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Abgerissene Brücken in Bad Laasphe
„Die Partei“ kritisiert hohe Kosten für Neubauten

Die Anwohner im Laasphetal drückten den Protest auf ihre Art aus: Die alte Fußgängerbrücke wollen sie unbedingt wieder zurück haben. Jetzt befasst sich der kommende Bauausschuss mit dem Thema.
  • Die Anwohner im Laasphetal drückten den Protest auf ihre Art aus: Die alte Fußgängerbrücke wollen sie unbedingt wieder zurück haben. Jetzt befasst sich der kommende Bauausschuss mit dem Thema.
  • Foto: SZ-Archiv/Holger Weber
  • hochgeladen von Michael Sauer

howe Bad Laasphe. Zwei Brücken haben in den zurückliegenden Jahren für Furore in Bad Laasphe gesorgt: die Fußgängerbrücke aus Holz in der Siedlung Laasphetal und die Brücke im Wabach. Erstere schaffte es mehrmals in die Zeitung, denn als die städtischen Bagger anrückten, um das vermeintlich marode Bauwerk abzureißen, zerstörte die Stadt ein Stück Siedlungsgeschichte. 85 Jahre sorgte die Brücke für den Überweg, zuletzt habe man mit 30 Leuten draufgestanden, hieß es. Und jetzt sollte das Bauwerk morsch sein? Der plötzliche Abriss sorgte für Unmut, die Anwohner gingen auf die Barrikaden. Sie wehrten sich unter anderem gegen die Kostenaufstellung des Planungsbüros. 55.000 Euro seien zu viel.

„Wenn man was kaputtreden will, dann macht man es teuer“, ärgerte sich Günter Hahn.

howe Bad Laasphe. Zwei Brücken haben in den zurückliegenden Jahren für Furore in Bad Laasphe gesorgt: die Fußgängerbrücke aus Holz in der Siedlung Laasphetal und die Brücke im Wabach. Erstere schaffte es mehrmals in die Zeitung, denn als die städtischen Bagger anrückten, um das vermeintlich marode Bauwerk abzureißen, zerstörte die Stadt ein Stück Siedlungsgeschichte. 85 Jahre sorgte die Brücke für den Überweg, zuletzt habe man mit 30 Leuten draufgestanden, hieß es. Und jetzt sollte das Bauwerk morsch sein? Der plötzliche Abriss sorgte für Unmut, die Anwohner gingen auf die Barrikaden. Sie wehrten sich unter anderem gegen die Kostenaufstellung des Planungsbüros. 55.000 Euro seien zu viel.

„Wenn man was kaputtreden will, dann macht man es teuer“, ärgerte sich Günter Hahn. Würde es nach den Laasphetal-Bewohnern gehen, würde man mit 20.000 Euro für die Brücke dicke hinkommen – inklusive Eigenleistung der Bürger. Fast unbemerkt vom öffentlichen Interesse deckte die „Partei“ ein weiteres Ärgernis auf.

Brücke weg: Stiefel herbei im schönen Laasphetal!

Denn die Brücke im Wabach wurde seinerzeit ebenfalls von der Stadt abgerissen. Früher sei es kein Problem gewesen, „mal eben“ das Ufer zu wechseln und zum Sportplatz oder zur Arbeit zu gehen. Heute müssten alle, die die andere Seite erreichen wollten, einen Umweg von über 500 Metern in Kauf nehmen und das Wohngebiet bis zur Straße „Gennernbach“ durchlaufen, um zur Wabach-Anlage zu kommen, argumentierte die Partei.

Abgerissene Brücken in Bad Laasphe: Bauausschuss bringt Thema auf die Tagesordnung

Die Satire-Politiker nahmen ihren bürgerschaftlichen Auftrag ernst – wenngleich sie daraus eine durchaus witzige Aktion machten: Anwohnerin und Fraktionsmitglied Stephanie Bosch hangelte sich mit einer langen Leiter, die von Ufer zu Ufer gelegt wurde, auf allen Vieren von einer Seite zur anderen. Das könnten ja die Anwohner in Zukunft auch, hieß es überspitzt.

Inzwischen ist wieder reichlich Zeit ins Land gegangen, die Brücken sind immer noch nicht wieder aufgestellt. Immerhin: Für den kommenden Bauausschuss hat die Verwaltung beide Brücken auf die Tagesordnung gebracht. Dank der tatkräftigen Unterstützung der „Fraktion“ der Partei im Rat. Die ließ nämlich zuletzt eine Kostenaufstellung für die Wabachbrücke erstellen, das Ergebnis soll im Umwelt-, Bau- und Denkmalausschuss am 3. November (18 Uhr im Rathaus) zur Kenntnis genommen werden. Wobei Fraktionsvorsitzender Markus Schmidt bereits jetzt erhebliche Bauchschmerzen hat: „25.000 Euro für die Brücke im Wabach hat uns geschockt. Da müssen wir nochmal in Klausur gehen.“

25 000 Euro für die Brücke im Wabach hat uns geschockt. Da müssen wir nochmal in Klausur gehen.
Markus Schmidt
Fraktionsvorsitzender der „Partei“

Aktuell sind ja bereits 55.000 Euro für die Brücke im Laasphetal in den Haushalt eingestellt, Mittel für die Brücke im Wabach sind bislang nicht berücksichtigt. Dennoch würden beide Maßnahmen zusammen rund 80.000 Euro kosten. „Das ist viel“, so Markus Schmidt. Zumal für die Wabach-Brücke ein gebrauchtes Brückenteil zugrunde gelegt worden sei. Da frage er sich, was so eine Brücke kosten würde, wenn man auch hier ein neues Teil nehmen würde. „Die Fraktion will die beiden Brücken, aber nicht zu dem Preis.“ Ähnlich dürften das die anderen Fraktionen sehen, wobei die SPD zuletzt den Laasphetalern eindeutig den Rücken gestärkt hatte.

„Klar ist aber auch“, erläutert Markus Schmidt, „dass die Wabach-Brücke gebaut werden muss, wenn sich die Politik für die Laasphetal-Brücke entscheidet. Darauf werden wir bestehen.“ Der kommende Bauausschuss in Bad Laasphe verspricht also durchaus Spannung.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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