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Hickhack nimmt kein Ende
Bus für Lena fährt jetzt doch nicht

Vom Busbetrieb her ist es einsam oben auf der Siegquelle. Von hier müsste aber morgens ein zehnjähriges Mädchen in die Schule nach Erndtebrück gebracht werden. Das gestaltet sich aktuell schwierig.
  • Vom Busbetrieb her ist es einsam oben auf der Siegquelle. Von hier müsste aber morgens ein zehnjähriges Mädchen in die Schule nach Erndtebrück gebracht werden. Das gestaltet sich aktuell schwierig.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

howe Großenbach. Nichts ist mit „Friede, Freude, Eierkuchen“. Da berichtete die Siegener Zeitung kürzlich über die erfreuliche Lösung in dem Drama „Schülerbeförderung per Bus vom Großenbach nach Erndtebrück“, doch jetzt ist alles Makulatur. Denn Familie Schneider vom Großenbach erhielt noch am Tage der Zeitungs-Veröffentlichung – sozusagen in der Überschneidung mit dem Artikel – die Nachricht vom befördernden Busunternehmen, dass die Kostenbeteiligung der VWS zurückgezogen worden sei. „Da sind wir aus allen Wolken gefallen“, so Jessica Schneider im SZ-Gespräch.
Ihre Tochter Lena habe sich so sehr gefreut, endlich vernünftig mit dem Bus in die Schule gebracht zu werden. Und jetzt werde alles wieder rückgängig gemacht.

howe Großenbach. Nichts ist mit „Friede, Freude, Eierkuchen“. Da berichtete die Siegener Zeitung kürzlich über die erfreuliche Lösung in dem Drama „Schülerbeförderung per Bus vom Großenbach nach Erndtebrück“, doch jetzt ist alles Makulatur. Denn Familie Schneider vom Großenbach erhielt noch am Tage der Zeitungs-Veröffentlichung – sozusagen in der Überschneidung mit dem Artikel – die Nachricht vom befördernden Busunternehmen, dass die Kostenbeteiligung der VWS zurückgezogen worden sei. „Da sind wir aus allen Wolken gefallen“, so Jessica Schneider im SZ-Gespräch.
Ihre Tochter Lena habe sich so sehr gefreut, endlich vernünftig mit dem Bus in die Schule gebracht zu werden. Und jetzt werde alles wieder rückgängig gemacht. „Über zehn Jahre lang kutschieren wir die Kinder, weil hier oben nichts fährt. Von den Kosten her ist das ein neues Auto“, ärgert sich Jessica Schneider. Was da nun genau geschehen ist, dürfte schwierig sein, nachzuvollziehen. Zuletzt jedenfalls hatte sich die Wern Group (VWS) dazu bereiterklärt, den Kostenanteil der Familie zu übernehmen. Die andere Hälfte schultert bekanntlich die Gemeinde Erndtebrück als Schulträgerin der Realschule, die Lena Schneider besucht.

Rechtliche Gründe wohl ausschlaggebend

Am Rande der jüngsten Ratssitzung erfuhr die SZ dann, der Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS) habe die Kostenübernahme der VWS aus rechtlichen Gründen abgelehnt und sein Veto eingelegt. Hat er das wirklich? „Nein. Das stimmt überhaupt nicht. Wir haben nichts damit zu tun“, versicherte ZWS-Geschäftsführer Günter Padt auf Anfrage. „Wenn das im Freistellungsverkehr läuft, wäre das für uns in Ordnung.“ Aber dass der ZWS hier sein Veto eingelegt habe, sei „absolut die Unwahrheit“. SZ-Recherchen am Freitag ergaben, dass ein neuer Mitarbeiter des ZWS, der zuvor beim Kreis beschäftigt gewesen sein soll, und ein Verantwortlicher der VWS, zu der Übereinkunft gekommen sein sollen, die Fahrt des Kindes nicht durchführen zu können. Wohl aus rechtlichen Gründen, wie die SZ erfuhr.

„Mir ist der Kieferladen so rausgefallen"

Denn die Fahrt vom Großenbach nach Benfe soll schließlich nicht im Nahverkehrsplan existieren. Insofern könne sie auch nicht bedient werden. Was rechtlich korrekt erscheinen mag, stößt bei der Familie Schneider und den Beteiligten auf Unverständnis und Kopfschütteln. Otto Wunderlich drückte gegenüber der SZ sein Bedauern über die neueste Entwicklung in der Sache aus. Mehr noch: „Mir ist der Kieferladen so rausgefallen, als ich das gehört habe.“ Der Vorsitzendes des Arbeitskreises Schienenverkehr Südwestfalen: „Wir sind entsetzt, traurig und betroffen als Arbeitskreis. Wir setzen uns aber weiterhin dafür ein, dass es zu einer einvernehmlichen Lösung kommt – im Sinne von Lena.“ Wenn man den Nahverkehrsplan scharf lese, so Otto Wunderlich , müsse man das leider so hinnehmen. Am Freitagnachmittag stattete Otto Wunderlich der Familie am Großenbach einen Kurzbesuch ab, um Lena einen 100-Euro-Gutschein zu überreichen. „Zuletzt hatten wir als Arbeitskreis Schienenverkehr ja keine Verwaltungskosten. Deshalb haben wir beschlossen, Lena mit einem kleinen Betrag zu unterstützen“, erläuterte Otto Wunderlich. Die Siegener Zeitung erfuhr auch, dass auf höherer politischer Ebene aktuell wohl schon die Fäden für eine endgültige Lösung des Problems gezogen werden. Für die kommende Sitzung des Kreis-Verkehrsausschusses im Dezember dürfte ein Antrag zu erwarten sein, die vier Kilometer von Großenbach nach Benfe in den Nahverkehrsplan aufzunehmen, um den Schülertransport zu gewährleisten. Sprich: Dann, sofern positiv beschieden, dürfte das Hickhack hoffentlich ein Ende haben.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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