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WKW in Banfe
Der Fahrplan für die Schließung steht fest

Das Banfer Werk der Walter Klein GmbH & Co. KG (WKW) stellt zum 31. März 2021 die Fertigung ein. Die Unternehmensleitung und der Betriebsrat haben eine Vereinbarung über Abfindungsregelungen für die verbliebenen Beschäftigten getroffen.
  • Das Banfer Werk der Walter Klein GmbH & Co. KG (WKW) stellt zum 31. März 2021 die Fertigung ein. Die Unternehmensleitung und der Betriebsrat haben eine Vereinbarung über Abfindungsregelungen für die verbliebenen Beschäftigten getroffen.
  • Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

bw Banfe. Das Schließungsdatum des Banfer Werks der Walter Klein GmbH & Co. KG (WKW) steht schon seit längerer Zeit im Raum: Zum 31. März 2021 wird die Produktion am Standort in Wittgenstein des Wuppertaler Automobilzulieferers eingestellt. Nun haben sich aber die Geschäftsführung und der Betriebsrat auf den Fahrplan der Schließung geeinigt. Wie das Unternehmen mitteilte, ist die Vereinbarung inzwischen unterzeichnet und damit verbindlich. Um an diesen Punkt zu gelangen, war es jedoch erforderlich, die Einigungsstelle anzurufen, da es zuvor zu keiner Einigung gekommen war. Über die konkreten Inhalte der Vereinbarung haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart, wie Unternehmenssprecherin Monika Kocks auf SZ-Anfrage erläuterte.

bw Banfe. Das Schließungsdatum des Banfer Werks der Walter Klein GmbH & Co. KG (WKW) steht schon seit längerer Zeit im Raum: Zum 31. März 2021 wird die Produktion am Standort in Wittgenstein des Wuppertaler Automobilzulieferers eingestellt. Nun haben sich aber die Geschäftsführung und der Betriebsrat auf den Fahrplan der Schließung geeinigt. Wie das Unternehmen mitteilte, ist die Vereinbarung inzwischen unterzeichnet und damit verbindlich. Um an diesen Punkt zu gelangen, war es jedoch erforderlich, die Einigungsstelle anzurufen, da es zuvor zu keiner Einigung gekommen war. Über die konkreten Inhalte der Vereinbarung haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart, wie Unternehmenssprecherin Monika Kocks auf SZ-Anfrage erläuterte. Dem Banfetal und dem Wittgensteiner Raum gehen durch die Schließung insgesamt bis zu 220 Arbeitsplätze verloren.

Bei WKW in Banfe bleibt nur eine Maschine in Betrieb

Die offizielle Sprachregelung von WKW lautet Teilbetriebsschließung: Ein Großteil der Fertigung wird in andere Werke verlagert – nach SZ-Informationen bleibt offenbar nur eine Maschine in Banfe in Betrieb. Hier sind aktuell noch etwa 200 Mitarbeiter tätig. Natürlich hätten sich ein paar Beschäftigte bereits neu orientiert, so Monika Kocks, nachdem im Januar die Entscheidung, den Standort zu schließen, durch das Unternehmen veröffentlicht worden war. Alle noch angestellten Mitarbeiter bleiben bis zum 31. März 2021 im Werk beschäftigt und haben bis dahin eine Jobgarantie.
Um wirtschaftliche Nachteile möglichst abzumildern, wird das Gesamtpaket neben einer Abfindung eine Klageverzichtsprämie umfassen. Mitarbeiter, die dem Werk in Banfe bis zum 31. März 2021 die Treue halten und im Betrieb aktiv weiterarbeiten, werden eine zusätzliche Prämie erhalten. Mögliche Härtefälle werden ebenfalls zusätzlich berücksichtigt, wie das Unternehmen bekannt gab. Eine Transfergesellschaft wurde seitens des Betriebsrates am Ende nicht mehr gefordert. Die Geschäftsführung dankt in der Mitteilung ausdrücklich der Belegschaft und deren Interessenvertretung für die Anstrengungen und die Mühen in den zurückliegenden und in den noch kommenden Monaten.

IG Metall konnte nicht eingreifen

Andree Jorgella, 1. Bevollmächtigter der IG Metall, hätte sehr gerne den Kolleginnen und Kollegen bei WKW in den vergangenen Monaten geholfen. Allein – die Hilfe der Gewerkschaft war vom Betriebsrat gar nicht gewünscht. So konnte die IG Metall zwar ihre Mitglieder in der Belegschaft beraten, aber nicht aktiv in den Prozess eingreifen. Die Arbeitnehmervertretung habe auf ihren Rechtsbeistand vertraut – die IG Metall hätte dann hinterher „Krawall machen sollen“, erinnerte sich Andree Jorgella: „Wir hätten keinen Krawall gemacht, wir hätten dort gestalten wollen und Druck aufgebaut.“ Die Gewerkschaft hätte nämlich das Ziel einer Weiterführung der Produktion am Standort Banfe verfolgt, „wenn der Betriebsrat uns angerufen hätte“. Aber genau das sei leider nicht erfolgt. Die Gewerkschaft hätte auch auf Einrichtung einer Transfergesellschaft gedrängt, betonte Andree Jorgella im SZ-Gespräch.
WKW stellt an Standorten in Deutschland, Ungarn, Frankreich, Monaco, Nordafrika und Nordamerika Zier- und Funktionsbauteile aus Aluminium, Stahl sowie Kunststoff her. Das Unternehmen zählt nahezu alle renommierten Automobilhersteller zu seinen Kunden und beschäftigt weltweit über 4000 Mitarbeiter. In Nordrhein-Westfalen produziert die Unternehmensgruppe an bisher vier Standorten mit einer Belegschaft von etwa 2500 Personen Mit der Schließung des Banfer Werks will sich das Unternehmen „gesund schrumpfen“, wie es im Januar hieß.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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