Verwaltung kritisiert SPD-Vorstoß
„Blühwiesen-Antrag“ erhitzt die Gemüter

Extra Blühwiesen anlegen? Zu viel Arbeit – sagt der Bauhof. Die SPD musste am Mittwoch Kritik für ihren Antrag einstecken, am Ende gab es einen Kompromiss.
  • Extra Blühwiesen anlegen? Zu viel Arbeit – sagt der Bauhof. Die SPD musste am Mittwoch Kritik für ihren Antrag einstecken, am Ende gab es einen Kompromiss.
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howe Bad Laasphe. Am Ende reichten sich alle die Hand, weil der Antrag der SPD-Fraktion – ergänzt durch jenen der Grünen – dann doch grundsätzlich nicht so übel war. Jetzt sollen sich die Fraktionsvorsitzenden mal mit dem Bauhof zusammensetzen und schauen, was in Sachen Mäh-Rhythmus von städtischen Flächen, Insekten- und Artenschutz sowie Pflanzen von Stauden möglich sein könnte. „Was in der Praxis möglich ist“, wie Bürgermeister Dirk Terlinden formulierte.

Kritische Worte zum Verstoß der SPD

Er war es, der mal wieder schlichtend eingriff und den Kompromissvorschlag unterbreitete. Bis dahin fielen kritische Worte zum Vorstoß der SPD, die zum Pressegespräch in den Kurpark eingeladen hatte (SZ berichtete). Zukünftig bitte er darum, dass man im Vorfeld, vor der Berichterstattung in der Zeitung, die Bauhof-Verantwortlichen hinzuziehe, stellte Ausschussvorsitzender Günter Wagner (CDU) fest.

Außerdem seien die Ortsvorsteher Sprachrohre in den Dörfern. Matthias Prause legte als Leiter des städtischen Bauhof seine Sicht der Dinge dar und überzeugte das Gremium: Vor drei Jahren seien die 300 Quadratmeter Blühwiese im Kurpark angelegt worden, dafür habe Björn Strackbein (SPD) Saatgut erhalten. Aber eine Arbeitsersparnis für den Bauhof, wenn dieser die Fläche nicht so oft mähen müsse? „Da muss ich widersprechen.“

Flächendeckendes Anlegen von Blühwiesen

Bis September wird nicht mehr gemäht

Zweimal im Jahr werde der Kurpark gemäht. Dass ausgerechnet zum Pressetermin der SPD alles abgemäht gewesen sei, „war ein dummer Zufall.“ Bis September werde hier nicht mehr gemäht. Die Blühfläche habe man mit Mehrarbeit mit der Hand per Sense abgemacht. Im zweiten Jahr sei sie schon nicht mehr ansehnlich gewesen, im dritten Jahr habe sie nicht mehr existiert. „Ich habe dann meinen Mitarbeitern gesagt, dass wir den Mehraufwand mit der Blühwiese nicht mehr tragen können.“

Der Bauhof habe einen Turnus beim Mähnen – und zwar 6 bis 7 Wochen. Und in Anspielung auf die Aussage von Björn Strackbein gegenüber der Presse: „Von einem englischen Rasen sind wir weit entfernt. Ich werde von den Leuten angerufen und beschimpft“, verriet Matthias Prause. „50 Prozent finden es toll, wenn alles wächst, die anderen schlimm. Das ist zermürbend.“ Auch zur Förderung, die von der SPD ins Spiel gebracht worden war, äußerte sich Matthias Prause: Die beziehe sich lediglich auf 5000 Quadratmeter. Ein Kilogramm Saatgut koste 35 Euro. Pro Quadratmeter brauche man nur einige Gramm. Am Ende würden 20 Kilo 700 Euro kosten.

Keine Förderung für die Obstbäume

„Die Obstbäume werden über das von der SPD aufgeführte Programm nicht gefördert“, ergänzte Fachbereichsleiter Marcus Winkeler. „Und wir müssen das bei der Unteren Naturschutzbehörde abholen.“ Im Klartext: „Die Versuchsfläche hat sich für uns nicht bewährt, weil wir zu viel Arbeit damit haben.“ Matthias Prause unterbreitete aber ein Angebot: „Die Flächen etwas länger stehen lassen, darüber können wir reden.“ Die Saatgut-Mischungen machten für ihn keinen Sinn. „Wir haben ja alles da.“ Die Wiesen gäben alles her. Was er befürworte und was den Bauhof in dessen Arbeit entlaste, seien die Staudenflächen. „Das spart Geld und Zeit.“ Die Streuobstwiesen dagegen kosteten Geld und müssten gepflegt und geschnitten werden. „Ohne Kosten ist das nicht zu haben.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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