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Schließung des Aldi-Zentrallagers in Bad Laasphe
Betriebsrat fordert eine Transfergesellschaft

Das Aldi-Zentrallager in Bad Laaspher beschäftigt aktuell noch rund 170 Mitarbeiter. Aus strategischen Gründen gibt das Unternehmen den Standort zum Jahresende 2021 auf.
  • Das Aldi-Zentrallager in Bad Laaspher beschäftigt aktuell noch rund 170 Mitarbeiter. Aus strategischen Gründen gibt das Unternehmen den Standort zum Jahresende 2021 auf.
  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

vö Bad Laasphe. Knapp einen Monat nach der Hiobsbotschaft für die Stadt Bad Laasphe laufen in der Öffentlichkeit und hinter den Kulissen viele Gespräche und Verhandlungen. Um zwei Fragen geht es im Zuge der angekündigten Schließung des Zentrallagers in der Lahnstadt zum Jahresende 2021: Was ließe sich mit dem riesigen Gelände im Bad Laaspher Gewerbegebiet in Zukunft machen?
Und: Wo können die rund 170 Beschäftigten des Standortes eine neue berufliche Herausforderung finden? Weil es für die Kommune an der Landesgrenze zu Hessen nach der Ankündigung zur Werksschließung des Automobilzulieferers WKW in Banfe bereits der zweite schwere Schlag innerhalb eines Jahres ist, war der öffentliche Aufschrei natürlich entsprechend groß.

Bad Laasphe. Knapp einen Monat nach der Hiobsbotschaft für die Stadt Bad Laasphe laufen in der Öffentlichkeit und hinter den Kulissen viele Gespräche und Verhandlungen. Um zwei Fragen geht es im Zuge der angekündigten Schließung des Zentrallagers in der Lahnstadt zum Jahresende 2021: Was ließe sich mit dem riesigen Gelände im Bad Laaspher Gewerbegebiet in Zukunft machen?
Und: Wo können die rund 170 Beschäftigten des Standortes eine neue berufliche Herausforderung finden? Weil es für die Kommune an der Landesgrenze zu Hessen nach der Ankündigung zur Werksschließung des Automobilzulieferers WKW in Banfe bereits der zweite schwere Schlag innerhalb eines Jahres ist, war der öffentliche Aufschrei natürlich entsprechend groß.

„Ein Schlag ins Gesicht“

Bürgermeister Dirk Terlinden nahm umgehend Gespräche mit dem Unternehmen auf, die SPD in der Lahnstadt unterbreitete den Vorschlag, zumindest einen Teil der Mitarbeiter bei einem Bad Berleburger Metall verarbeitenden Betrieb unterzubringen und Karl-Ludwig Völkel, Vorsitzender des Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein/Olpe der Arbeiterwohlfahrt (AWo), kritisierte den Discounter für die Grundsatzentscheidung in scharfer Weise.

Aldi stellt sich logistisch ganz neu auf

An der ist zweifelsohne nicht mehr zu rütteln. Das Unternehmen stellt sich in Teilen logistisch ganz neu auf. Neben Bad Laasphe gibt Aldi die Zentrallager in Horst (bei Hamburg) und in Wittstock (bei Berlin) auf. Uli Kring, Vorsitzender des Betriebsrates am Wittgensteiner Standort, machte im Gespräch mit der Siegener Zeitung deutlich, dass die Arbeiternehmervertretung alles daran setzen werde, um für die Kollegen in dieser schwierigen Situation das Bestmögliche herauszuholen. Sachstand sei, dass das Unternehmen einen Vorschlag für den Sozialplan vorgelegt habe, „den wir beantwortet haben“. Einzelheiten gehörten sicherlich nicht die Öffentlichkeit – nur so viel: „Wir stellen uns in etwas das Doppelte vor, das werden wir so nicht akzeptieren.“ Eine ganz wesentliche Forderung des Betriebsrates sei die Gründung einer Transfergesellschaft. Ein Instrument, das den Beschäftigten zum einen 80 Prozent ihrer bisherigen Nettobezüge sichert und zum anderen Qualifizierungsmöglichkeiten über die Bundesagentur für Arbeit ermöglicht.

Aldi-Betriebsrat fordert eine Transfergesellschaft

Für Uli Kring begründet sich diese Forderung allein durch die Tatsache, dass Bad Laasphe mitten in einer vergleichsweise strukturschwachen Region liege. „Das sieht man im Unternehmen anders, aber die niedrige Arbeitslosenquote allein kann ja nicht ausschlaggebend sein.“ Wer auf dem Arbeitsmarkt fündig werden wolle, benötige eine (neue) Qualifikation. Und: Wer Angehöriger einer Transfergesellschaft sei, bekomme in seiner Biografie keine Arbeitslosigkeit eingetragen.
Er wisse, so Uli Kring, dass bei den bisherigen sieben Standortschließungen seit 2016 eine Transfergesellschaft nie ein Thema gewesen sei. Das müsse aber jetzt in Bad Laasphe anders werden. Er könne sich gut vorstellen, dass die Forderung in Wittstock und Horst auch Thema werde: „Ob das Unternehmen dazu bereit ist, wird sich noch zeigen.“
Eine weitere wesentliche Forderung des Betriebsrates sei die sogenannte „Sprinter-Klausel“. Kollegen, die auf dem Arbeitsmarkt anderweitig wieder Fuß fassten, kämen doch noch in den Genuss einer akzeptablen Abfindung. Uli Kring ließ nicht unerwähnt, dass es in naher Zukunft noch die ein andere Gelegenheit gebe, bei der sich das Unternehmen und die Arbeitnehmervertretung gegenüber stünden.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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