Der gottgegebene Pluspunkt: »Und das Dorf liegt halt schön«

Die Puderbacher feiern bekanntermaßen gern gemeinsam – und vielleicht bietet ihnen der Wettbewerb den nächsten Anlass für ein großes Fest

JG Puderbach. Knapp über 500 Einwohner zählt Puderbach – und außerdem sechs Vereine und mindestens noch einmal so viele Gruppierungen. In Puderbach wird geböllert, Gospel gesungen, Schalke gefrönt, Brauchtum gepflegt, Sport getrieben und immer wieder gern gefeiert. Selten im kleinen, aber ganz oft im großen Rahmen. Bestes Beispiel dafür: das grandiose Dorfjubiläum zum 750-jährigen Bestehen vor zwei Jahren. Augenfällig war damals die sehr gute Dorfgemeinschaft und die wurde bei den bisherigen drei Teilnahmen am Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft« auch jedes Mal ganz besonders hervorgehoben. »Und das Dorf liegt halt schön«, freut sich Ortsvorsteher Herbert Marczoch über einen Gott gegebenen Puderbacher Pluspunkt. Nicht umsonst habe der Ort im ersten Anlauf Mitte der 90er Jahre direkt einen zweiten Platz beim Dorfwettbewerb geholt.

Orchideen, Kräuter und Streuobstwiesen

Inzwischen ist es die vierte Teilnahme. Mit der Kommission werde er den alten malerischen Ortskern zu Fuß begehen, das müsse reichen. In einem Jahr sei er mit der Jury mal in einem Bus unterwegs gewesen, der dann fast verunglückt wäre, erinnert sich Herbst Marczoch mit Schrecken zurück. Und so werde er den Bewertungsrichtern diesmal halt von einigen Dingen nur mündlich berichten: Vom Kirschwiesental mit seinen über 600 besonderen Pflanzen, seltenen Kräutern und gefährdeten Orchideen. Und von den 14 Streuobstwiesen im Ortsbereich.

Wehrkirche: »unser Juwel schlechthin«

Ein anderes Pfund, mit dem Puderbacher wuchern wollen, ihre wunderschöne Wehrkirche aus dem 13. Jahrhundert. »Unser Juwel schlechthin«, freut sich der Ortsvorsteher. Wobei das Schmuckstück über einem vermeintlichen Schandfleck thront. An der Kirchenböschung wuchert Cotoneaster, ein bequemer Bodendecker, der den Puderbachern in den vergangenen Jahren als ortsfremde Pflanze allerdings regelmäßig Minuspunkte eingebracht hat. Ihm soll es bis zum Besuch in der übernächsten Woche noch an die Wurzel gehen. Ein weiterer Grund zur Rüge war immer wieder eins der alten Bauernhäuser im Dorfkern. Die Außengestaltung des Fachwerks wurde von Kommissions-Mitgliedern bemängelt. Nun hat Besitzer Martin Faltinski-Schäfer beschlossen, hier komplett zu verschiefern. Fertig wird es nicht mehr, aber der gute Wille zählt. Und der Jury wird es hoffentlich gefallen.

Viele neue Arbeitsplätze geschaffen

Zu den Puderbacher Minuspunkten, um die man nicht herumkommt, gehört auch die komplett fehlende Infrastruktur. Es gibt weder Geschäfte noch Kneipen, aber Herbert Marczoch hat trotzdem etwas, über das er sich freuen kann. Im Bereich »Gewerbe« habe sich viel getan. Es gebe einige Arbeitgeber im Dorf. 20 oder 30 Arbeitsplätze seien so in den vergangenen Jahren hier geschaffen worden.

2000 Quadratmeter Fläche entsiegelt

Und außerdem seien rund 2000 Quadratmeter Fläche allein von Privatleuten entsiegelt worden. Das private und das durch Vereine kanalisierte Engagement sei in Puderbach schon immer sehr groß gewesen, doch gerade in Sachen »Entsiegelung« sah Herbert Marczoch ein deutlich gesteigertes Interesse der Bürger. Drei Punkt machte er dafür verantwortlich: die Teilnahme an den Dorfwettbewerben, das finanzielle Engagement der Stadt zur kompletten Umgestaltung der Dorfmitte und das starke Miteinander für das Dorfjubiläum. Und wenn beim Dorfwettbewerb alles gut geht, haben die Puderbacher ja vielleicht schon bald wieder einen Grund zu feiern.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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