Das Naturschauspiel fest im Blick

Wahlpflichtkurs des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe nutzte den Plantenlehrpfad

sz Bad Laasphe. Seit mehr als 2000 Jahren hat es das nicht gegeben. Unser Nachbarplanet Mars kommt uns Ende August so nah wie seit der Antike nicht mehr. Schon jetzt bietet der rote Planet in klaren Nächten gegen Mitternacht eine imposante Erscheinung über dem südlichen Horizont. Seine Leuchtkraft wird sich in den nächsten Wochen bis Ende August sogar noch fast verdoppeln. Am 27. August ist es dann so weit: Erde und Mars »begegnen« sich mit einer Entfernung von weniger als 56 Mill. Kilometer. Begegnungen zwischen beiden Planeten finden ungefähr alle zwei Jahre statt, und zwar dann, wenn die Erde ihren äußeren Nachbarn auf der Innenbahn überholt.

Bei ihrer jüngsten Begegnung fand der Überholvorgang mit einem Abstand von mehr als 67 Mill. Kilometer statt und 1995 schafften sie es nicht einmal, sich auf 100 Mill. Kilometer anzunähern. Diesmal ist der Abstand unter astronomischen Bedingungen fast minimal, viel näher als jetzt können sich beide Planeten nicht mehr kommen. Theoretisch wäre eine geringste Entfernung von etwa 54,5 Mill. Kilometer möglich. Dies wird wohl nur in Jahrmillionen – wenn überhaupt – auftreten. Aber auch eine so geringe Entfernung wie jetzt kommt nur alle paar Jahrhunderte vor, in den beiden vergangenen Jahrtausenden ist sie sogar kein einziges Mal erreicht worden.

Erst im Jahr 2287 wird der diesjährige Rekord voraussichtlich gebrochen. Dann schaffen es die beiden Planeten, sich noch mal um 68000 Kilometer näher zu kommen als in diesem Jahr. Obwohl Erde und Mars Nachbarn sind, können sie sich zwischen zwei Begegnungen weit voneinander entfernen. Wenn sie sich auf verschiedenen Seiten der Sonne befinden, kann die Entfernung beider Planeten sogar auf etwa 400 Mill. Kilometer anwachsen. Dabei ist Mars nicht einmal derjenige Planet, der der Erde am nächsten kommen kann. Venus schafft es regelmäßig, auf weniger als 40 Mill. Kilometer an uns heranzukommen und da sie größer ist als Mars, müssten wir sie eigentlich noch deutlicher sehen, wenn sie uns besonders nah ist. Im Wahlpflichtkurs Mathematik/Erdkunde der Klasse neun des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe stand im zu Ende gehenden Halbjahr Astronomie auf dem Lehrplan. Mit ihrem Kurslehrer Winfried Damm haben sich die Schüler natürlich auch mit dem bedeutendsten astronomischen Ereignis des Jahres 2003 beschäftigt. Sie haben nicht nur aus den Bahndaten der Planeten die genannten größten und kleinsten Entfernungen berechnet, sondern diese auch auf dem Planetenlehrpfad dargestellt, um sich von den astronomischen Zahlen eine anschauliche Vorstellung zu machen.

Dazu haben sich Schüler auf die Positionen gestellt, wo sich Erde und Mars Ende August befinden werden. Die Planetenstationen auf dem Lehrpfad zeigen nämlich die mittlere Entfernung der einzelnen Planeten zur Sonne. Da aber alle Planeten unseres Sonnensystems nicht auf Kreisbahnen, sondern auf Ellipsen um die Sonne fliegen, befinden sie sich zu bestimmten Zeiten weiter entfernt und zu anderen Zeiten näher zur Sonne als es die Planetenstationen auf dem Lehrpfad zeigen. Im August befindet sich die Erde überdurchschnittlich weit von der Sonne entfernt, während Mars zur gleichen Zeit den sonnennächsten Punkt seiner Bahn, das so genannte Perihel, erreicht.

Da sich Sonne, Erde und Mars außerdem auf einer Linie befinden, konnten die Bedingungen von den Schülern auf dem Planetenlehrpfad maßstabsgetreu simuliert werden. Diese äußerst seltene Konstellation führt zu dem bevorstehenden Schauspiel, das man in seinem Leben höchstens einmal beobachten kann.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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