SZ

Gefährliche Ecke bei Kuhlis
Anwohner kämpft seit Jahren für Warnbaken

Zu wenig Platz für Kinderwagen, wie der Landesbetrieb behauptet? Manfred Kuhli hat das mal mit den weißen Pfählchen angezeigt: Würden hier Barken installiert, würde der Verkehr von oben gewarnt und die Fußgänger hätten mehr Sicherheit.
3Bilder
  • Zu wenig Platz für Kinderwagen, wie der Landesbetrieb behauptet? Manfred Kuhli hat das mal mit den weißen Pfählchen angezeigt: Würden hier Barken installiert, würde der Verkehr von oben gewarnt und die Fußgänger hätten mehr Sicherheit.
  • Foto: howe
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

howe Feudingen. Manfred Kuhli kämpft weiter. „Solange, bis die endlich einlenken“, sagt der Feudinger. Seit Jahren streitet er mit den Behörden wegen der Ecke an seinem Haus. Das Grundstück liegt ganz nah an der Landesstraße 632. Das ist jene Trasse, die seit Jahren immer für Schlagzeilen gesorgt hat. Entweder sind 40 Tonnen schwere Lkw vor Jahren oben vom Hainberg hinunter gerauscht und zuweilen im Schaufenster der Metzgerei Haas gelandet. Oder – wie in der jüngsten Zeit – der Landesbetrieb Straßenbau hat eine Baumaßnahme durchgeführt, die bei Manfred Kuhli mehr als Kopfschütteln auslöst.
"Fußgänger Vorsicht, Lebensgefahr"Schilder hat der Senior an sein Fenster gehängt: „Hier hat der Landesbetrieb Straßen NRW geplant! Fußgänger Vorsicht, Lebensgefahr!

howe Feudingen. Manfred Kuhli kämpft weiter. „Solange, bis die endlich einlenken“, sagt der Feudinger. Seit Jahren streitet er mit den Behörden wegen der Ecke an seinem Haus. Das Grundstück liegt ganz nah an der Landesstraße 632. Das ist jene Trasse, die seit Jahren immer für Schlagzeilen gesorgt hat. Entweder sind 40 Tonnen schwere Lkw vor Jahren oben vom Hainberg hinunter gerauscht und zuweilen im Schaufenster der Metzgerei Haas gelandet. Oder – wie in der jüngsten Zeit – der Landesbetrieb Straßenbau hat eine Baumaßnahme durchgeführt, die bei Manfred Kuhli mehr als Kopfschütteln auslöst.

"Fußgänger Vorsicht, Lebensgefahr"

Schilder hat der Senior an sein Fenster gehängt: „Hier hat der Landesbetrieb Straßen NRW geplant! Fußgänger Vorsicht, Lebensgefahr!“ steht da in großen schwarzen Lettern auf weiß-rotem Grund geschrieben. Manfred Kuhli hat sich mächtig geärgert über die „Herrschaften“. Nicht nur, weil die „in ihrer Arroganz“ die Kurve am Hainberg völlig unzureichend und fehlerhaft „ertüchtigt“ haben, sondern weil sie dabei überhaupt nicht auf den Rat der Anwohner gehört haben. Heute, sagt Manfred Kuhli, sehe man immer noch die Senke an der Zufahrt zur Ley, die seinerzeit erneuert werden musste. Und die Übergangs-Markierungen für die Fußgänger seien falsch platziert – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Wenig Platz für Fußgänger

Eines weiß Manfred Kuhli auch, schließlich kann er aus dem großen Fenster seines Büros den Kurvenbereich des Hainbergs täglich genau beobachten: „Der Abriss von Kammersch Haus hat gar nichts gebracht. Jetzt kann man die Straße besser einsehen, und es wird schneller gefahren.“ Das ist übrigens nicht einmal die Sache, die Manfred Kuhli aktuell bewegt. Vielmehr geht es um das kleine Stück Bürgersteig an der Ecke Gasse/Zum Hainberg. Das Haus von Manfred Kuhli – es steht dort, da dachte noch niemand an eine L 632 – liegt recht nah an der Straße. Für Fußgänger bleibt hier gerade einmal eine gute Breite von einem Kinderwagen, dass man dort herlaufen kann. Manfred Kuhli hat die Gefahr seit vielen Jahren erkannt, weil er eben oft in seinem Büro sitzt und die Szenerie am Fuße der Auffahrt hoch zum Hainberg beobachten kann. Immer noch brummen dort 40-Tonner hinunter. Im Kurvenbereich ist trotz der Neubaumaßnahme Ende im Gelände. Denn begegnen sich Lkw oder Busse, kommen die trotz des Haus-Abrisses nicht aneinander vorbei.

