»Die Chance beim Schopf packen«

Landratskandidat Robert Gravemeier sieht sich am 15. Juni als aussichtsreicher Außenseiter

Bad Laasphe. Mit »einer berechtigten Außenseiterchance« geht Robert Gravemeier nach eigener Einschätzung in die Landratswahl am Sonntag, 15. Juni. Der Bad Laaspher Bürgermeister, der als Einzelbewerber gegen Paul Breuer, Dr. Friedhelm Franz und Dr. Werner Rohr antreten wird, stellte seine Ziele und Perspektiven gestern Nachmittag bei einem Pressegespräch im Wohnzimmer seines Hauses an der Lahnstraße vor. Er kandidiere, weil er sich für die Region und ihre Menschen begeistern könne, gab er bei dieser Gelegenheit zu Protokoll.

»Keine Rücksicht auf politische Linie«

In der gestrigen Zusammenkunft unterstrich der Münsterländer, der seit acht Jahren als Verwaltungsleiter in der Lahnstadt arbeitet, den wesentlichen Unterschied zu den drei Konkurrenten um den Posten im Siegener Kreishaus. »Als Einzelbewerber kann ich mich auf die Sache konzentrieren, wenn es um Entscheidungen geht und muss nicht auf eine politische Linie Rücksicht nehmen«, so der 52-Jährige, der außerdem auf seine fundierte Verwaltungsfachausbildung aufmerksam machte. Als seine Stärken bezeichnete Robert Gravemeier Geradlinigkeit und Durchsetzungsstärke, außerdem Offenheit und Verlässlichkeit »und nicht zuletzt meine Bereitschaft, auch unbequeme Wege zu gehen«.

Berufliche Ausbildung in die Waagschale

Der Wahlkampf selbst sei für ihn zweifellos eine schwierige Angelegenheit, weil er eben nicht über die breite Unterstützung einer Partei verfüge. Doch dies sei kein Nachteil, »denn auch über die öffentlich inszenierten Auftritte der anderen Kandidaten bei allen möglichen Gelegenheiten gilt es nachzudenken«. Es sei seine feste Absicht, »die Chance, die sich mir bietet, jetzt beim Schopf zu packen«. Robert Gravemeier betonte, dass er seine berufliche Ausbildung und Erfahrung in die Waagschale werfe. In Wittgenstein sei er als Bad Laaspher Bürgermeister durchaus bekannt, »im Siegerland gibt es für mich sicherlich noch Nachholbedarf«. Gestern Nachmittag nannte der Bad Laaspher Verwaltungsleiter gleich mehrere Handlungsschwerpunkte im Falle seiner Wahl zum Landrat. Stichwort Kreisverwaltung: Ziel müsse eine Effizienzsteigerung bei gleichzeitiger Kostenreduzierung sein. Das Thema Wirtschaftsförderung sei ein ganz wesentlicher Schwerpunkt für den Mann im 13. Stockwerk des Kreishauses. Dazu bedürfe es der Beseitigung des Gewerbeflächendefizites von rund 150 Hektar durch die Ausweisung weiterer regional bedeutsamer Flächen. Damit einher gehe die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Lehrstellenproblematik im Kreisgebiet, so der Landratskandidat aus dem Wittgensteiner Land.

A4 nicht aus dem Auge verlieren

Weitere Eckpunkte des Strategiepapiers aus dem Hause Gravemeier: die Verbesserung des Fernstraßennetzes als Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Dazu gehörten zunächst der Ausbau der Bundesstraßen 62 und 508 und als Fernziel der A-4-Lückenschluss: »Diesen Punkt sollten wir nie aus dem Auge verlieren.« Riesiges Potenzial sehe er in der Ausweitung der heimischen Tourismuswirtschaft, »hier ist noch wesentlich mehr zu erreichen, als dies in der Vergangenheit der Fall war«. Robert Gravemeier sprach sich für die Interessen der heimischen Land- und Forstwirtschaft aus, er habe nämlich den Eindruck gewonnen, »dass sich die Untere Landschaftsbehörde des Kreises ein wenig verselbstständigt hat«. Der Einzelbewerber betonte außerdem Sicherung und Ausbau des Universitätsstandortes Siegen, eine Verbesserung der Polizeipräsenz in der Fläche und nicht zuletzt die Sicherung eines »bedarfsgerechten, bezahlbaren ÖPNV«. Natürlich gebe es darüber hinaus weitere Themenschwerpunkte für den Kreis Siegen-Wittgenstein, »Landrat zu werden, ist schlicht und ergreifend eine große Herausforderung«.

Ziel ist der zweite Wahlgang

Sein Wahlziel wollte Robert Gravemeier nicht in Prozenten formulieren, sondern dahingehend, »dass ich mich auf einen zweiten Wahlgang konzentriere«. Und wenn es schief geht? »Dann stehe ich trotzdem selbstbewusst da und habe als Bürgermeister alle Optionen.« Im Hinblick auf den 15. Juni müsse es ihm gelingen, möglichst viele Menschen für den Gang zur Wahlurne zu mobilisieren.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
Die Vorländer Mediengruppe hat ihr Stellenanzeigen-Portal 57jobs.de komplett überarbeitet.
3 Bilder

Optimiertes Stellenanzeigen-Portal
Mit 57jobs.de einen neuen Job finden

Neues Design und neue Angebote für Unternehmen, aber bewährte Technik: Die Vorländer Mediengruppe hat ihr Stellenanzeigen-Portal 57jobs.de einem Relaunch unterzogen, der sowohl die Suche nach einem neuen Job als auch die Suche nach neuen Fachkräften noch einfacher gestaltet. Auf dem Portal der Siegener Zeitung und des Wochenanzeigers finden sich unter den ständig 10.000 Jobangeboten aus Siegerland, Wittgenstein sowie den Kreisen Olpe und Altenkirchen auch sämtliche Anzeigen aus den...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen