„Die Laaspher Radiobörse ist eine der schönsten“

Da schlägt das Herz gleich höher: Für Liebhaber alter Radios hatte die Laaspher Radiobörse viele alte Schätze zu bieten. Sammler aus ganz Deutschland reisten an. Foto: jh
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jh Bad Laasphe. Die moderne und rasche Entwicklung in der Elektronik ist ein zweischneidiges Schwert. Der Normalverbraucher freut sich, wenn er schnell im Supermarkt ein günstiges Radio kaufen kann. Den Sammlern von alten Radios hingegen blutet das Herz. Das konnte man deutlich bei der 40. Radiobörse im und vorm Laaspher Haus des Gastes spüren. Beispielsweise bei Martin Storbick.

Der reiste extra aus Berlin an und nahm rund 500 Kilometer auf sich - das sagt schon einiges über seine Sammelleidenschaft aus. Die älteren Radios hätten nämlich „eine Technik, die zu greifen ist“. Bei den neuen Geräten seien kaum noch Eingriffe möglich. Ältere Radios hätten indes zwei Herausforderungen: Zunächst müsse man sie erstehen, dann reparieren und zum Spielen bringen. Für Martin Storbick hat sich der Weg nach Bad Laasphe gelohnt und natürlich auch für die vielen anderen Sammler und Aussteller. Er hat sich gleich ein Telefunken 8000 aus 1938 gesichert. Mit einem Funkeln in den Augen zeigte er das Gerät dem SZ-Reporter und erzählte: „Das ist das größte und teuerste Radio der damaligen Zeit gewesen. Der hohe technische Aufwand ist die Besonderheit“. Damals kostete der Apparat rund 700 Reichsmark - etwa sieben bis acht Monatsgehälter! Für den Berliner seien Radios einfach „Zeitzeugen, was die Technik zu leisten im Stande ist“.

Ein munteres Treiben herrschte schon am frühen Sonntagmorgen im Haus des Gastes. Dass ganz schön viel los war, lag vielleicht nicht zuletzt daran, dass Hans Necker, Besitzer des Laaspher Radiomuseums und Organisator, die Börse zu einem Sammlertreffen erweitert hat. Es gehe nicht mehr nur um das Kaufen und Verkaufen, sondern auch um den Austausch über Radios, so Hans Necker. Schon am Abend vor der Börse treffe man sich immer zu einem Radiostammtisch. Darüber hinaus habe man die Ausstellung um Grammophone und Schallplatten erweitert - eine Maßnahme, die offenbar Früchte getragen hat.

Nicht nur die modernen Geräte machen den Sammlern zu schaffen, auch die Entwicklung im Hörfunk. Die Mittelwelle fällt in Deutschland allmählich weg. Zum Jahresende gibt es den Hessischen Rundfunk dort nicht mehr zu hören. Er sei einzige Sender, den man in der heimischen Region noch gut über Mittelwelle bekomme, erklärte Hans Necker. Die „uralten“ Radios, die nur Mittelwellen-Sender empfangen, haben dann bald ausgedient. Sie kann man dann noch am Plattenspieler anschließen - das war’s. Gut, dass es noch die Radiobörse in Laasphe gibt, denn so können die Liebhaber der alten Schätze die Glanzzeiten des analogen Radios noch einmal aufleben lassen. Nicht umsonst findet Martin Storbick: „Die Laaspher Radiobörse ist eine der schönsten Börsen.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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