Lkw nutzen Gehweg mit

Die Folge davon – und jetzt tangiert das Manfred Kuhli: Die von oben kommenden, schweren Fahrzeuge holen weit aus, um den Begegnungsverkehr passieren zu lassen. Gleichzeitig müssen die von oben hinunterfahrenden Lkw aber einen derart großen Radius fahren, dass sie ganz eng am Haus auf das schmale Bürgersteig-Stück ausweichen müssen. Unterstützung erhalten die großen Fahrzeuge seit Beendigung der Baumaßnahme. Denn die Planer haben die Gehwege beidseitig abgesenkt und das Hochbord durch ein Tiefbord ersetzt.
„Die Absenkung der Gehwege ist eine Einladung an alle Lkw-Fahrer, den Gehweg nunmehr als Fahrweg zu benutzen“, erläutert Manfred Kuhli und führt weiter aus: „Ich habe das schon gesehen. Wenn hier Kindergartenkinder, die Schüler morgens oder Mütter mit Kinderwagen herlaufen, halte ich die Luft an. Ein Wunder, dass noch nichts passiert ist“, findet Manfred Kuhli. Er könne sich nur wundern, dass dreimal eine Verkehrsschau stattfand. „Da hat nicht einer gesagt, wir müssen die Fußgänger schützen.“

Flatterband gespannt

Manfred Kuhli hat unlängst selbst Hand angelegt. Aus der Landwirtschaft sind die dünnen, weißen Plastikstangen bekannt, die den Hühnerzaun befestigen. Da hat der Feudinger drei von genommen, ins Pflaster gesteckt und ein Flatterband dran gespannt. Einerseits sehen jetzt die Fahrzeuge von oben den Hinweis auf den schmalen Bürgersteig, andererseits sind die Fußgänger dort „sichtbar abgesichert“. Die ganze Geschichte hat allerdings weder Hand noch Fuß, weil sie lediglich ein Provisorium darstellt.
Deshalb führt Manfred Kuhli seit über anderthalb Jahren erneut Schriftwechsel mit der Stadt Bad Laasphe und dem Landesbetrieb Straßen NRW. Darin schlägt der Feudinger vor, schmale, metallene Warnbaken einzurichten, die nah an der Straße auf dem Bürgersteig angebracht und mit einer rot-weißen Kette verbunden werden. „Damit würde man der Sicherheit der Fußgänger sichtbar Achtung verschaffen.“ Der Landesbetrieb lehnt den Vorschlag von Manfred Kuhli strikt ab.

Warnbaken scheiden an der Stelle aus sz Feudingen. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW beantwortete unlängst die Fragen von Manfred Kuhli ausführlich, nachdem dieser die Behörde mehrfach in seinen Schreiben darum gebeten hatte. Hier nun die Ausführungen des Landesbetriebs: „Die Planung hat grundsätzlich eine Barrierefreiheit vorgesehen, bei der seh- und gehbehinderte Menschen Berücksichtigung finden. Dafür wurden im Bereich der Fahrbahnquerungen Leitelemente eingebaut, welche sich mit Blindenstock ertasten lassen und gleichzeitig richtungsgebend sind. Um Rollstuhlfahrern und Nutzern von Rollatoren die Überfahrt von oder auf den Gehweg zu erleichtern, wurden sogenannte Nullabsenkungen vorgesehen. Der barrierefreie Ausbau ist seit Jahren bei innerörtlichen Baumaßnahmen Stand der Technik und aufgrund des demografischen Wandels vorrangig anzuwenden. An der von ihnen angesprochenen Stelle des Gehwegs scheidet die Anbringungen der gewünschten Warnbaken aus, da die Breite zwischen diesen und der Hauswand nicht mehr ausreicht, um mit einem Kinderwagen oder Rollstuhl den Gehweg zu befahren. Eine Verbindung der Warnbaken mit einer Kette wäre noch zusätzlich hinderlich. Natürlich wäre eine solche, auch optische Barriere für den Fahrzeugführer ein Hinweis, mehr Abstand zum Gehweg zu halten, jedoch gleichzeitig eine Einschränkung für Kinderwagen und gehbehinderte Menschen, sodass die installierten Bordsteinabsenkungen ad absurdum geführt werden. Die Tiefborde zwischen den Fahrbahnquerungen durch Hochborde zu ersetzen, würde eher davon abhalten, den Gehweg mit Fahrzeugen beim Ausweichen zu überfahren. Hierin stimme ich ihnen zu. Im Gegenzug muss jedoch berücksichtigt werden, dass dies wiederum einen Quergefällewechsel verursachen würde, der sich aufgrund der kurzen Distanz der Höhenveränderung zwischen Nullabsenkung und Hochbord nachteilig auswirken würde. Hier reichen die Platzverhältnisse einfach nicht aus, weshalb planerisch wie bauseits darauf verzichtet wurde.“
Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Spar-Abo der Siegener Zeitung
Schnell abonnieren und bares Geld sparen!

Das Abonnement der Siegener Zeitung ist der bequemste Weg, um jeden Morgen die wichtigsten Nachrichten aus Siegen, dem Siegerland, Wittgenstein, Altenkirchen und Olpe zu in kompakter Form zu lesen ‒ als gedruckte Zeitung direkt aus dem Briefkasten oder als digitale Version in Form eines E-Papers. Das E-Paper lesen Sie bequem am PC oder ganz mobil mit unserer App für Android und Apple. Schnell Abo buchen und bares Geld sparenSchnell sein lohnt sich jetzt, denn je früher Sie bestellen, desto mehr...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen