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Stadt ließ Bauwerk abreißen
Brücke weg: Stiefel herbei im schönen Laasphetal!

Anwohner der Siedlung Laasphetal hatten die Idee, den Wanderern Stiefel bereitzustellen, wenn diese das Wasser ohne vorhandene Brücke überqueren wollen. Inzwischen hat die Stadt aber eine erste Lösung für das Problem gefunden. Foto: Holger Weber
  • Anwohner der Siedlung Laasphetal hatten die Idee, den Wanderern Stiefel bereitzustellen, wenn diese das Wasser ohne vorhandene Brücke überqueren wollen. Inzwischen hat die Stadt aber eine erste Lösung für das Problem gefunden. Foto: Holger Weber
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howe Bad Laasphe. „Hier ist es herrlich und so schön ruhig“, schwärmt Florian Melzer von seiner neuen Heimat. Vor ein paar Jahren hat er in der Siedlung Laasphetal ein Häuschen gekauft und lebt jetzt mit seiner Familie in der Idylle am Rande von Bad Laasphe. „Wir wohnen hier toll, die Kinder können spielen, die Nachbarn verstehen sich. Und wenn du eine Brücke hast, bist du schnell im Wald.“ Wer den Humor der Melzers aus Banfe kennt, der weiß, was dahintersteckt. Denn besagte Brücke – die hat die Stadt Bad Laasphe vor einigen Wochen aus Sicherheitsgründen abgerissen. „Dabei haben wir hier zuletzt noch Feste gefeiert“, erinnert Florian Melzer an die Zeit kurz vor Corona. Mit 15 Mann habe man auf der Holzbrücke gestanden.

howe Bad Laasphe. „Hier ist es herrlich und so schön ruhig“, schwärmt Florian Melzer von seiner neuen Heimat. Vor ein paar Jahren hat er in der Siedlung Laasphetal ein Häuschen gekauft und lebt jetzt mit seiner Familie in der Idylle am Rande von Bad Laasphe. „Wir wohnen hier toll, die Kinder können spielen, die Nachbarn verstehen sich. Und wenn du eine Brücke hast, bist du schnell im Wald.“ Wer den Humor der Melzers aus Banfe kennt, der weiß, was dahintersteckt. Denn besagte Brücke – die hat die Stadt Bad Laasphe vor einigen Wochen aus Sicherheitsgründen abgerissen. „Dabei haben wir hier zuletzt noch Feste gefeiert“, erinnert Florian Melzer an die Zeit kurz vor Corona. Mit 15 Mann habe man auf der Holzbrücke gestanden. Wenn die tatsächlich so morsch gewesen wäre, hätte es längst „krach“ gemacht.

Dass die massive Überquerungshilfe über die Laasphe nun von der Bildfläche verschwunden ist, wollen sich die Laasphetaler Siedlungsleute nicht gefallen lassen. „Müssen wir ja nicht so hinnehmen. Deshalb haben wir Unterschriften gesammelt“, berichtet Anwohner Daniel Roos. Allerdings: 1250 Unterzeichner hätten die Bürger zusammensammeln müssen – viel zu viel, so viele Menschen wohnen gar nicht in der Siedlung und hätten sich womöglich auch gar nicht beteiligen können. „Jetzt würden wir es mal über die Politik versuchen“, hofft Florian Melzer auf Hilfe. Denn die brauchen nicht nur die Laasphetaler. Das Problem: Oben von der Neuntel kommt der Wanderweg „L 4“ genau unten am schmucken Laasphetal an. Man schaut praktisch aus dem Wald hinein in die Siedlung. Bevor die aber erreicht werden kann, müsste die Brücke überquert werden. Und weil es die inzwischen nicht mehr gibt, würden die Wanderer, Spaziergänger oder auch die Anlieger der oben liegenden Grundstücke nasse Füße bekommen. Ihnen bleibt aktuell nämlich nur der Gang übers Wasser. Das zeigt sich zum Glück mit seinem Pegelstand noch gnädig. Vorsichtig könnte man über die leicht herausragenden Steine schleichen. „Wenn man aber nicht aufpasst, glitscht man da schnell weg“, weiß Florian Melzer.

Nun hätte es ja vielleicht eine Alternativ-Route gegeben. Aber die hat der Grundstückseigentümer mit einem großen Siloballen offensichtlich gesperrt. An der Brücke vorbei könnte man nämlich die Böschung der Laasphe entlang einen ganz schmalen Pfad gehen – bis man weiter unten im Laasphetal an eine massive und intakte Metallbrücke kommt. An dieser Stelle wäre dann die Überquerung des Baches möglich. Das Problem an der Sache: Der Eigentümer, so berichten die Anwohner, habe hier einem Betreten den Riegel vorgeschoben. Aus seiner Sicht völlig verständlich, denn hier gehe es unter anderem um haftungsrechtliche Fragestellungen.

Was, wenn sich ein Wanderer auf dem Pfad den Fuß bricht? Was, wenn die ohnehin abgängige Böschung abrutscht und ein Mensch unsanft im Wasser landet? Diese Verantwortung hat der Grundstückseigentümer nicht übernehmen wollen. Die Laasphetaler wären übrigens keine solche, hätten sie nicht pfiffige Einfälle. Kathrin Melzer und Verena Roos kam die spontane Idee, alle alten Gummistiefel aus der Siedlung am Zaun aufzuhängen, wo zuletzt die Brücke gestanden hat. Auf einem laminierten Hinweisschild wenden sich die Anwohner an alle Wanderer, dass die Stadt die Brücke aus Sicherheitsgründen abgebaut habe. „Uns Laasphetalern tun diese Umstände auch sehr leid und wir haben für euch ein paar Gummistiefel gesammelt, die ihr gerne nutzen könnt. Leider haben wir nicht für jeden die passende Größe parat, aber wir hoffen, trotzdem euch trockenen Fußes durch die Laasphe helfen zu können. Mit freundlichen Grüßen: die Bewohner vom Laasphetal.“

Nachdem Daniel Roos nach eigener Auskunft das ein oder andere – für ihn nicht gerade fruchtbare – Gespräch mit der Stadtverwaltung geführt hatte, probierte es die SZ-Redaktion mit einer Presseanfrage, Und siehe da: „Erfreulicherweise konnte mit dem betreffenden Grundstücksbesitzer eine Einigung erzielt werden. Nach dieser ist es der Stadt Bad Laasphe nun gestattet, die angesprochene Fläche als Wanderweg zu nutzen und für Dritte zugänglich zu machen“, teilt Stadt-Pressesprecherin Ann Kathrin Müsse mit.

Ergo: Der Weg dürfe ab sofort von Wanderern und Spaziergängern genutzt werden. Der Bauhof werde ihn „im Laufe des Donnerstags“ entsprechend instand setzen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Was die Stadt auch verrät: „Interessanterweise handelt es sich bei diesem Weg nicht um einen Ersatzweg, sondern um den offiziellen Wanderweg ,L 4’, der aufgrund historisch gewachsener Strukturen schon immer über dieses Privatgrundstück verlief.“ Es sei also mitnichten der Fall, dass der Wanderweg an der Stelle der abgerissenen Brücke jäh unterbrochen werde, denn er habe offiziell nie über diese Brücke geführt. Die Brückenkommission tagt am 28. Mai in der Sache, das letzte Wort hat der Bau-, Denkmal- und Umweltausschuss.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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