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NABU kritisiert Stadt wegen aktuellen Lärmaktionsplans
Das „Bad“ nicht verdient?

Noch immer laufen die Gespräche, wie die Sanierung der Bundesstraße 62 in Bad Laasphe umgesetzt werden soll. Offenbar schlägt die Stadt dem Landesbetrieb Straßen NRW vor, auch eine Radspur einzurichten  (Archivbild).
  • Noch immer laufen die Gespräche, wie die Sanierung der Bundesstraße 62 in Bad Laasphe umgesetzt werden soll. Offenbar schlägt die Stadt dem Landesbetrieb Straßen NRW vor, auch eine Radspur einzurichten (Archivbild).
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

howe Bad Laasphe.  Hart ins Gericht geht der Kreisverband Siegen-Wittgenstein des Naturschutzbunds (NABU) mit der Stadt Bad Laasphe. Stein des Anstoßes ist erneut der Lärmaktionsplan (Stufe 3), der dem NABU bereits im August übel aufgestoßen war. Da hatten die Naturschützer gefordert, die Stadt solle ihren Lärmaktionsplan unbedingt mit den aktuellen Planungen zur Neugestaltung der Bundesstraße 62 in der Ortsmitte verknüpfen. Der Rat ließ den Tagesordnungspunkt übrigens in seiner jüngsten Sitzung aus. Die Fraktionen hatten noch Beratungsbedarf.
NABU spart nicht mit KritikJetzt liegt der Aktionsplan samt Stellungnahmen im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange vor, der Rat soll ihn in seiner kommenden Sitzung am Donnerstag, 4. Februar (18.

howe Bad Laasphe.  Hart ins Gericht geht der Kreisverband Siegen-Wittgenstein des Naturschutzbunds (NABU) mit der Stadt Bad Laasphe. Stein des Anstoßes ist erneut der Lärmaktionsplan (Stufe 3), der dem NABU bereits im August übel aufgestoßen war. Da hatten die Naturschützer gefordert, die Stadt solle ihren Lärmaktionsplan unbedingt mit den aktuellen Planungen zur Neugestaltung der Bundesstraße 62 in der Ortsmitte verknüpfen. Der Rat ließ den Tagesordnungspunkt übrigens in seiner jüngsten Sitzung aus. Die Fraktionen hatten noch Beratungsbedarf.

NABU spart nicht mit Kritik

Jetzt liegt der Aktionsplan samt Stellungnahmen im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange vor, der Rat soll ihn in seiner kommenden Sitzung am Donnerstag, 4. Februar (18.30 Uhr im Haus des Gastes), beschließen. In seiner Stellungnahme spart der NABU nicht mit Kritik, spricht der Stadt Bad Laasphe sogar den „Bad“-Titel ab. Voller Erstaunen habe man zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Stadt zwar verschiedene Möglichkeiten zur Minderung der Lärmbelastung aufführe, selbst aber keine auf Bad Laasphe zugeschnittenen Maßnahmen entwickle, heißt es. Die Stadt trage den Titel „Bad“, was nach dem Kurortegesetz NRW mit bestimmten Auflagen verknüpft sei – auch, was die Lärmbelastung anbetreffe. Die Stadt sollte daher Bereiche im Stadtgebiet identifizieren, die eine spezielle Bedeutung für den allgemeinen Kurbetrieb besitzen, um diese vor eventuellem Lärm zu schützen. „Es ist also unverständlich, – wenn die Stadt Bad Laasphe hinsichtlich der Lärmplanung keinerlei Initiative ergreift – den Titel Bad für die Stadt zu erhalten“, teilt NABU-Sprecherin Helga Düben mit.
Der bisher ausgearbeitete Lärmaktionsplan erfülle weder die rechtlichen noch die sachlichen Voraussetzungen. Er dürfe also in dieser Form nicht verabschiedet, sondern müsse neu ausgearbeitet werden. Der NABU stört sich insgesamt an dem Fazit der Stadt Bad Laasphe. Die erklärt in ihrem Lärmaktionsplan, dass die Stadt lediglich im Bereich der Bundesstraße 62 vom Umgebungslärm betroffen sei. Insofern oblägen bestimmte Maßnahmen dem Träger, also Straßen NRW. Die Stadt selbst könne hier keine Maßnahmen durchführen. Das sieht der NABU etwas anders. Helga Düben meint, diese auf die B 62 zutreffende Sichtweise entbinde die Stadt aber nicht davon, wirksame Maßnahmen aufzuführen und in Gesprächen mit dem Landesbetrieb Straßen NRW auf eine Durchführung zu drängen.

Über Flüsterasphalt nachdenken

Der NABU schlägt vor, bei den Planungen der in diesem Jahr zu sanierenden B 62 über die Verwendung von Flüsterasphalt nachzudenken. Überdies könne eine Lärmbelastung auch durch eine Verringerung des KfZ-Verkehrs reduziert werden. „Dies kann durch die Förderung des Fußgänger- und Radverkehrs erfolgen. Im Rahmen der Sanierung der B 62 muss daher überlegt werden, ob man eine Radspur einrichten kann, um den Fahrradverkehr zu fördern“, sagte Helga Düben. Damit einher gehe auch die Förderung der Elektromobilität mit leisem Antrieb. Schließlich, so der Vorschlag des NABU, solle die Stadt die Hausbesitzer auf die Möglichkeiten eines passiven Lärmschutzes mittels Einbau von Schallschutzfenstern aufmerksam machen.
Die Stadt Bad Laasphe beantwortet die Anregungen des NABU detailliert. Grundsätzlich stelle man „nach erneuter Prüfung“ fest, dass der Lärmaktionsplan sachlich und rechtlich den Anforderungen entspreche. Was die einzelnen Vorschläge anbetrifft, so sollen die zum Teil in die Planungen der neuen B 62 aufgenommen werden. Hier laufen aktuell die Gespräche mit dem Landesbetrieb Straßen NRW, was die Umsetzung und Machbarkeit anbetrifft. Die Maßnahme „Flüsterasphalt“ sei berücksichtigt, mache aber nur außerorts bei einer Geschwindigkeit von über 60 km/h Sinn, so die Stadt. Der Anregung, eine Radspur einzurichten, werde gefolgt, sie sei auch in den Lärmaktionsplan aufgenommen worden. Auch der Einbau von Schallschutzfenstern sei im Entwurf des Aktionsplanes enthalten, stellt die Stadt fest.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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