem geplanten Windpark bei Fischelbach sieben Anlagen errichten. Drei davon sollen etwas kleinere sein – wegen des Radars in Erndtebrück.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe Fischelbach. „Das Projekt Bad Laasphe ist nicht von einer eventuell neu beschlossenen Abstandsregelung (1000 Meter) betroffen.“ Damit stellt die juwi AG aus Wörrstadt noch einmal klar, dass sie an ihrem Vorhaben festhält, einen Windpark zwischen der Siedlung Sohl und Fischelbach zu errichten. Zuletzt ruhte nicht nur die Bautätigkeit, auch des Eindrucks konnte man sich nicht erwehren, dass sich am zweiten Windpark im Banfetal – nach dem der Wittgenstein New Energy von Prinz Wittgenstein (siehe nebenstehenden Extra-Kasten) – wohl nichts mehr tut.
juwi plant mit sieben Windrädern im Banfetal
Von wegen: „Wir haben die Planung im vergangenen Jahr weiter vorantreiben und konkretisieren können“, erläuterte juwi-Pressesprecher Felix Wächter auf Anfrage der Siegener Zeitung.

howe Fischelbach. „Das Projekt Bad Laasphe ist nicht von einer eventuell neu beschlossenen Abstandsregelung (1000 Meter) betroffen.“ Damit stellt die juwi AG aus Wörrstadt noch einmal klar, dass sie an ihrem Vorhaben festhält, einen Windpark zwischen der Siedlung Sohl und Fischelbach zu errichten. Zuletzt ruhte nicht nur die Bautätigkeit, auch des Eindrucks konnte man sich nicht erwehren, dass sich am zweiten Windpark im Banfetal – nach dem der Wittgenstein New Energy von Prinz Wittgenstein (siehe nebenstehenden Extra-Kasten) – wohl nichts mehr tut.

juwi plant mit sieben Windrädern im Banfetal

Von wegen: „Wir haben die Planung im vergangenen Jahr weiter vorantreiben und konkretisieren können“, erläuterte juwi-Pressesprecher Felix Wächter auf Anfrage der Siegener Zeitung. Die Vorbereitung des Antrags nach Bundesimmissionsschutzgesetz sei „weit fortgeschritten“, sodass das Unternehmen in der ersten Jahreshälfte die Neuplanung für sieben Windenergie-Anlagen (WEA) beim Kreis-Siegen-Wittgenstein einreichen werde. Der hatte dieser Tage gegenüber der SZ bestätigt, dass juwi bislang antragstechnisch noch nichts unternommen habe. Juwi verriet der Redaktion jetzt sogar Einzelheiten zum Vorhaben: „Konkret planen wir mit vier Anlagen vom Typ Vestas V-150 und drei Anlagen vom Typ V-136, ebenfalls Vestas.“

Auf das Radar der Bundeswehr Erndtebrück muss Rücksicht genommen werden

Die unterschiedlichen Anlagentypen gingen zurück auf die zu berücksichtigenden Einschränkungen durch das Radar am Luftwaffenstandort der Bundeswehr in Erndtebrück. Nach Antragseinreichung durchlaufe juwi das sogenannte förmliche Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung. Im Anschluss an die erteilte Genehmigung gehe das Projekt in das Ausschreibungsverfahren für Windenergie an Land der Bundesnetzagentur (BNetzA) zur wettbewerblichen Ermittlung des Einspeisetarifs. Felix Wächter erneuerte noch einmal die Position der juwi AG zu den restriktiven Abstandsregelungen der Landesregierung.

Unternehmen kritisiert Windpark-Abstandsregelungen

Stichwort 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung, vielleicht sogar zur nächsten Siedlung: „Pauschale Abstandsregeln führen nicht zu mehr Akzeptanz.“ Viele Studien würden belegen, dass es einen solchen Zusammenhang nicht gebe. Das habe auch das Oberverwaltungsgericht Münster im Urteil zur Unwirksamkeit der 97. Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Brilon (Aktenzeichen 2 D 100/17.NE) erst kürzlich klargestellt.
Felix Wächter: „Und dennoch argumentiert die Landesregierung mit Akzeptanz. Dabei bleibt sie jeden Beweis schuldig, dass größere Abstände zu mehr Akzeptanz führen. Zudem wird die Abstandsregel, wenn sie denn so verabschiedet wird, dazu führen, dass die Klimaschutzziele nicht eingehalten werden und der Ausbau der Windenergie in NRW massiv eingeschränkt werden würde.“

Antrag abgelehnt Jubel dürfte dieser Tage im Hause Wittgenstein aufgebrandet sein, als Ludwig Ferdinand Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg die Post in Augenschein genommen hat. Da teilte nämlich das Regierungspräsidium Gießen mit, dass der Eilantrag der Gemeinde Breidenbach abgelehnt wurde. Die Nachbarn aus Hessen hatten den Bau des einzelnen Windrades der Boxbach Energy, eine Tochter der Wittgenstein New Energy von Prinz Wittgenstein, verhindern wollen. Ein positiv beschiedener Eilantrag hätte die Bauarbeiten in der Nähe der Ortschaft Wiesenbach gestoppt. So hat die Boxbach Energy nun endgültig freie Bahn. Nach SZ-Informationen liefen am Dienstag wieder die Bagger, um das Gelände zu modellieren. Auch das Gatter soll instand gesetzt werden. Auf Anfrage wollte sich die Boxbach Energy zu der Ablehnung des Eilantrags noch nicht äußern. „Wir sind in Vorbereitung einer Stellungnahme, die noch ausgearbeitet werden muss“, betonte Projektleiter Cliff Reppel. Position bezog dagegen Breidenbachs Bürgermeister Christoph Felkl, der die Möglichkeit des Beschwerdeverfahrens vor dem Verwaltungsgericht Kassel in Erwägung zieht. „Nur Verlierer geben auf“, so der Verwaltungschef. Dass Breidenbach nun nicht nur die Verfahrenskosten der Gemeinde selbst, sondern auch die der Boxbach Energy tragen muss, bestätigte Christoph Felkl. „Wir hatten ein Prozessrisiko, das war allen bewusst. Und dann kostet das auch Geld.“ Und angesprochen auf das Angebot von Prinz Wittgenstein, der im Rahmen eines Vergleichs insgesamt rund 300 000 Euro für die anliegenden Hinterland-Dörfer bezahlt hätte - Geld das man nun nicht bekommt, sondern bezahlen muss: „Das war eine Abwägung.“ Der Kompromiss hätte ja auch vorgesehen, dass man nicht täglich mit neuen Anträgen zu kämpfen habe.
Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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