Ausschuss weiß nun, was man machen könnte

jg Bad Laasphe. Als zuständiges Gremium nahm vorgestern Abend der Laaspher Umweltausschuss ein Klimaschutz-Teilkonzept zur Kenntnis, das Friedhelm Stappenbeck von der Hockenheimer Firma „K & L“ - Ingenieurgesellschaft für Energiewirtschaft - vorstellte.

Energetisch untersucht worden waren dafür 60 Einrichtungen und die gesamte Straßenbeleuchtungsanlage auf dem Stadtgebiet. Die Bandbreite reichte von der Hesselbacher Friedhofshalle über die Feudinger Volkshalle und die Asylanten-Wohnmobilheime in der Stockwiese bis zum Puderbacher Dorfgemeinschaftshaus. Verbraucht werden hier im Jahr 7,8 Mill. Kilowattstunden, die über die Hälfte durch Gas gedeckt werden. Heizöl und Fernwärme sind als weitere Energieträger einander ähnlich vertreten, Heizstrom spielt eine deutlich untergeordnete Rolle. Inklusive Mehrwertsteuer kostet das die Stadt im Jahr knapp 850 000 Euro. Kurzfristig könnte Bad Laasphe durch eine einmalige Investition von 200 000 Euro jährlich 66 000 Euro einsparen und den Kohlendioxid-Ausstoß um 191 Tonnen im Jahr senken. Mittelfristig könnten weitere 94 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, langfristig noch zusätzliche 825 Tonnen.

Parteiübergreifend fanden alle die Ausführungen interessant, parteiübergreifend aber auch das Bedauern, dass sich eine arme Kommune wie Bad Laasphe solch finanziell und ökologisch sinnvolle Investitionen nicht leisten kann. Tröstlich war dabei nur das zweifache Lob des Fachmanns für das Laaspher Rathaus. Große Einsparungsmöglichkeiten durch bessere Vereinbarungen mit den Energielieferanten seien kaum möglich, hier sei von den Laasphern schon gut gearbeitet worden. Einige als sinnvoll erachtete Maßnahmen aus dem „K & L“-Konzept seien zudem bereits im Konjunkturpaket-II-Rahmen umgesetzt worden. Und dass die Laaspher auf der Höhe der Zeit agieren, dass machte auch der Beigeordnete Dieter Kasper deutlich. Eine offenkundig sehr interessante und sehr effektive Photovoltaik-Folie haben die Laaspher auch schon wieder im Visier, die möglichwerwise bis zum Sommer auf zwei städtischen Dächern in der Kernstadt und in Feudingen verlegt werden soll. In jedem Fall hat man im Rathaus nun ein vom Bundesumweltministerium mit 80 Prozent gefördertes kommunales Klimaschutzkonzept, das die Laaspher abarbeiten können, wenn sie irgendwann doch mal Geld übrig haben.

Vorgestellt wurde dem Ausschuss durch Thomas Meiswinkel vom Ingenieurbüro Miß auch noch die ökologisch orientierte Entwicklung der Lahn von der Stelle, wo der Kalteborn in die Fluss fließt bis zur Mühle Achenbach in Niederlaasphe. Nachdem Renaturierungs-Überlegungen in Feudingen vor allem daran gescheitert waren, dass Anlieger dafür kein Land an die Stadt abtreten wollten, hatte man sich nun in der Kernstadt auf die Stellen festgelegt, die ohnehin im städtischen Besitz sind. Die größere Maßnahme war die in Niederlaasphe. Insgesamt überschlug Thomas Meiswinkel, dass die drei angedachten Maßnahmen mit Baukosten in Höhe von 120 000 Euro zu Buche schlagen würden, die jedoch zu 80 Prozent mit öffentlichen Mitteln gefördert würden. Insgesamt sah Thomas Meiswinkel zwar einen Zielkonflikt zwischen ökologischer Renaturierung und verbessertem Hochwasserschutz, dennoch wollte er beide Ziele nicht generell gegeneinander ausgespielt haben.

Schließlich ging es noch um den Grünen-Antrag, einen Schüler-Wettbewerb „Energeinsparungen in der Schule“ durch die Stadt ausschreiben zu lassen. Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, dass künftig die 1000 Euro, die die RWE den Laasphern als Klimaschutzpreis jährlich zur Verfügung stellt, für diesen Schüler- Wettbewerb genutzt werden. Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann regte an, dass die Fraktionen den Wettbewerb durch die Entsendung von kompetenten Jury-Mitgliedern unterstützen. Öffentlich beantwortete Dieter Kasper zudem noch eine im vergangenen Ausschuss gestellte Anfrage von Friedhelm Becker, wo die Laaspher ihre Energiesparlampen entsorgen können. Das ist nämlich möglich, wenn das Schadstoffmobil in der Kernstadt, Banfe oder in Feudingen steht. Die genaueren Daten sind auf dem Laaspher Abfuhrkalender vermerkt.

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