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Rassistische Attacke auf Mitarbeiterin
Bäckerei reagiert: "Schäm dich dafür"

„Verkauf deine Backwaren in China!“ – schrieb ein Unbekannter.
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  • „Verkauf deine Backwaren in China!“ – schrieb ein Unbekannter.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Timo Karl (Redakteur)

howe Biedenkopf/Bad Laasphe/Bad Berleburg. In den 80er Jahren schon tummelten sich die Leute in der Bad Laaspher Bäckerei. Schäfers Backstuben sind eine Institution – eben nicht nur in der Hinterländer Heimat, sondern auch auf Wittgensteiner Terrain. Aktuell – das berichtete die Siegener Zeitung bereits mehrfach – wird am so genannten Nordknoten die erste Filiale im Bad Berleburger Raum errichtet. Wer genau hinschaut, der entdeckt am Bauzaun das sympathische Werbeschild mit einem Teil des Teams, das in Kürze natürlich erweitert werden soll. Vier Frauen und zwei Männer, die ihre Arme gegenseitig auf die Schultern legen und Teamstärke zeigen – sind abgebildet. Eine der Frauen, das ist nicht zu übersehen, hat eindeutig asiatische Wurzeln.

howe Biedenkopf/Bad Laasphe/Bad Berleburg. In den 80er Jahren schon tummelten sich die Leute in der Bad Laaspher Bäckerei. Schäfers Backstuben sind eine Institution – eben nicht nur in der Hinterländer Heimat, sondern auch auf Wittgensteiner Terrain. Aktuell – das berichtete die Siegener Zeitung bereits mehrfach – wird am so genannten Nordknoten die erste Filiale im Bad Berleburger Raum errichtet. Wer genau hinschaut, der entdeckt am Bauzaun das sympathische Werbeschild mit einem Teil des Teams, das in Kürze natürlich erweitert werden soll. Vier Frauen und zwei Männer, die ihre Arme gegenseitig auf die Schultern legen und Teamstärke zeigen – sind abgebildet. Eine der Frauen, das ist nicht zu übersehen, hat eindeutig asiatische Wurzeln. Die Abbildung ihrer Person auf einer DIN-A4 großen Rabattkarte des Unternehmens ist aktuell für rassistische Äußerungen eines Unbekannten missbraucht worden. Dagegen wehrt sich Schäfers Backstuben auf Facebook vehement. Stein des Anstoßes ist jene Rabattkarte unter dem Titel „Zehnfacher Sommergenuss aus deiner Lieblingsbackstube“. Im Aktionsraum vom 3. bis 30. August können die Kunden ihre Coupons abreißen und zehn Ermäßigungen auf Kuchen, Teilchen, Brötchen oder Kaffeespezialitäten erhalten. Nun hat ein Unbekannter das dort abgebildete Gesicht der Mitarbeiterin mit der Bemerkung quittiert: „Verkauf deine Backwaren in China! Was soll diese blöde Werbung?“ Die Rabattkarte mit den Sommer-Coupons und der Bemerkung versandte er anonym an Schäfers Backstuben. „Der Brief kam am Montag“, verrät Jan-Patrick Wallentin von der Marketing-Abteilung des Unternehmens im SZ-Gespräch. „Wir waren schockiert.“ Und dann sei besagtes Schriftstück durch drei Büros gewandert – bis die Entscheidung fiel, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. „Dass es jetzt so geworden ist und wir in der Bevölkerung fast zu 100 Prozent Zustimmung erhalten, das hätte ich nicht gedacht“, so Jan-Patrick Wallentin. Den Text für die sozialen Medien hat er selbst verfasst. „In unserer Schäfers-Backstuben-Familie arbeiten Kollegen aus rund 30 Nationen. Und das finden wir toll, darauf sind wir stolz“, sagt der Marketing-Mann. „Wie soll so ein Unternehmen auch überleben, wenn es diese Menschen nicht hat?“ Bei Schäfers Backstuben seien alle ein Team und offen für jeden, gleich welcher Nationalität. Man akzeptiere den jeweils anderen so, wie er sei. „Was wir allerdings absolut nicht akzeptieren, sind feige Kunden, die uns solche Briefe schicken. Schäm dich dafür und denke über dein Verhalten nach.“ Und wenn der Übeltäter immer noch meine, sein Verhalten sei richtig gewesen, dann habe man noch eine Empfehlung: „Kauf deine Backwaren bitte nicht mehr in unseren Filialen.“ Rechtes Gedankengut, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus habe bei Schäfers Backstuben keine Chance und keinen Raum. „Und dazu stehen wir zu 100 Prozent.“

„Verkauf deine Backwaren in China!“ – schrieb ein Unbekannter.
Schäfers Backstuben baut aktuell eine Filiale am Berleburger Nordknoten. Das Werbeplakat zeigt die junge Mitarbeiterin mit kambodschanischen Wurzeln.
Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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