Anwohner kritisiert Bürgermeister
Busbahnhof sorgt für Gesprächsbedarf

Auf dem parkähnlichen Gelände, wo das Modell der Feudinger Kirche steht, soll demnächst ein Busbahnhof gebaut werden. Anwohner wehren sich dagegen – bei der Idylle nicht unverständlich.
  • Auf dem parkähnlichen Gelände, wo das Modell der Feudinger Kirche steht, soll demnächst ein Busbahnhof gebaut werden. Anwohner wehren sich dagegen – bei der Idylle nicht unverständlich.
  • Foto: Hartwig Hahlweg
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

sz/howe Feudingen. Mit der Vergabe des Planungsauftrags für den Feudinger Busbahnhof ist Anwohner Karl-Ludwig Bade natürlich komplett unglücklich. Über Jahre kämpft er nun schon gemeinsam mit den Nachbarn, darunter die Familie Hahlweg sowie die Hotelbesitzer Doerr, um den Erhalt des parkähnlichen Geländes am Bahnhof. „Es ist sicherlich eine zentrale Aufgabe des Bürgermeisters und des Bauamtsleiters, den Ausschuss fachlich zu unterstützen, die Varianten gegenüberzustellen und deren Vor- und Nachteile in einer Drucksache darzustellen und abzuwägen“, so der ehemalige stellv. Landrat.

Beschwerde an Landrat gerichtet

„Als Anwohner bin ich sehr unzufrieden mit der mangelnden Beteiligung der Öffentlichkeit und der Anwohner.“ Drei Schreiben habe seine Familie an den damaligen Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann geschickt, die seien allesamt nicht beantwortet worden. Im Juni habe er eine Beschwerde an den Landrat als Kommunalaufsicht gerichtet: „Hier kommt dem Bau-, Denkmal- und Umweltausschuss die Aufgabe zu, im Lichte der Öffentlichkeit auch die von Seiten des ZWS angeregten Vorschläge bzw. Bedenken erneut, und zwar angemessen, zu berücksichtigen und eine neue Entscheidung zu treffen“, so die Antwort.

Viele Bedenken und Zweifel

Auf diese Möglichkeit habe die Kommunalaufsicht den damaligen Bürgermeister hingewiesen. Der Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe (NWL) als Fördergeber habe dann im Sommer zu einem Behördentermin vor Ort geladen. Vermutlich weil viele Bedenken und Zweifel an der Maßnahme nicht ausgeräumt worden seien, sollten die Gegebenheiten auf dem Grundstück geprüft werden. Auch Anwohner Hartwig Hahlweg sei zur Ortsbesichtigung geladen gewesen, danach hätten die Behörden unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Rathaus die Beratungen fortgesetzt. Karl-Ludwig Bade: „Überrascht bin ich, dass vor der Entscheidung Bürgermeister Dirk Terlinden weder die Politik noch die Öffentlichkeit angemessen über das Ergebnis des Behördentermins informiert hat. Er beachtet nicht die Anregungen der Kommunalaufsicht gegenüber seinem Vorgänger, die eine nochmalige Beratung im Ausschuss empfohlen hatte, zumal der nach der Wahl auch anders besetzt ist.“

Breit vertretene Gegenansichten

Die Kommunalaufsicht habe nämlich ganz klar formuliert, dass sie ausdrücklich darauf hinweise, dass auch wenn der Bauausschuss mit Sitzung am 28. Mai 2020 mehrheitlich für die Lösung Buswende/ Busbahnhof gestimmt habe, es der Stadt Bad Laasphe und dem Bauausschuss unbenommen bleibe, nach nochmaliger Befassung mit den offensichtlich breit vertretenen Gegenansichten die Entscheidung noch einmal zu überdenken und neu zu behandeln. Kommunalrechtlich stehe dem nichts im Wege, hieß es. Stattdessen sei als Grundlage für die Entscheidung das Ergebnis einer Kostengegenüberstellung angeführt worden.
„Man kann nur spekulieren, warum die Alternative vor dem Haus Hahlweg höhere Kosten verursachen soll als der Busbahnhof. Im frühen Planungsstadium sind die geplanten Kosten für den Busbahnhof bereits sehr stark gestiegen. Von 90.000 Euro in 2016 über 175.000 Euro in 2017 auf 225.500 Euro in 2019. Zum Vergleich: Für die Attraktivierung von sechs Haltestellen in der Stadt sind insgesamt nur 200.000 Euro veranschlagt worden.“ Welche weiteren Faktoren bei der Entscheidung für den Busbahnhof eine Rolle gespielt hätten, so Karl-Ludwig Bade, werde in der Pressemitteilung nicht erläutert. Dem Haltestellen-Leitfaden des ZWS kann man entnehmen, dass Haltestellen am Fahrbahnrand sicherer sind und die Fahrzeiten der Busse verkürzen.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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