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Laientheater "Dem Nebel so nah"
Das Zeug zu einem echten Thriller

Mit seinem Stück liefert „Dem Nebel so nah“ liefert Ewald Landgraf eine mitreißende Psycho-Geschichte.
  • Mit seinem Stück liefert „Dem Nebel so nah“ liefert Ewald Landgraf eine mitreißende Psycho-Geschichte.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

schn Bad Laasphe. Zum Theaterabend hatte die Freie evangelische Gemeinde geladen, und auf dem Programm stand das Stück „Dem Nebel so nah”, das das Potenzial zu einem echten Thriller hat. Die Stimmung passte, die Story bot alles, was es zu einem spannenden und düsteren Theaterbesuch brauchte. Die Schauspieler, allesamt Amateure, spielten souverän und ohne die sonst bei Laientheatern oft erkennbaren Schwächen in Betonung und Bühnenpräsenz. Das Bühnenbild kam mit einigen wenigen Utensilien aus, schwarze Stoffbahnen und einige Hocker reichten schon aus, um eine dichte Atmosphäre zu gestalten. An der Lahn gastierte das „Theater zum Einsteigen”.
Merkwürdige Ereignisse häufen sichDie Handlung ist schnell erzählt.

schn Bad Laasphe. Zum Theaterabend hatte die Freie evangelische Gemeinde geladen, und auf dem Programm stand das Stück „Dem Nebel so nah”, das das Potenzial zu einem echten Thriller hat. Die Stimmung passte, die Story bot alles, was es zu einem spannenden und düsteren Theaterbesuch brauchte. Die Schauspieler, allesamt Amateure, spielten souverän und ohne die sonst bei Laientheatern oft erkennbaren Schwächen in Betonung und Bühnenpräsenz. Das Bühnenbild kam mit einigen wenigen Utensilien aus, schwarze Stoffbahnen und einige Hocker reichten schon aus, um eine dichte Atmosphäre zu gestalten. An der Lahn gastierte das „Theater zum Einsteigen”.

Merkwürdige Ereignisse häufen sich

Die Handlung ist schnell erzählt. Eine Familie hat in ein Hotel eingecheckt, und schon nach kurzer Zeit beginnen die merkwürdigen Ereignisse. Handys funktionieren nicht immer, Türen sind verschlossen, Tochter Svenja ist verschwunden, und keiner kann sich an sie erinnern. Hauptperson Kay Sieder kann plötzlich keine Nähe mehr zulassen, was zwar Frau Ute und Tochter Jennifer wundert, ihn selbst aber gar nicht. Langsam kommen der Familie Zweifel am Treiben im vermeintlichen Hotel. Im Nachbarzimmer gibt es erste Informationen von einem Gast, der sich schnell als ziemlich verrückt herausstellt und dessen Freunde Bruce Wayne und Clark Kent sind, also Batman und Superman. Nur er, Karlo, kann sie sehen, natürlich, und selbstverständlich können die beiden imaginären Superhelden nichts zur Situation beitragen. „Als Drohne taugt er noch”, sagt der Verrückte über Superman, der im Hotel wohl ordentlich Pfunde zugelegt hat.

Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen?

Bald stellt sich heraus, dass auch die Hotelangestellten nicht das sind, was sie zu sein scheinen. Freunde und Familie kommen vorbei, reden auf den Protagonisten ein. Und auch wenn sie sich nicht wohl fühlen, so stecken sie doch irgendwie mitten drin in diesem Komplott. Der Protagonist ist ein Pastor, er steht fest zu seinem Glauben. Und doch wird er immer wieder gefragt, ob sein Glaube der richtige ist. Er kann sich nicht vorstellen, dass Gott Leid zulässt – und doch muss er eine Prüfung nach der anderen bestehen. Hinterfragen ist für ihn keine Option, sein Glaube ist fest wie ein Fels. Auch wenn der Name nur einmal fällt, so ist die Geschichte eine Bearbeitung des Hiob-Themas. Die Frage, die immer wieder gestellt wird: Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen, ohne von Gott abzufallen? Nach Monaten der Corona-Pandemie und der Flut im Ahrtal eine ziemlich aktuelle Frage.

Laiendarsteller liefern bei "Dem Nebel so nah" ab

Mit seinem Stück liefert Ewald Landgraf eine mitreißende Psycho-Geschichte. Und die Auflösung bringt schließlich eine überraschende Wendung, die beim genauen Nachdenken nach dem Stück schon ein wenig offensichtlich wirkt, im Stück selbst aber mit einem feinen Knall daher kommt.
Bedenkt man, dass Amateure auf der Bühne standen und der Vorlauf eher kurz war, war die schauspielerische Leistung beachtlich. Allerdings: „Dem Nebel so nah“ krankt an seinem zu direkten Gottesbezug. Der kommt immer wieder wie ein Dampfhammer daher, und das bricht mit der sonst sehr schlüssigen Thriller-Stimmung. Hier wäre weniger mehr und würde dem Charakter Kay, gespielt von Michael Becker, mehr Tiefe geben. Karlo (Jockel Hofmann) dagegen bekommt genau diesen Platz, sich zu entfalten. Auch würde sich die Botschaft, die Frage von Verlust und Loslassen, der Punkt an dem Menschen sich in sich selbst zurückziehen und die sich vor der Welt verschließen, noch deutlicher hervortreten. Das Potenzial für größere Bühnen wäre da.

Autor:

Guido Schneider aus Siegen

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