SZ

Überraschender Auftritt der Verwaltung
Bauausschuss beschäftigt sich mit maroden Straßen

Der Obere Feldhain in Banfe liegt genauso wie alle anderen Straßen in Bad Laasphe auf Eis – wegen des Moratoriums. Ein Ausbau nach KAG, so die Verwaltung, würde sogar ohne Förderung keine immens hohen Kosten verursachen. Nur „flicken und fuddeln“ ist jedenfalls keine Lösung, hieß es.
  • Der Obere Feldhain in Banfe liegt genauso wie alle anderen Straßen in Bad Laasphe auf Eis – wegen des Moratoriums. Ein Ausbau nach KAG, so die Verwaltung, würde sogar ohne Förderung keine immens hohen Kosten verursachen. Nur „flicken und fuddeln“ ist jedenfalls keine Lösung, hieß es.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Praktikant Online

howe Bad Laasphe. „Kommt nix bei rum“ – hätte man im Vorfeld mutmaßen können. Doch am Ende sorgte die Verwaltung der Stadt Bad Laasphe am Donnerstagabend in der Sondersitzung des Umwelt-, Bau- und Denkmalausschusses für einen überraschenden Vortrag, der wesentlich zur Erhellung in Sachen „Straßenbau“ beitragen konnte.

„Die sehr ausführliche Präsentation hat uns zum Nachdenken angeregt“, lobte Sozialdemokrat Björn Strackbein. Dessen Fraktionschef Samir Schneider hatte zuletzt bekanntlich mehrfach die Verwaltung kritisiert, sie komme ihrem Arbeitsauftrag in der Frage des Straßenausbaus nicht nach. „Genau so einen Vortrag haben wir von der Verwaltung gefordert“, lobte Björn Strackbein den Referenten Andreas Krep vom Fachbereich Bauen und Wohnen.

howe Bad Laasphe. „Kommt nix bei rum“ – hätte man im Vorfeld mutmaßen können. Doch am Ende sorgte die Verwaltung der Stadt Bad Laasphe am Donnerstagabend in der Sondersitzung des Umwelt-, Bau- und Denkmalausschusses für einen überraschenden Vortrag, der wesentlich zur Erhellung in Sachen „Straßenbau“ beitragen konnte.

„Die sehr ausführliche Präsentation hat uns zum Nachdenken angeregt“, lobte Sozialdemokrat Björn Strackbein. Dessen Fraktionschef Samir Schneider hatte zuletzt bekanntlich mehrfach die Verwaltung kritisiert, sie komme ihrem Arbeitsauftrag in der Frage des Straßenausbaus nicht nach. „Genau so einen Vortrag haben wir von der Verwaltung gefordert“, lobte Björn Strackbein den Referenten Andreas Krep vom Fachbereich Bauen und Wohnen. Sebastian Stiller (CDU) forderte alle dazu auf, „die Werkzeuge der Verwaltung zu nutzen und umzusetzen, sonst haben wir den Werteverzehr.“ Der angesprochene Bürgerdialog sei ein guter Weg. Ausschussvorsitzender Günter Wagner (CDU) errechnete den „Werteverzehr“ des Vermögens „Verkehrsfläche“ anhand des bislang dreieinhalb Jahre andauernden Moratoriums: „Wenn Herr Krep im Schnitt pro Jahr von einem Wertverlust von 1,3 Millionen Euro ausgeht, haben wir seit dreieinhalb Jahren Moratorium schon 5 Millionen Euro verloren. Deshalb müssen wir irgendwann mal weiterkommen.“

Lobende Worte von Klaus Preis

Das „parteipolitische Geplänkel“ müsse jetzt endlich mal hinten anstehen. „Was die Verwaltung vorgetragen hat, hat mich überzeugt.“ Auch Klaus Preis (FDP), der stets dafür gekämpft hat, Straßen nicht immer im Vollausbau, sondern auch mal in einer bloßen Oberflächensanierung auszuführen, fand ebenfalls lobende Worte: „Es gibt keinen Widerspruch.“ Dennoch müsse auch die andere Seite der Medaille gesehen werden, und das seien die Bürger, die die Straßen bezahlen müssten. Dennoch: „Heute gab es viele neue Erkenntnisse für alle. Das ist für uns eine Entscheidungshilfe.“ Markus Schmidt (Die Fraktion) schlug sogar vor, das im Mai auslaufende Moratorium vielleicht sogar schon im Februar zu beenden – je nach weiterem Erkenntnisstand. Andreas Krep hatte zuvor in einem anderthalbstündigen Vortrag die Bad Laaspher Straßeninfrastruktur unter die Lupe genommen, Fakten geliefert, den gesetzlichen Vorgaben und Bestimmungen gegenübergestellt und Schlüsse gezogen.

17 Prozent der Straßen mangelhaft 

Nur so viel: 108 Kilometer Fahrbahnen und Gehwege hat Bad Laasphe, das sind 1187 Abschnitte. Dazu kommen 458 Kilometer Wirtschaftswege. Alle zusammen ergeben ein Infrastrukturvermögen von 20,8 Millionen Euro (Stand: 2019). In 2009 waren das noch 33,9 Millionen Euro. Hier hat ein Werteverzehr von 13 Millionen Euro stattgefunden. Bei der Betrachtung der Erhaltungszustände der einzelnen Straßen bediente sich Andreas Krep der Software X-Choice der Gesellschaft Ge-Komm. Die Zahl der Bad Laaspher Straßen der Schadensklasse „Mangelhaft“ stieg von 6 Prozent in 2008 auf 17 Prozent in 2021. In der Schadensklasse „Ausreichend“ sind es immer noch 30 Prozent. Andreas Krep: „Fast die Hälfte unserer Straßen ist marode.“ Bei den Wirtschaftswegen sieht es ähnlich aus: 65 Prozent der Wege sind in eher üblem Zustand. 55 Prozent der Straßen, so Andreas Krep, würden im Stile von „Flick und Fuddel“ repariert. Das seien rund 150.000 von verfügbaren 270.000 Euro Straßenunterhaltungsmitteln. „Zu viel.“ Und zu uneffektiv. Denn die Defizite im Ausbaustandard seien nur durch den Straßenausbau auszugleichen, nicht durch „Flick und Fuddel“, das vornehmlich dem Erhalt der Verkehrssicherheit diene.

Moratorium nicht nochmal verlängern

Eine durchaus spannende Rechnung machte Andreas Krep beim Ausbau des Oberen Feldhains in Banfe auf. Hier sind im Ausbau nach KAG Kosten von 407.000 Euro veranschlagt. Legt man eine Nutzungsdauer von 40 Jahren zugrunde und einen Anliegerbeitrag von 60 Prozent, so liegen die von den Anliegern zu leistenden Beiträge zwischen 1800 Euro und maximal 15 600 Euro. „Ohne KAG-Förderung.“ Würde die mit 50 Prozent dazukommen, würden sich die Beiträge halbieren. Und so fragte Andreas Krep fast schon rhetorisch, ob diese Belastung zumutbar sei. Bei 40 Jahren Nutzung belaufe sich die monatliche Belastung der Anlieger auf 3,75 Euro bis höchstens 32,50 Euro. Andreas Krep bat darum, die Rechtsgrundlagen und die anerkannten Regeln der Technik nicht zu vergessen. Den hohen Werteverzehr müsse man durch Reinvestitionen bremsen. Insofern plädiere er auch dafür, das Moratorium nicht nochmal zu verlängern.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen