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Viele Mitarbeiter aus Bad Laasphe betroffen
Buderus-Standort steht zum Verkauf

Die Bosch-Gruppe peilt einen Verkauf der Buderus-Guss-Standorte in Breidenbach (hier im Bild) und Ludwigshütte an. Betroffen sind über 630 Mitarbeiter, von denen viele auch aus der Wittgensteiner Kommune Bad Laasphe kommen.
  • Die Bosch-Gruppe peilt einen Verkauf der Buderus-Guss-Standorte in Breidenbach (hier im Bild) und Ludwigshütte an. Betroffen sind über 630 Mitarbeiter, von denen viele auch aus der Wittgensteiner Kommune Bad Laasphe kommen.
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ako/sz Bad Laasphe/Breidenbach. Schreckensbotschaft für die gesamte Belegschaft: Der Technologiekonzern und Autozulieferer Bosch peilt einen Verkauf seiner Pkw-Bremsscheibenproduktion an. Es werde geprüft, die Fertigung von Komponenten für Bremsen zu verkaufen, teilte das Unternehmen mit. Konkret geht es dabei um die Veräußerung der Buderus-Guss-Standorte im hessischen Breidenbach und Ludwigshütte, wo über 630 Mitarbeiter beschäftigt sind – viele von ihnen kommen auch aus der Wittgensteiner Nachbarkommune Bad Laasphe.

Am vergangenen Mittwoch wurden der Betriebsrat sowie die Belegschaft in fünf verschiedenen Versammlungen über die Verkaufspläne informiert.

ako/sz Bad Laasphe/Breidenbach. Schreckensbotschaft für die gesamte Belegschaft: Der Technologiekonzern und Autozulieferer Bosch peilt einen Verkauf seiner Pkw-Bremsscheibenproduktion an. Es werde geprüft, die Fertigung von Komponenten für Bremsen zu verkaufen, teilte das Unternehmen mit. Konkret geht es dabei um die Veräußerung der Buderus-Guss-Standorte im hessischen Breidenbach und Ludwigshütte, wo über 630 Mitarbeiter beschäftigt sind – viele von ihnen kommen auch aus der Wittgensteiner Nachbarkommune Bad Laasphe.

Am vergangenen Mittwoch wurden der Betriebsrat sowie die Belegschaft in fünf verschiedenen Versammlungen über die Verkaufspläne informiert. Für die Mitarbeiter kam die Nachricht allerdings sehr überraschend: „Die Nachricht des Bosch-Managements hat die 635 Beschäftigten in Breidenbach und Ludwigshütte kalt erwischt. Wir werden alles dafür tun, dass die Kompetenz und Innovationsfähigkeit in unserer Region erhalten bleibt und nicht leichtfertig an einen Hedgefonds verkauft wird“, äußerte Oliver Scheld, Geschäftsführer der IG Metall Herborn, in einer Presseerklärung auf der Internetseite der Gewerkschaft.

"Es überwiegt Wut, aber vor allem die Angst,
was in Zukunft kommt."

Oliver John
Betriebsratsvorsitzender

Die Bosch-Gruppe argumentierte unter anderem, die Pkw-Bremsscheibenproduktion biete kaum Synergien zu anderen bestehenden Geschäftsfeldern. Insgesamt gebe es nur „sehr eingeschränkte“ unternehmerische Spielräume, um den Produktbereich langfristig profitabel weiterzuentwickeln. Zwischenzeitlich habe das Unternehmen auf dem Markt ein Kaufinteresse signalisiert bekommen.

Gewerkschaft kritisiert Unternehmensführung

Die IG Metall kritisierte hingegen, Bosch begründe den geplanten Verkauf nicht nachvollziehbar – die Gewerkschaft sprach von einer „willkürlichen Entscheidung“. Obendrein habe die Nachricht die Beschäftigten unmittelbar vor den Werksferien ereilt. Es handle sich um einen „schlechten Stil“, den Mitarbeitern vor ihrem Urlaub mitzuteilen, dass die Standorte zur Disposition stehen. „So ein Verhalten verbinde ich mit Gutsherren der vergangenen Jahrhunderte. Es sollte nicht der Stil eines innovativen und tarifgebundenen Automobilzulieferers sein“, sagte Jörg Köhlinger, Leiter des IG-Metall-Bezirks Mitte.

Wer als potenzieller Käufer gilt und ob schon ein ernstzunehmendes Angebot vorliegt, ist derzeit noch unklar. Betriebsrat und Belegschaft hätten lediglich die Informationen erhalten, dass es drei Anbieter gibt: „Namen wurden keine genannt“, erklärte Oliver John auf Anfrage der SZ. An den beiden Standorten Breidenbach und Ludwigshütte sei die Stimmung derweil angeschlagen: „Es überwiegt Wut, aber vor allem die Angst, was in Zukunft kommt“, so der Betriebsratsvorsitzende.

Klausurtagung am Freitag

Mit einer Verringerung der Arbeitsplatz-Anzahl rechnet Oliver John zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht: „Man hat von Seiten der Geschäftsführung auf jeder Sitzung erwähnt, dass alle Beschäftigten gehalten werden und wir nicht über einen Stellenabbau reden.“ Am kommenden Freitag wird eine Klausurtagung stattfinden, an der der Gesamtbetriebsrat sowie der Wirtschaftsausschuss inklusive der Vertreter der IG Metall Herborn und Mittelhessen teilnehmen werden, um weitere Strategien zu besprechen.

Neben den beiden Standorten Breidenbach und Ludwigshütte soll auch die Bosch-Gießerei in Lollar (Landkreis Gießen) verkauft werden, wo 300 Mitarbeiter beschäftigt sind. Hergestellt werden vor Ort Gussheizkessel und Regelgeräte.

610 Mitarbeiter in Breidenbach

Laut Angaben der IG Metall arbeiten in Breidenbach 610 und in Ludwigshütte rund 25 Beschäftigte. An beiden Standorten werden Bremsscheiben hergestellt, die hauptsächlich in Autos verbaut werden.

Wegen der Pandemie war die Auftragslage zuletzt eingebrochen: „Auch wir sind in der Corona-Zeit nicht verschont geblieben. So sind bei uns auch Einbrüche um die 30 Prozent vom ursprünglichen Plan zu verzeichnen“, betonte der Betriebsratsvorsitzende Oliver John.

Autor:

Alexander Kollek

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