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Fairer Handel boomt
Der Weltladen sucht Nachwuchs

Heide Schäfer und Ruth Bayer (v. l.) sind begeisterte Weltladen-Mitarbeiterinnen. Viele Lebensmittel kaufen sie selbst gleich im Laden an der Bahnhofstraße.
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  • Heide Schäfer und Ruth Bayer (v. l.) sind begeisterte Weltladen-Mitarbeiterinnen. Viele Lebensmittel kaufen sie selbst gleich im Laden an der Bahnhofstraße.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe Bad Laasphe. Als einige junge Menschen aus der Bad Laaspher CVJM-Bewegung und aus der kirchlichen Ecke heraus 1983 den Weltladen-Verein gründeten, da schwammen sie sozusagen genau auf der Welle. Es war die Zeit, in der sich die Jugend für den Frieden einsetzte, für Völkerverständigung und für den fairen Handel. Letzteres sollte sich in der Lahnstadt zu einem regelrechten Trend entwickeln: Kaffee, Tee, Reis und Schokolade aus aller Welt, dazu Schmuck, Accessoires, Kosmetik und vieles mehr. So kämpfte eine relativ kleine Gruppe gegen die...

howe Bad Laasphe. Als einige junge Menschen aus der Bad Laaspher CVJM-Bewegung und aus der kirchlichen Ecke heraus 1983 den Weltladen-Verein gründeten, da schwammen sie sozusagen genau auf der Welle. Es war die Zeit, in der sich die Jugend für den Frieden einsetzte, für Völkerverständigung und für den fairen Handel. Letzteres sollte sich in der Lahnstadt zu einem regelrechten Trend entwickeln: Kaffee, Tee, Reis und Schokolade aus aller Welt, dazu Schmuck, Accessoires, Kosmetik und vieles mehr. So kämpfte eine relativ kleine Gruppe gegen die unterdrückenden und ungerechten Strukturen des Handels, gegen das Machtgefälle zwischen den Handelspartnern, gegen niedrige Rohstoffpreise, gegen den Machtmissbrauch durch Konzerne, gegen die Missachtung und den Abbau sozialer und ökologischer Standards, gegen Handelshemmnisse für Produkte aus Ländern des Südens durch hohe Importzölle oder durch Subventionen für landwirtschaftliche Produkte aus Industrieländern.

Weltladen Bad Laasphe besteht seit 15 Jahren

Heute hat sich da nicht viel geändert. Der Klimaschutzgedanke ist verstärkt hinzugekommen, die Angebotspalette wurde erweitert. Und seit 15 Jahren betreibt der Weltladen e.V. an der Bahnhofstraße einen Laden. „Die Lage ist sehr gut“, sagt Brigitte Beine als Vorsitzende des Vereins. Und Marita Rieger hinzu: „Als wir hier hinzogen, waren hier die Post, der Schlecker, die Metzgerei. Heute ist das alles weg. Das merkt man an der Frequenz.“ Wobei der Weltladen mit 15 Mitarbeitern ganz ordentlich läuft.

Brigitte Beine und Marita Rieger (v. l.) setzen sich seit vielen Jahren für das Projekt „Weltladen“ und fairen Handel ein.
  • Brigitte Beine und Marita Rieger (v. l.) setzen sich seit vielen Jahren für das Projekt „Weltladen“ und fairen Handel ein.
  • Foto: Holger Weber
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Einziges Manko: Trotz der durchaus positiven Mitarbeiterzahl hat der Weltladen Nachwuchssorgen. „Wir können junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut gebrauchen“, betont Brigitte Beine. Von den 15 seien ja keine neu hinzugekommen. „Wir haben etliche 80-Jährige und einen Altersschnitt von 70 Jahren.“ Um auch in Zukunft das Angebot der fairen Waren im Ladenanbieten zu können und die Vereinsarbeit aufrecht erhalten zu können, braucht es jüngere Mitstreiter. „Einmal in der Woche für drei Stunden“, nennt stellv. Vorsitzende Heide Schäfer die Arbeitszeit.

Weltladen Bad Laasphe sucht Helfer

„Ja, die Gesellschaft hat sich geändert“, ergänzt Roth Bayer, „aber vielleicht gibt es ja Interessierte, die uns für drei Stunden unterstützen.“ Dass der faire Handel zugelegt hat, können die Frauen nur bestätigen. Inzwischen ist das Sortiment im Laden weiter angewachsen. Neben den genannten Klassikern gibt es auch frisches Obst: Bananen von Banafair. Das Kilo für 4 Euro und unglaublich intensiv im Geschmack. Rosinen, Rumkugeln oder getrocknete Früchte, Gewürze und Honig gesellen sich dazu. Und nicht zu vergessen: Die Bio-Clementinen von der Sozialkooperative GOEL, ein Teil der Anti-Mafia-Bewegung. „Wir sind hier ein kleines Licht“, weiß Marita Rieger. „In den Großstädten läuft das noch anders.“ Aber dennoch sei das Angebot in Bad Laasphe gerechtfertigt. „Wir haben ganz viele Stammkunden. Besonders für unsere Lebensmittel haben wir eine feste Kundschaft“, berichtet Brigitte Beine.

Weltladen auf dem 1. Platz

Weltladen Bad Laasphe kann sich auf Stammkunden verlassen

Gerade in der Corona-Zeit sei es sehr wichtig gewesen, auf die Stammkunden zählen zu können. Übrigens geht es bei dem Weltladen-Projekt nicht um das Erzielen möglichst hoher Gewinne. Freilich fließt ein Teil ins tägliche Geschäft. Überschüsse werden aber sozialen Projekten zugeführt. Dafür fasst der Verein jedes Jahr auf seiner Jahreshauptversammlung entsprechende Beschlüsse. Zuletzt gingen 1500 Euro nach Deepam in Indien, um die Rehabilitation behinderter Kinder zu fördern. 500 Euro spendete der Verein an „Ärzte ohne Grenzen“. 500 Euro überwiesen die Laaspher an einen von der Flut in Hagen betroffenen Weltladen. Die Vereinsmitglieder sind mit Herzblut dabei und stellen sich in den Dienst der guten Sache. „Jetzt wäre es wünschenswert, wenn wir im Verein neue Mitglieder bekommen würden“, stellt Brigitte Beine fest. „Die Arbeit kann nur weitergehen, wenn wir auch für die Vorstandsarbeit Leute haben.“ Übrigens – und das wirft Ruth Bayer abschließend in die Runde: „15 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr sind doch sicher nicht zu viel.“

  • Der Weltladen an der Bahnhofstraße in Bad Laasphe öffnet montags und freitags von 15 bis 18 Uhr und dienstags bis samstags von 9.30 bis 12.30 Uhr. Interessierte können sich unter Tel. (01 60) 6 78 80 81 über den Ökumenischen Weltladen Bad Laasphe informieren.
Heide Schäfer und Ruth Bayer (v. l.) sind begeisterte Weltladen-Mitarbeiterinnen. Viele Lebensmittel kaufen sie selbst gleich im Laden an der Bahnhofstraße.
Brigitte Beine und Marita Rieger (v. l.) setzen sich seit vielen Jahren für das Projekt „Weltladen“ und fairen Handel ein.
Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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