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Kritik an Windkraft-Planung
Auch Bad Laasphe wettert gegen den Regionalplan

Zwischen Banfe und Hesselbach ist in den vergangenen Jahren ein großer Windpark der „Wittgenstein New Energy“ entstanden. Geht es nach dem Regionalplan, sollen weitere Flächen im Stadtgebiet Windkraftbereiche werden.
  • Zwischen Banfe und Hesselbach ist in den vergangenen Jahren ein großer Windpark der „Wittgenstein New Energy“ entstanden. Geht es nach dem Regionalplan, sollen weitere Flächen im Stadtgebiet Windkraftbereiche werden.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe Bad Laasphe. Die Stadt Bad Laasphe wehrt sich in einer Stellungnahme gegen die Festsetzungen im Regionalplan zur Windkraft. „Eine Umsetzung des Entwurfes des Regionalplanes durch Ausweisung von Windvorranggebieten würde hier die kommunale Planungshoheit verletzen“, stellt Bürgermeister Dirk Terlinden fest. Der Brief nach Arnsberg ist am Mittwoch, 23. Juni (18 Uhr im Rathaus), Gegenstand der Beratungen im Umwelt-, Bau- und Denkmalausschuss.
Bad Laasphe will Regionalplan um Jahre aufschieben
Grundsätzlich regt die Stadt an, die Aufstellung des Regionalplanes um mindestens drei Jahre zu verschieben.

howe Bad Laasphe. Die Stadt Bad Laasphe wehrt sich in einer Stellungnahme gegen die Festsetzungen im Regionalplan zur Windkraft. „Eine Umsetzung des Entwurfes des Regionalplanes durch Ausweisung von Windvorranggebieten würde hier die kommunale Planungshoheit verletzen“, stellt Bürgermeister Dirk Terlinden fest. Der Brief nach Arnsberg ist am Mittwoch, 23. Juni (18 Uhr im Rathaus), Gegenstand der Beratungen im Umwelt-, Bau- und Denkmalausschuss.

Bad Laasphe will Regionalplan um Jahre aufschieben

Grundsätzlich regt die Stadt an, die Aufstellung des Regionalplanes um mindestens drei Jahre zu verschieben. Der Grund: Es soll erst abgewartet werden, „bis die Auswirkungen der epidemischen Lage auf die Wohn- und industrielle Entwicklung, den Wirtschaftszweig Tourismus sowie des Borkenkäferbefalls auf die Landschaft absehbar und belastbare Entwicklungstendenzen erkenn- und planbar für die Kommune sind.“ Was die seitens der Bezirksregierung festgelegten Windenergiebereiche anbetrifft, so macht die Stadt Bad Laasphe zahlreiche „qualitative Aspekte“ aus, die gegen den vorliegenden Regionalplan-Entwurf sprechen und einer Neubewertung bedürfen.

Kreuztal wehrt sich gegen Regionalplan

Im Ergebnis, so Bürgermeister Dirk Terlinden, habe das eine Anpassung, Veränderung oder Neuausrichtung des Regionalplanes zur Folge. Bei der Windkraft greifen die Festlegungen im Regionalplan stark in die Planungshoheit der Gemeinden ein. Für Bad Laasphe zeigt sich deutlich, dass der Regionalplan regelrecht überstülpt und die bisherigen Planungen der Stadt ignoriert werden. Mehr noch: Im Stadtgebiet von Bad Laasphe seien bereits Windenergieanlagen errichtet worden, die Genehmigung für die Errichtung weiterer Anlagen sei erteilt worden, so Dirk Terlinden. „Diese bereits bestehenden Windenergiebereiche wurden bei den Planungen zum Regionalplan nicht berücksichtigt.“

Regionalplan mit fachlichen Mängeln und Ortsunkenntnis

Der Windpark Banfetal mit elf Anlagen zwischen Banfe und Hesselbach findet ebenso wenig Berücksichtigung wie das laufende Verfahren der Juwi AG bei Fischelbach, wo ebenfalls ein Windpark entstehen soll. Offensichtlich lässt der Regionalplan auch die Vorgehensweise einer Konzentrationszonen-Bildung außer Acht. Dirk Terlinden weist hier nochmals darauf hin, dass die städtischen Planungen eben auf dieses Prinzip basieren: die räumliche Planung von Konzentrationszonen führe zu einer Bündelung der Anlagen, damit sich diese nicht kleinräumig auf viele unterschiedliche Standorte im Landschaftsraum verteilen. Dieser sogenannten „Verspargelung“ werde entgegengewirkt, wenn die Konzentrationszonen groß genug seien, um mehrere Windenergieanlagen aufzunehmen. Der Regionalplan weist auch deutliche fachliche Mängel und eindeutige Ortsunkenntnis auf: Unter anderem plant die Bezirksregierung im Biotopverbund „Peripherer Laaspher Forst“, der als Schutzziel den Erhalt des großflächigen Waldkomplexes hat.

Der Regionalplan sorgt für reichlich Ärger

In einem anderen im Regionalplan festgelegten Windenergiebereich spricht eindeutig die starke Hanglage gegen die Errichtung von Anlagen. Überdies wird hier der herausragende Biotopverbund „Kulturlandschaftskomplex Puderbachtal“ tangiert. Ein weiterer Bereich wurde bereits von der Bezirksregierung selbst für die Windkraft ausgeschlossen, weil hier eine Elektro-Freileitung durchführt. Berücksichtigung im Regionalplan findet dieser Umstand jetzt aber nicht.

Wie der aktuelle Stand der Dinge in Sachen Flächennutzungsplanänderung in Bad Laasphe ist, erfährt die Öffentlichkeit auch: Insgesamt werde voraussichtlich eine Fläche mit einer Gesamtgröße von ca. 744,0 Hektar zur Ausweisung empfohlen. Dies entspreche etwa 5,4 Prozent des Stadtgebietes (13578,3 Hektar), ca. 10,1 Prozent des „planerisch zur Verfügung stehenden Raumes“ und ca. 40,6 Prozent der nach Abzug der harten und weichen Tabuzonen verbleibenden Flächen größer als 20 Hektar. Insgesamt würden damit rund 196 Hektar mehr Vorrangzonen in dem in Aufstellung befindlichen Teilflächennutzungsplan „Windenergie“ vorgesehen als im Entwurf des Regionalplanes dargestellt.
„Allerdings ist es in Bad Laasphe Ziel, eine Verspargelung sowie Umzingelung des Stadtgebietes zu vermeiden, sodass letztlich die Flächen für Windenergie auf drei Vorrangzonen (Regionalplanentwurf: 8 Zonen) verteilt werden sollen.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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