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Geschäfte massiv eingebrochen
Corona-Krise: Taxi-Unternehmen mit Verlusten

Um Kunden und Mitarbeiter in Zeiten der Corona-Krise besser zu schützen, setzen manche Taxi-Unternehmen – wie hier auf dem Bild Taxi-Spies in Weidenhausen – auf Plexiglas im Innenraum ihrer Fahrzeuge.
  • Um Kunden und Mitarbeiter in Zeiten der Corona-Krise besser zu schützen, setzen manche Taxi-Unternehmen – wie hier auf dem Bild Taxi-Spies in Weidenhausen – auf Plexiglas im Innenraum ihrer Fahrzeuge.
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ako Bad Laasphe/Weidenhausen. Fahrten zu Festen und Veranstaltungen, Reisende am Bahnhof, Geschäftsleute oder Touristen sowie Nachtfahrten: Was normalerweise zum Geschäftsalltag von Taxi-Fahrern gehört, fällt aufgrund der Corona-Krise in dieser Zeit weitestgehend weg. Die Unternehmer leiden unter den Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens und beklagen Umsatzverluste. Die Siegener Zeitung hat mit zwei heimischen Betreibern gesprochen. – Ein Stimmungsbild:
„Natürlich sind wir finanziell betroffen. Aber es geht in der Taxi-Branche auch um die Gesundheit von Kunden und Fahrern“, sagte Kerstin Spies, Inhaberin von Taxi-Spies in Weidenhausen.

ako Bad Laasphe/Weidenhausen. Fahrten zu Festen und Veranstaltungen, Reisende am Bahnhof, Geschäftsleute oder Touristen sowie Nachtfahrten: Was normalerweise zum Geschäftsalltag von Taxi-Fahrern gehört, fällt aufgrund der Corona-Krise in dieser Zeit weitestgehend weg. Die Unternehmer leiden unter den Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens und beklagen Umsatzverluste. Die Siegener Zeitung hat mit zwei heimischen Betreibern gesprochen. – Ein Stimmungsbild:
„Natürlich sind wir finanziell betroffen. Aber es geht in der Taxi-Branche auch um die Gesundheit von Kunden und Fahrern“, sagte Kerstin Spies, Inhaberin von Taxi-Spies in Weidenhausen. Einen großen Einbruch habe ihr Unternehmen vor allem beim Schülerverkehr hinnehmen müssen: „Normalerweise gehört der regelmäßige Schülerverkehr für uns zu den planbaren Fahrten – und fällt jetzt komplett weg.“
Die Corona-Krise mache sich zudem auch im Bar-Geschäft bemerkbar. Taxen werden laut Kerstin Spies derzeit nur wenig im Alltag genutzt: „Es sind noch ältere Menschen, die zum Einkaufen fahren.“ Generell sei die Nachfrage aber rapide gesunken – auch weil Veranstaltungen abgesagt und Lokale geschlossen wurden: „Wo sollen die Menschen noch hinfahren? Das private Vergnügen ist hinfällig“, konstatierte Kerstin Spies.
Aus diesem Grund sei auch das Nachtgeschäft komplett eingebrochen „und eingestellt“ worden, betonte die Inhaberin. Im Innenraum ihrer Taxen habe sie derweil „zum Schutz aller“ Plexiglas anbringen lassen: „Das trennt den vorderen vom hinteren Fahrgastraum ab“, erklärte die Unternehmerin. Die Geldübergabe sei aber durch eine kleine Öffnung weiterhin möglich.
Um „den größtmöglichen Abstand“ im Fahrzeug zu gewährleisten, bat Kerstin Spies darum, „wenn möglich, das Taxi nur mit einer Person zu nutzen, die dann hinten rechts auf der Beifahrerseite Platz nimmt.“ Ihren Mitarbeitern, die alle Hygienemaßnahmen strikt befolgten und auch in dieser schwierigen Zeit weitermachten wie bisher, sprach Kerstin Spies ihren Dank aus.
Das Unternehmen aus der Odebornstadt mit zwölf Festangestellten – und diversen Mini-Jobbern – habe trotz der Krise für seine versicherungspflichtigen Mitarbeiter noch kein Kurzarbeitergeld beantragen müssen: „Wir hoffen, dass wir das umgehen können“, betonte die Inhaberin. Bis Mitte März habe das Unternehmen noch einen normalen Umsatz gemacht. Erst seit dem 16. März – dem Tag, an dem die Schulen geschlossen wurden – registrierte Taxi-Spies immer weniger Aufträge. Zudem seien auch viele geplante Fahrten storniert worden.
Ob das Unternehmen staatliche Hilfe in Anspruch nehmen wird, blieb vorerst unklar: „Wir wollen die genauen Zahlen vom März abwarten, um zu schauen, ob wir die Kriterien für das Hilfspaket erfüllen und dieses dann eventuell beantragen“, sagte Kerstin Spies. Ähnlich sieht es auch bei Taxi-Ropi in Bad Laasphe aus. „Es ist natürlich eine schwierige Geschichte“, sagte Inhaberin Ulrike Rothenpieler. Ihr Taxi- und Mietwagen-Service beklage alleine im Schülerverkehr – „der von jetzt auf gleich weggefallen ist“ – einen Verlust von 80 Prozent. Auch das tägliche Taxigeschäft laufe „schlecht bis sehr schlecht“, sagte die Unternehmerin. Weil das gesellschaftliche Leben still steht, habe sie das Nachtgeschäft komplett einstellen müssen: „Ab 20 Uhr abends fahren wir nicht mehr. Es hat ja alles zu. Finanziell lohnt sich das nicht.“
Trotz der Krise bietet das Taxi-Unternehmen mit 14 Mitarbeitern weiterhin alle Leistungen wie zum Beispiel Kranken-, Kurierfahrten oder Flughafentransfers an. Vor allem bei Krankentransporten nehme Ulrike Rothenpieler aber einen Rückgang war: „Die einen fahren noch mit dem Taxi, die anderen aufgrund der Situation lieber selbst.“ Um die Sicherheit von Kunden und Fahrern zu gewährleisten, werden laut Ulrike Rothenpieler alle Hygienemaßnahmen befolgt. Fahrgäste würden darüber hinaus angeregt, hinten einzusteigen. Klar sei aber auch, dass sich das im Alltag nicht immer praktizieren lasse. Der geforderte Sicherheitsabstand von zwei Metern kann im Fahrzeug „natürlich nicht eingehalten“ werden, berichtete die Inhaberin.
Auch um ihre Zukunft mache sich die Unternehmerin Sorgen: „Man hängt in der Luft und weiß nicht, wie lange die Situation anhält.“ Auch deshalb habe Ulrike Rothenpieler einen Soforthilfezuschuss beantragt: „Ich habe bereits einen Bescheid über den Auftragseingang bekommen. Auf die Zahlung muss ich aber noch warten.“

Autor:

Alexander Kollek

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