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AWo spielt nicht mit offenen Karten
Bad Laasphe: Investor für Fritz-Heinrich-Seniorenzentrum gefunden

Das einstige Bad Laaspher Fritz-Heinrich-Seniorenzentrum der AWo Westliches Westfalen steht inzwischen seit einigen Jahren weitgehend leer. Jetzt soll wohl ein Investor für das Objekt gefunden worden sein.
  • Das einstige Bad Laaspher Fritz-Heinrich-Seniorenzentrum der AWo Westliches Westfalen steht inzwischen seit einigen Jahren weitgehend leer. Jetzt soll wohl ein Investor für das Objekt gefunden worden sein.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe Bad Laasphe. Fritz Heinrich (1921 - 1959) wäre unglücklich, hätte er zu Lebzeiten gesehen, was die Arbeiterwohlfahrt Westliches Westfalen in Dortmund mit dem Seniorenzentrum anstellt, das seinen Namen trägt. Der Feudinger war eingefleischter Sozialdemokrat und Gewerkschafter, saß zuerst im Laaspher Rat, im Kreistag und zog 1953 sogar in den Bundestag. Damals hatte man sich was dabei gedacht, das Seniorenzentrum nach ihm zu benennen. So trat die AWo – wohlgemerkt Westliches Westfalen in Dortmund – nicht nur das inzwischen nahezu leerstehende und ungenutzte Gebäude mit Füßen. In die Kritik gerieten die Verantwortlichen in der Ruhrgebietsmetropole, als sie das seit über 40 Jahren etablierte Haus in 2017 schließen wollten.

howe Bad Laasphe. Fritz Heinrich (1921 - 1959) wäre unglücklich, hätte er zu Lebzeiten gesehen, was die Arbeiterwohlfahrt Westliches Westfalen in Dortmund mit dem Seniorenzentrum anstellt, das seinen Namen trägt. Der Feudinger war eingefleischter Sozialdemokrat und Gewerkschafter, saß zuerst im Laaspher Rat, im Kreistag und zog 1953 sogar in den Bundestag. Damals hatte man sich was dabei gedacht, das Seniorenzentrum nach ihm zu benennen. So trat die AWo – wohlgemerkt Westliches Westfalen in Dortmund – nicht nur das inzwischen nahezu leerstehende und ungenutzte Gebäude mit Füßen. In die Kritik gerieten die Verantwortlichen in der Ruhrgebietsmetropole, als sie das seit über 40 Jahren etablierte Haus in 2017 schließen wollten. 80 Mitarbeiter und Bewohner gingen damals auf die Straße, demonstrierten und machten ihrem Ärger Luft.

AWo kümmerte sich viele Jahre nicht um das Haus in Bad Laasphe

Der Vorwurf: Die AWo habe sich seit vielen Jahren nicht um das Haus gekümmert. Es entstehe der Eindruck, dass es – von langer Hand geplant – abgewickelt werden solle. Dabei spielten diejenigen, die dort arbeiten, keine Rolle. Um die Schließung des Hauses verträglich zu halten, wartete man in Dortmund mit der Nachricht auf, man suche auf jeden Fall in und um Bad Laasphe ein geeignetes Grundstück für eine neue Einrichtung. Ziel sei, ein neues, den modernen Anforderungen an die Pflege gerecht werdendes 80-Betten-Haus zu bauen. Mit der Stadt befinde man sich in Gesprächen, hieß es.

„Wir möchten definitiv einen besseren Standort als den bisherigen“, betonte die Pressesprecherin. Es dauerte nur einige Wochen, da machte die AWo Westliches Westfalen (WW) Nägel mit Köpfen. Aus Mitarbeiterkreisen erfuhr die SZ seinerzeit, dass „Dortmund“ mit dem damaligen Bad Laaspher Heimleiter über die Abwicklung des Hauses gesprochen habe. Den folgenden Auftritt der AWo-Geschäftsführung im Sozialausschuss empfanden Mitarbeiter und Bewohner als Frechheit. Bei der Kundgebung habe die AWo noch öffentlichkeitswirksam einen Neubau in Aussicht gestellt, jetzt wolle man nichts mehr davon wissen.

AWo findet Investor für Fritz-Heinrich-Seniorenzentrum

Zuletzt berichtete die Siegener Zeitung, dass die AWo die Absicht habe, einen Investor für die Liegenschaft zu finden, der sie kaufe und neue Wohnungen baut. Neun Mieter befanden sich vor drei Jahren in den Wohnungen des einstigen Seniorenzentrums, jetzt sind es noch zwei. Noch zu Dr. Spillmanns Bürgermeister-Zeiten hatte sich die SPD-Fraktion der Lahnstadt – ebenso wie Karl-Ludwig Völkel als Vorstandsvorsitzender des AWo-Kreisverbands Siegen-Wittgenstein/Olpe – bei den Herren in Dortmund für die Einrichtung stark gemacht, sogar ein Gespräch mit einem Interessenten aus dem Ruhrgebiet soll nach SZ-Informationen stattgefunden haben. Inzwischen, so erfuhr die Siegener Zeitung aus gut informierten Kreisen, soll die AWo Westliches Westfalen offenbar bei der Suche nach einem Investor endlich fündig geworden sein.

Im Herbst 2020 soll es nach SZ-Informationen Gespräche mit der AWo-Geschäftsführung gegeben haben – mit dem Ergebnis, dass ein Investor für das Objekt angeblich bereit steht, was wiederum der Öffentlichkeit aber noch vorenthalten werden soll. Dazu passt, dass AWo-Pressesprecherin Katrin Mormann, zuletzt gegenüber der SZ-Redaktion durchaus auskunftsbereit, nach sieben Tagen an die entsprechende Anfrage vom 15. März zum Stand der Dinge auf der Pfingstweide erinnert werden musste. Am 22. März lautete die kurze Antwort: „Ich bin noch dabei, Informationen zu sammeln und melde mich bei Ihnen auf jeden Fall im Laufe der Woche.“

Verwaltung Bad Laasphe liefert keine Fakten

Die „gesammelten Informationen“ erhielt die SZ dann am 25. März. Zitat aus der Pressestelle der AWo in Dortmund: „Nach Rücksprache mit den zuständigen Kollegen kann ich Ihnen leider nichts Konkretes mitteilen. Es finden weiterhin Gespräche mit interessierten Käufern statt. Wir bekommen auch regelmäßig Anfragen zu dem Objekt, planen selbst aber keine Nutzung mehr. Mehr gibt es im Moment nicht zu berichten.“ Zitat Ende.

Auch aus der Bad Laaspher Stadtverwaltung flossen zuletzt keine konkreten Fakten. „Wir sind guter Dinge, dass sich da etwas Positives entwickelt“, hieß es. Der Siegener Zeitung kam indes zu Ohren, dass ein Investor aus der Immobilienbranche mit Dependancen in Nordhessen und Ostwestfalen bereit stehen könnte, das Objekt zu erwerben.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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