»Der letzte Bus fährt um 13.15 Uhr«

Ausschuss erfuhr gestern, was ÖPNV-Kürzung für Schüler aus dem Oberen Lahntal bedeutet

JG Bad Laasphe. Bei der Laaspher Schulausschuss-Sitzung gestern Abend im Städtischen Gymnasium machte Schulleiter Winfried Damm den Kommunalpolitikern klar, was die Kürzungen im öffentlichen Nahverkehr bedeuten, wenn die derzeitigen Planungen des Kreises ab kommende Woche umgesetzt werden.

Nach der Fünften: auf den Bus – fertig – los

»Der letzte Bus fährt um 13.15 Uhr« – jedenfalls für die Schüler, die nach Volkholz, Großenbach, Benfe oder Lahnhof wollen. Pech gehabt, wenn man in der siebten Stunde Unterricht hat, diese endet um 13.50 Uhr. Von den vier Bussen, die früher nachmittags fuhren, ist jedoch auch nur noch einer übrig geblieben – und der fährt erst um 15.40 Uhr ins Obere Lahntal und nach Erndtebrück. Und von den beiden Bussen – die nach Bedarf nach der fünften Stunde unterwegs waren – gibt es ebenfalls nur noch einen. Wobei allein aus dem Städtischen Gymnasium an manchen Tagen 90 Schüler auf diesen Bus stürmen werden, hinzu kommen die von den inzwischen auch höchstfrequentierten beiden Schloss-Schulen.

»Kreis hatte ein Jahr Zeit für Konzept«

Der Bermershäuser Günter Rothenpieler (SPD) hatte beantragt, den Punkt auf die Tagesordnung zu setzen. Die Ausführungen von Winfried Damm machten deutlich, wie prekär die Situation gerade für die Oberlahntaler Schüler wird. Günter Rothenpieler sah vor allem Versäumnisse bei der Laaspher Verwaltung. Doch Hauptamtsleiterin Jutta Jung reichte diesen Schwarzen Peter sofort weiter. Aus dem Rathaus seien Briefe geschrieben worden, eine Lösung werde zwischen Kreis und Zweckverband »Personennahverkehr« ausgehandelt. Und nach ihren jüngsten Informationen sei das Problem ja nicht vom Himmel gefallen: Der Kreis Siegen-Wittgenstein habe ein Jahr lang Zeit gehabt, ein Konzept zu finden.

»Nicht gegen Siegerland-Flughafen, aber…«

Und der Großenbacher Willi Dreisbach (SPD) wunderte sich ebenfalls über den Kreis und seine Prioritäten: Auch ihm sei ja der Siegerland-Flughafen wichtig, aber wenn hier das Geld reingesteckt werde und für den ÖPNV sei keins mehr da, dann könne etwas nicht stimmen. Jürgen Borchert (CDU) sah zwar die Misere, zog sich aber auf die Position zurück, dass die Zuständigkeit beim Kreis liege.

Jugendraum Banfe kommt nicht in Schule

Deshalb trafen die Laaspher dann nur Entscheidungen auf Gebieten ihrer Zuständigkeit und Kompetenz. Nachdem der Jugendausschuss sich einstimmig dafür ausgesprochen hatte, dass der Banfer Jugendraum in einem Kellerraum der örtlichen Grundschule eingerichtet werden könne, sprach sich gestern Abend der Schulausschuss einstimmig dagegen aus. Etwas verwunderlich dabei, dass die personelle Besetzung der Ausschüsse in Teilen deckungsgleich ist. Das nun völlig entgegengesetzte Ergebnis resultierte aus einer Ortsbesichtigung – Jürgen Borchert: Das sei eine »dunkle Ecke« – und einer Sitzung der Elternpflegschaft – Wolfgang Schuppener (SPD): Gegen die Widerstände sei keine Jugendarbeit zu machen. Der Banfer riet dazu, den Januar abzuwarten, dann werden sich die örtliche Vereine zusammensetzen und speziell über die Thematik »Jugendraum« sprechen.

Gegen eine Stimme Ja zur Kunst gesagt

Hellauf begeistert war dann der Ausschuss von der Initiative »Ein Zeichen für die Schule« des Städtischen Gymnasiums. Allein gegen die Stimme der Vorsitzenden Hannelore Kuhn, CDU und Lehrerin des Städtischen Gymnasiums, sprach sich der Ausschuss für das Projekt aus. Der aus Feudingen stammende und in Freiburg lebende Holzkünstler CW Loth soll eine Skulptur schaffen, die von Stiftern finanziert vor dem unteren Eingang der Schule stehen könnte. Die Motivation der Kommunalpolitiker für ihre Entscheidung blieb unklar: ob es das ausgeklügelte künstlerische und finanzielle Konzept war oder die Tatsache, dass das Ganze weder die Stadt noch die Schule etwas kosten soll, aber den Ruhm der Einrichtung mehren könnte. Aber diese Entscheidung war bestimmt die richtige.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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