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Hessische Kommune wehrt sich
Breidenbach klagt gegen Bau von Windrad 11

Der Windpark Bad Laasphe/Hesselbach erstreckt sich bislang ausschließlich auf NRW-Seite. Wenn es nach der Boxbach New Energy geht, entsteht oberhalb von Wiesenbach die erste Anlage auf hessischem Terrain.
  • Der Windpark Bad Laasphe/Hesselbach erstreckt sich bislang ausschließlich auf NRW-Seite. Wenn es nach der Boxbach New Energy geht, entsteht oberhalb von Wiesenbach die erste Anlage auf hessischem Terrain.
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vö Wiesenbach/Hesselbach. Die Ausgangsposition aus Sicht der Gemeinde Breidenbach könnte besser sein: Die Klage vor dem Verwaltungsgericht Gießen ist der vermeintlich letzte Trumpf der Bad Laaspher Nachbarkommune, das Windrad Nummer 11 – und damit die Erweiterung des Windparks Bad Laasphe/Hesselbach – doch noch zu verhindern. Die Kommune greift die bestehende Genehmigung des Regierungspräsidiums Gießen an.
Klage liegt vorÜberraschend kommt die juristische Option nicht, Breidenbachs Bürgermeister Christoph Felkl hatte dies bereits vor Wochen bei einer Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus in Wiesenbach angekündigt: „Wir sind vorbereitet.“ Mittlerweile liegt die Klage in Gießen vor. Streng genommen geht es um die zwölfte Anlage im Windpark Bad Laasphe/Hesselbach.

Wiesenbach/Hesselbach. Die Ausgangsposition aus Sicht der Gemeinde Breidenbach könnte besser sein: Die Klage vor dem Verwaltungsgericht Gießen ist der vermeintlich letzte Trumpf der Bad Laaspher Nachbarkommune, das Windrad Nummer 11 – und damit die Erweiterung des Windparks Bad Laasphe/Hesselbach – doch noch zu verhindern. Die Kommune greift die bestehende Genehmigung des Regierungspräsidiums Gießen an.

Klage liegt vor

Überraschend kommt die juristische Option nicht, Breidenbachs Bürgermeister Christoph Felkl hatte dies bereits vor Wochen bei einer Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus in Wiesenbach angekündigt: „Wir sind vorbereitet.“ Mittlerweile liegt die Klage in Gießen vor. Streng genommen geht es um die zwölfte Anlage im Windpark Bad Laasphe/Hesselbach. Zehn Windkraftanlagen produzieren bereits erneuerbare Energie, eine weitere befindet sich im Bau. Wegen der Reihenfolge bei den Planungen trägt das Windrad, das aus Sicht der Wiesenbacher Ortsvorsteherin Christine Hainbach „die Umzingelung unserer Ortschaft perfekt macht“, den Namen „Nummer 11“.

Breidenbach kündigt Widerstand an

In der angesprochenen Versammlung äußerten Teilnehmer ihre Angst vor Schlagschatten und Lärm und brachten auch eine Klage von Anwohnern ins Gespräch. Die Ausgangslage ist klar: Alle anderen Anlagen stehen auf Bad Laaspher Stadtgebiet – sind aber aus dem hessischen Hinterland bestens zu sehen. Dies war auch der Grund dafür, warum sich die Breidenbacher seit drei Jahren gegen den Bau der Windkraftanlage mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wehren.

"Breidenbach hat Beitrag zur Energiewende geleistet"

Christoph Felkl hatte jüngst in Wiesenbach argumentiert, dass die hessische Kommune fast zehn Prozent ihrer Fläche für die Erzeugung von Windenergie zur Verfügung stelle – landesweit existiere in Hessen die Zielmarke von zwei Prozent: „Wir haben unseren Beitrag zur Energiewende geleistet, über die man grundsätzlich unterschiedlicher Auffassung sein kann. Jetzt sind zunächst andere am Zug.“ Zumal die Anlagen des Windparks Bad Laasphe/Hesselbach in dieser Statistik gar keine Berücksichtigung finden könnten. Dennoch sprechen die Fakten derzeit klar für den Investor, die Boxbach New Energy, ein Tochterunternehmen der Bad Laaspher Wittgenstein New Energy. Dem Unternehmen liegt eine 114-seitige Genehmigung des Regierungspräsidiums Gießen vor, die übrigens die erste in Hessen für den Bau eines Windrades im Jahr 2020 ist. Und zudem einen möglichen Sofortvollzug enthält.

Betreiber könnte mit Bau beginnen

Bedeutet im Klartext: Die Boxbach New Energy könnte sofort mit dem Bau beginnen. Zumindest die Aufhebung des Sofortvollzuges ist die Zielsetzung der Breidenbacher Klage. Bürgermeister Christoph Felkl hat die Hoffnung auf einen gemeinsamen Nenner noch nicht aufgegeben – wie auch immer dieser aussehen mag: „Es gibt Interesse an einer gütlichen Einigung. Aber die Wahrscheinlichkeit sinkt zunehmend.“ Im Rathaus hofft man weiterhin darauf, dass man informiert werde, wenn der Bau von Windrad Nummer 11 starte. Zumal man mit dem Architekten des Unternehmens in regelmäßigem Kontakt stehe. Der Investor nannte auf Anfrage noch keinen konkreten Termin für einen Baustart: „Der Baubeginn kann gegenwärtig noch nicht spezifiziert werden.“

Weg für weitere Windanlagen bereitet

Für den Sprecher einer Bürgerinitiative gegen Windenergie in der Region hatte das zur Diskussion stehende Projekt bei der Bürgerversammlung weitreichende Folgen: Wenn es bei der Genehmigung bleibe, sei dem Bau von einem halben Dutzend weiterer Anlagen Tür und Tor geöffnet.

Windenergie: Stadt in der Warteschleife Weiterhin wartet die Stadt Bad Laasphe auf eine Rückmeldung zur Aufstellung des sachlichen Teilflächennutzungsplanes Windenergie. „In den letzten Monaten wurde das beauftragte Büro mehrfach nach dem Sachstand der Aufstellung befragt“, teilte Marcus Winkeler am Montagabend im Rat der Stadt Bad Laasphe mit. Der Fachbereichsleiter Bauen und Planen erläuterte, dass das Büro den ursprünglich in Aussicht gestellten Abgabetermin unmittelbar nach der Kommunalwahl nicht einhalten kann. Das Büro bemühe sich um Planungsfortschritt trotz weiterhin hoher Büroauslastung. Eine telefonische Recherche der Verwaltung habe ergeben, dass die Durchführung der zeichnerischen Leistungen, konkret der Kartenumsetzung, in Verzug sei. „Ein verbindlicher Zeitplan kann erst nach Fertigstellung der Kartenwerke aufgestellt werden“, erklärte Marcus Winkeler im Haus des Gastes in Bad Laasphe. tika
Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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