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Hilfe im Corona-Tief
Bosch liefert "Fass-Hilfe" für Gastronomen

Der geschäftsführende Gesellschafter Hans-Christian Bosch (Bildmitte) – unter dem wachsamen Blick von Sohn Tristan Bosch (l.) – und NRW-Gebietsverkaufsleiter Marcel Zyber (r.) verluden am Freitag die ersten von über 50 Fässern Bosch Pils.
  • Der geschäftsführende Gesellschafter Hans-Christian Bosch (Bildmitte) – unter dem wachsamen Blick von Sohn Tristan Bosch (l.) – und NRW-Gebietsverkaufsleiter Marcel Zyber (r.) verluden am Freitag die ersten von über 50 Fässern Bosch Pils.
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tika Bad Laasphe. Die nächste Generation beobachtete das Geschehen genau. Immerhin ging es am Freitag auf dem Hof der Brauerei Bosch um nicht weniger als die Zukunft des Unternehmens und der Gastronomie in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Marburg Biedenkopf. Als Hans-Christian Bosch und Marcel Zyber jedenfalls die ersten von über 50 Fässer Pils-Bier auf einen historischen Unimog verluden, warf der siebenjährige Tristan Bosch ein Auge darauf – ein symbolträchtiges Bild. Der geschäftsführende Gesellschafter der Brauerei aus Bad Laasphe und der Gebietsverkaufsleiter Nordrhein-Westfalen jedenfalls gaben damit den Startschuss für eine Corona-Hilfe der besonderen Art. Sämtliche Gastronomen, die einen Vertrag mit der Brauerei geschlossen haben, erhalten ein kostenloses Fass Bier geliefert.

tika Bad Laasphe. Die nächste Generation beobachtete das Geschehen genau. Immerhin ging es am Freitag auf dem Hof der Brauerei Bosch um nicht weniger als die Zukunft des Unternehmens und der Gastronomie in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Marburg Biedenkopf. Als Hans-Christian Bosch und Marcel Zyber jedenfalls die ersten von über 50 Fässer Pils-Bier auf einen historischen Unimog verluden, warf der siebenjährige Tristan Bosch ein Auge darauf – ein symbolträchtiges Bild. Der geschäftsführende Gesellschafter der Brauerei aus Bad Laasphe und der Gebietsverkaufsleiter Nordrhein-Westfalen jedenfalls gaben damit den Startschuss für eine Corona-Hilfe der besonderen Art. Sämtliche Gastronomen, die einen Vertrag mit der Brauerei geschlossen haben, erhalten ein kostenloses Fass Bier geliefert. Diese Fässer können dabei keinen Gastronomen retten – sie sollten vielmehr ein deutliches Zeichen sein, eine Initialzündung.

„Eigentlich arbeiten wir im Stillen“, erzählte Hans-Christian Bosch, der – mit Ausnahme von besonderen Anlässen und Feierlichkeiten – selbst eher nicht proaktiv das Licht der Öffentlichkeit sucht. Doch die Krise trifft die Brauerei hart, ebenso wie die Gastronomen. Deshalb hat das Unternehmen seinen Kunden aus Kneipen, Restaurants und Bars in den vergangenen Wochen Beratung angeboten, um mögliche staatliche Gelder in der Krise zu akquirieren – und unentgeltlich die Schankanlagen gereinigt, um zum Neustart nach der Zwangspause einen möglichst optimalen Geschmack für die Gäste zu bieten.

Ein weiterer Service etwa war und ist weiterhin das zur Verfügung stellen von Biergartenbestuhlung, sofern Bedarf bestand oder besteht – größere Feste finden in diesem Jahr nicht statt, so dass die Möbel ansonsten ungenutzt sind. „Das sind ganz kleine praktische Dinge, mit denen wir zumindest ein bisschen weiterhelfen wollen“, konstatierte Hans-Christian Bosch. Denn letztlich geht es um nicht weniger als die Zukunft seiner Brauerei, aber auch der Gastronomen, die sie beliefert. Die Services und die „Fass-Hilfe“ sind damit gewissermaßen Hilfe zur Selbsthilfe – und sollen Rückenwind entfachen.

„Wenn die Leute nächstes Jahr noch essen gehen wollen, dann müssen sie auch jetzt essen gehen. Jeder Wirt, der jetzt sein Lokal schließen muss, wird wohl dauerhaft verschwinden – da wird sich kaum eine Nachfolge finden. Wir haben es in der Hand, wie unsere gastronomische Landschaft in zwei, drei Jahren aussieht“, konstatierte der Diplom-Braumeister.

Dass seine Brauerei selbst von der Krise betroffen sei, verhehlte er nicht. „Natürlich sind auch wir nicht richtig gesund, aber wir wollen helfen“, erklärte Hans-Christian Bosch, der aus diesem Grund seit einigen Wochen mit einer PR-Agentur aus Siegen einen entsprechenden Plan erstellt hat. Bereits seit März hatte er selbst verschiedene Gedanken ausgearbeitet, um eine Hilfe für die Zeit nach dem „Lockdown“ zu entwickeln. Ebenso wie die Gastronomen, hofft auch Hans-Christian Bosch, dass die potenziellen Gäste den vielzitierten Schalter im Kopf möglichst bald umlegen – und Lokale und Kneipen wieder besuchen. Sofern vorhanden, sei dies zumindest in den Außenarealen verhältnismäßig einfach möglich. „Viele Gastronomen haben noch mit den Auflagen zu kämpfen, manche haben noch gar nicht wiedereröffnet. Die die geöffnet haben, generieren zumeist rund 30 Prozent des üblichen Umsatzes, sehr selten mal 50 Prozent“, wusste der Diplom-Braumeister.

Mit seinen Strukturhilfen sowie dem öffentlichkeitswirksamen Verschenken von Bierfässern – zumindest in der Bad Laaspher Kernstadt sind die Verantwortlichen mit einem „Unimog 2010“ aus dem Jahr 1953 unterwegs – sollen die Maßnahmen aber nicht abgeschlossen sein. „Das Vereinsleben ist enorm wichtig für die Dörfer. In einem zweiten Schritt wollen wir deshalb auch die über 200 Vereine involvieren, die wir beliefern“, erklärte Hans-Christian Bosch. Dabei geht es ihm auch darum, wie sich die gesamte Region mittel- und langfristig entwickelt – und selbstredend auch seine Brauerei. Diese Entwicklung wiederum dürfte auch Tristan Bosch durchaus beobachten. Möglicherweise übernimmt er irgendwann einmal die Geschicke seines Vaters.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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