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Stadt und Planungsbüro liefern Argumente
Darum ist der Netto-Nahversorger nötig

Nadja Thorwirth-Vahl und ihr Vater Hubert Thorwirth von der GFG in Korbach planen den Bau eines Netto-Marktes in Bad Laasphe. Zunächst hoffen sie aber auf die Zustimmung aus der Politik.
  • Nadja Thorwirth-Vahl und ihr Vater Hubert Thorwirth von der GFG in Korbach planen den Bau eines Netto-Marktes in Bad Laasphe. Zunächst hoffen sie aber auf die Zustimmung aus der Politik.
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  • hochgeladen von Alexandra Pfeifer

howe Bad Laasphe. Die wichtigste Frage sollte beim Pressegespräch kurz vor der Haupt- und Finanzausschuss-Sitzung an diesem Donnerstag in Bad Laasphe geklärt werden: Warum braucht es einen weiteren Supermarkt, wenn die Stadt doch mit Rewe, Aldi, Lidl und Edeka bereits gut versorgt ist?
Genau so denken nämlich viele Bürger, die zuletzt – ähnlich wie Teile der Politik – Zweifel an der Sinnhaftigkeit eines zusätzlichen Nahversorgers anmeldeten. Dazu muss man wissen: Die Stadt Bad Laasphe ist schon seit Jahren unterwegs, eben jene zentrumsnahe Nahversorgung sicherzustellen.
Stadt ist laut IHK unterversorgt Aktuell hat eine Auswirkungsanalyse der Markt und Standort Beratungsgesellschaft aus Erlangen in 2019 ergeben, dass die Lahnstadt nur 67 Prozent der verfügbaren Kaufkraft bindet.

howe Bad Laasphe. Die wichtigste Frage sollte beim Pressegespräch kurz vor der Haupt- und Finanzausschuss-Sitzung an diesem Donnerstag in Bad Laasphe geklärt werden: Warum braucht es einen weiteren Supermarkt, wenn die Stadt doch mit Rewe, Aldi, Lidl und Edeka bereits gut versorgt ist?
Genau so denken nämlich viele Bürger, die zuletzt – ähnlich wie Teile der Politik – Zweifel an der Sinnhaftigkeit eines zusätzlichen Nahversorgers anmeldeten. Dazu muss man wissen: Die Stadt Bad Laasphe ist schon seit Jahren unterwegs, eben jene zentrumsnahe Nahversorgung sicherzustellen.

Stadt ist laut IHK unterversorgt

Aktuell hat eine Auswirkungsanalyse der Markt und Standort Beratungsgesellschaft aus Erlangen in 2019 ergeben, dass die Lahnstadt nur 67 Prozent der verfügbaren Kaufkraft bindet. Außerdem legt ein „Zentrumsmonitor“ der Industrie- und Handelskammer dar, wie unterversorgt die Stadt mit 2,7 auf einer Skala rangiert, deren bester Wert die 5 ist. In der Region bildet Bad Laasphe das Schlusslicht. Mit eben diesen Argumenten warteten jetzt Bürgermeister Dirk Terlinden sowie die beiden Verantwortlichen der Gesellschaft für Geschäftsraumvermittlung (GfG), Hubert Thorwirth und dessen Tochter Nadja Thorwirth-Vahl auf. „Wir wollen gegenüber der Öffentlichkeit für Klarstellung sorgen“, so Dirk Terlinden. Angesprochen werden sollten „Dinge, die in der Interessen geneigten Debatte vielleicht untergegangen sind.“

„Geheime“ Sitzung zum Netto-Markt in Bad Laasphe

Vorneweg: Die kritischen Stimmen, nach einer informativen Ratsmitglieder-Runde gleich mit einer Verwaltungsvorlage in den Haupt- und Finanzausschuss zu gehen, hat Dirk Terlinden vernommen. „Das geht ja nicht nach dem Motto, rein formal reden wir mal drüber. Da brauchen wir eine Vorlage.“

Laaspher Westen ist schlecht aufgestellt

Würde der Fachausschuss dieser am Donnerstag folgen, wären die weiteren Schritte – Vorkaufsrecht, Grundstücksverkauf, Bebauungsplan- und Flächennutzungsplanänderung sowie Bauantragsverfahren – in trockenen Tüchern. Bis dahin sollen Argumente gebracht werden. Unter anderem ist dies die sogenannte Knochentheorie, zu der die Bezirksregierung zuletzt festgestellt hatte, die Stadt Bad Laasphe habe hier noch Luft nach oben. Gemeint ist eine Nahversorgung an einem Ende der Stadt – bei einem fehlenden anderen Ende. Optimal wäre hier die Versorgung am anderen Ende, eben um das Zentrum  insgesamt stärken zu können. Im Laaspher Osten ist man mit dem Koch-Center bestens aufgestellt, im Westen nicht. „Es wäre sinnvoll, ein fußläufiges Angebot vorzuhalten. Auch wegen der Altersstruktur der Menschen“, sagt Nadja Thorwirth-Vahl. „Wir sind außerdem dabei, die Stadt mit weiteren Bürgern zu bestücken“, konstatiert der Bürgermeister. Und meint 38 Wohneinheiten in den Stadt-Villen, 20 Wohneinheiten am Eichelkamp oder 22 vor den Hasseln.

Wer hier einkauft, muss künftig nicht mehr durch die ganze Stadt fahren.
Hubert Thorwirth
Geschäftsführer GfG

Außenstehendes Wiesenstück soll als Parkplatz dienen

Was Dirk Terlinden nicht ansprach, verrät dann aber Nadja Thorwirth-Vahl hinter den Kulissen: der Abriss der ehemaligen Emmaburg-Klinik, wobei nur das alte Gebäude erhalten bleiben soll. Fünf Häuser für Familien plus weitere für barrierefreies Wohnen sollen entstehen (SZ berichtete). Da käme der Netto-Markt in Rathausnähe gerade recht. Für Dirk Terlinden ist aus den vorgelegten Untersuchungen klar: „Selbst, wenn der Netto hier hin kommt, würde Edeka und Rewe nicht sterben.“ Der Markt selbst steht auch nicht auf einem großen Teil des Parkplatzes, wie mitunter gemunkelt wird. „Wir haben ein außenstehendes Wiesenstück, das wir mit nutzen“, so Nadja Thorwirth-Vahl. Der Markt rage zwar ein Stück in die Parkfläche hinein, nehme aber nichts weg. 59 Plätze für Autos sollen vorgehalten werden – genauso viele wie jetzt auch. Dafür wird die Hecke zum Mehrgenerationenspielplatz ein wenig nach unten verlegt. Der Spielplatz selbst bleibt unberührt. Im Gegenteil: „Der Investor will das Gelände neu gestalten, ein Spielgerät soll auf seine Kosten hinzukommen“, erläutert Hubert Thorwirth.

Netto soll einen Backshop mit Café bekommen

Der neue Netto hat eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmeter. Mit einem Backshop plus Café und mehreren Sitzplätzen im Außenbereich soll die Aufenthaltsqualität dort verbessert werden. Hubert Thorwirth sagt noch etwas: Wer hier einkauft, muss künftig nicht mehr durch die ganze Stadt fahren.“ Mit dem Wochenmarkt mittwochs soll eine „gegenseitige Befruchtung“ stattfinden. Überdies würden im Netto 15 Arbeitsplätze geschaffen, davon 5 Vollzeit. Von der Planung bis zur Umsetzung dauert es aber noch zweieinhalb Jahre.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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