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Polizei berät am Wochenmarkt Bad Laaspe
Die perfide Masche der Betrüger enttarnen

Susanne Otto (l.) und Britta Scholz (2. v. r.) berieten im Rahmen des Wochenmarktes in Bad Laasphe am Mittwoch gemeinsam Senioren für den Umgang mit Betrügern und ihrer perfiden Masche am Telefon.
  • Susanne Otto (l.) und Britta Scholz (2. v. r.) berieten im Rahmen des Wochenmarktes in Bad Laasphe am Mittwoch gemeinsam Senioren für den Umgang mit Betrügern und ihrer perfiden Masche am Telefon.
  • Foto: Timo Karl
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

tika Bad Laasphe. Am Telefon ertönt eine Stimme. Weinend, fast flehend. Der Anruf kommt unvermutet, der Anlass ist es ebenfalls. Und der Senior am einen Ende der Leitung ist vollkommen überrumpelt vom Hilferuf seiner Enkelin am anderen Ende. „Opa, Du musst mir helfen“, sagt die am Boden zerstörte Frau. Sie sei in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt gewesen.
Plötzlich ist da ein Mann in der Leitung, ein Polizist. Nach dem Unfall sei eine Kaution fällig, erzählt er dem Senior, damit seine Enkeltochter freikomme. Der Betrag ist horrend – und der Anruf ein einziger großer Betrugsversuch. Denn am anderen Ende spricht kein echter Polizist, sondern ein Krimineller – und eine Enkeltochter hat der Senior eigentlich gar nicht. Geschockt von dem Anruf, zahlt er trotzdem.

tika Bad Laasphe. Am Telefon ertönt eine Stimme. Weinend, fast flehend. Der Anruf kommt unvermutet, der Anlass ist es ebenfalls. Und der Senior am einen Ende der Leitung ist vollkommen überrumpelt vom Hilferuf seiner Enkelin am anderen Ende. „Opa, Du musst mir helfen“, sagt die am Boden zerstörte Frau. Sie sei in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt gewesen.
Plötzlich ist da ein Mann in der Leitung, ein Polizist. Nach dem Unfall sei eine Kaution fällig, erzählt er dem Senior, damit seine Enkeltochter freikomme. Der Betrag ist horrend – und der Anruf ein einziger großer Betrugsversuch. Denn am anderen Ende spricht kein echter Polizist, sondern ein Krimineller – und eine Enkeltochter hat der Senior eigentlich gar nicht. Geschockt von dem Anruf, zahlt er trotzdem.

"Masche spielt mit den Emotionen"

Was geradezu unglaublich und völlig irrational klingt, ist inzwischen gang und gäbe – eine von vielen Geschichten, die sich professionelle Betrüger einfallen lassen, um ahnungslose Senioren ohne jeden Einbruch zu berauben. „Diese Masche spielt mit den Emotionen, das ist das Perfide daran. Und wenn man erst einmal daran glaubt, dann ist man in der Masche drin“, berichtete Susanne Otto. Die Kriminalhauptkommissarin der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein ist Leiterin der Prävention Opferschutz und war am Mittwoch gemeinsam mit Diplom-Sozialpädagogin Britta Scholz sowie ehrenamtlichen Seniorensicherheitsberatern im Rahmen des Wochenmarktes auf dem Wilhelmsplatz in Bad Laasphe vor Ort.
Dass ob des Lockdowns wenig Publikumsverkehr herrschte, war unschwer vorherzusagen. Dennoch war der Wochenmarkt eine der seltenen Möglichkeiten, die potenziellen Opfer der Betrugsmasche persönlich anzusprechen. „Durch Corona ist natürlich wenig los. Dennoch war die Resonanz bisher bei allen Terminen gut. Wenn wir mit jeder Aktion nur zwei, drei Leute erreichen, dann ist das gut. Steter Tropfen höhlt den Stein“, konstatierte Susanne Otto. Bis Weihnachten sind noch weitere Beratungen im Rahmen von Wochenmärkten im Kreisgebiet geplant – unter anderem am Dienstag, 22. Dezember, ab 8 Uhr in Erndtebrück.

Beratung ist zwingend notwendig

Derartige Beratungen können die Pandemie-bedingt ausgefallenen Informationsveranstaltungen nicht ersetzen, sie aber zumindest etwas kompensieren. Denn Beratung ist zwingend notwendig, dies haben auch die frisch ausgebildeten ehrenamtlichen Seniorensicherheitsberater bereits erfahren. Die Täter dringen schließlich immer wieder zu ihren Opfern durch und kommen an ihr Geld. Dabei lernen sie stetig dazu, passen ihre Masche an – und verändern sie, wenn sie nicht mehr erfolgreich ist. „Man ist davon oft überrumpelt. In solchen Fällen hoffen wir aber, dass sich die Menschen dann an das Gespräch mit uns erinnern. Auch wenn es ambitioniert ist, es darf keine vollendete Tat mehr geben. Derzeit gibt es zwischen den Versuchen aber immer wieder vollendete Taten“, haderte Susanne Otto. Die Leiterin der Prävention Opferschutz der Kreispolizeibehörde nutzte die Gespräche mit den Senioren, um einige Grundsätze klarzustellen – damit diese zwischen echten und falschen Polizisten am Telefon unterscheiden können.

Polizei fordert niemals Geld am Telefon

Und die echten Polizisten über den Vorgang informieren. „Wir fordern kein Geld am Telefon. Das kann und darf keine Polizei und auch keine andere echte Behörde“, erklärte Susanne Otto. „Wir stellen keine Fragen nach den Vermögensverhältnissen, das geht uns streng genommen nichts an – und auch niemand anderen“, verdeutlichte die Kriminalhauptkommissarin, die mit drastischen Worten versuchte, die Senioren auf dem Wilhelmsplatz in Bad Laasphe zu sensibilisieren. Denn: „Den Tätern ist es egal, ob Menschen durch ihre Tat vor dem Ruin stehen.“ Susanne Otto und ihr Team wollen nun nicht nachlassen – die Planungen für die Aktionen nach Weihnachten haben bereits begonnen. Das Ziel dürften bis auf Weiteres Wochenmärkte sein – die einfachste Möglichkeit, unter den gegebenen Bedingungen ins Gespräch zu kommen. „Wenn uns jemand Tipps geben kann, wo wir derzeit noch hinfahren können, um zu beraten, dann sind wir dafür jederzeit offen“, betonte die Kriminalhauptkommissarin.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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