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„LahnVokal“ Feudingen/Rückershausen
Diese Männer stehen richtig unter Strom

Im Halbfinale von „Der beste Chor im Westen“ überzeugte „LahnVokal“ auf ganzer Linie. Die Formation aus Feudingen und Rückershausen steht im Finale des Wettbewerbs am Freitagabend – live im WDR-Fernsehen. Foto: privat
  • Im Halbfinale von „Der beste Chor im Westen“ überzeugte „LahnVokal“ auf ganzer Linie. Die Formation aus Feudingen und Rückershausen steht im Finale des Wettbewerbs am Freitagabend – live im WDR-Fernsehen. Foto: privat
  • hochgeladen von Timo Karl (Redakteur)

tika Feudingen/Rückershausen. Männer stehen ständig unter Strom. Singt zumindest Herbert Grönemeyer. Männer sind außerdem allzeit bereit und bestechen durch ihre Lässigkeit. Die Gesangslegende aus Bochum hat mit diesen Zeilen sicher nicht nur den Chor „LahnVokal“ aus Feudingen und Rückershausen gemeint, er hat aber ein Stück kreiert, das den Männern aus dem Lahntal quasi auf den Leib geschneidert ist. Denn mit „Männer“ von Herbert Grönemeyer haben die Sänger nicht weniger als den Einzug ins Finale von „Der beste Chor im Westen“ geschafft. Am Freitagabend fiel die Entscheidung – der Rest war pure Euphorie.

„Wenn ich samstags Brötchen hole, dauert das normalerweise 15 Minuten. Diesmal habe ich eine Stunde gebraucht.

tika Feudingen/Rückershausen. Männer stehen ständig unter Strom. Singt zumindest Herbert Grönemeyer. Männer sind außerdem allzeit bereit und bestechen durch ihre Lässigkeit. Die Gesangslegende aus Bochum hat mit diesen Zeilen sicher nicht nur den Chor „LahnVokal“ aus Feudingen und Rückershausen gemeint, er hat aber ein Stück kreiert, das den Männern aus dem Lahntal quasi auf den Leib geschneidert ist. Denn mit „Männer“ von Herbert Grönemeyer haben die Sänger nicht weniger als den Einzug ins Finale von „Der beste Chor im Westen“ geschafft. Am Freitagabend fiel die Entscheidung – der Rest war pure Euphorie.

„Wenn ich samstags Brötchen hole, dauert das normalerweise 15 Minuten. Diesmal habe ich eine Stunde gebraucht. Es ist einfach Wahnsinn, was wir geschafft haben – und was hier abgeht“, stand Christian Knoche am Wochenende immer noch unter Strom – wie ein Mann eben. In allen Teilen Wittgensteins hatten Menschen am Freitagabend im WDR-Fernsehen mitgefiebert, „LahnVokal“ die Daumen gedrückt und danach zahlreich für den Chor per Telefon abgestimmt – in einigen Orten gab es sogar „Public viewings“ wie sonst bei einer Fußball-Weltmeisterschaft.

Aus Sympathie riefen die Zuschauer an, vor allem aber, weil die Darbietung auf der Bühne im Studio in Köln-Bocklemünd überzeugend war. „So einen Auftritt, wie wir ihn auf der Bühne gezeigt haben, ist uns in keiner unserer Proben gelungen“, freute sich der Vorsitzende von „LahnVokal“ im SZ-Gespräch. Die große Unterstützung aus dem gesamten Altkreis Wittgenstein hat der Chor dabei sehr wohl wahrgenommen – im Vorfeld, aber auch am Abend der Entscheidung. „Jeder klinkt sich ein, ganz viele Menschen und vor allem Chöre unterstützen uns. Das ist einfach toll. Ganz Wittgenstein fiebert mit – und auch Menschen, die über die Grenzen hinaus leben“, konstatierte Christian Knoche nicht ohne Stolz.

Dass er und seine Mitstreiter am kommenden Freitagabend, 13. Dezember, im Finale von „Der beste Chor im Westen“ einmal mehr auf die Zuschauer angewiesen sind, ist ihm dabei bewusst – doch gerade wegen der großen Euphorie im gesamten Altkreis Wittgenstein ist er sich der Unterstützung der Menschen sicher. Dass tatsächlich viel Können in dem Chor steckt, bestätigten aber nicht nur die zahlreichen Anrufer aus dem ganzen Bundesland, sondern auch die Jury. „Die Messlatte war hoch, das Niveau der anderen Chöre war bombastisch – nach der Vorrunde hat sich die Spreu vom Weizen getrennt. Uns wurde heiß und kalt als wir gehört haben, was die anderen Chöre so gesungen haben“, wusste Christian Knoche. Aber: Nicht zuletzt mit dem Lied „Männer“ hat „LahnVokal“ gepunktet – und mit einer souverän eingebundenen Choreografie während des Gesangs, ganz zu schweigen von einem stark aufgelegten Chorleiter Michael Blume, der sich ein Sonderlob der Jury verdiente und wohl die entscheidenden Prozente aus den Sängern herausholte.

Apropos andere Chöre: Egal wie das Finale endet – ob mit Platz 1, Platz 5 oder dazwischen –, für „LahnVokal“ ist der Wettbewerb schon jetzt ein Gewinn. „Wir haben viele Kontakte geknüpft. Gerade was die beiden anderen heimischen Chöre angeht, werden die Menschen in der Region in den kommenden Jahren wohl noch etwas zu hören bekommen“, erklärte der „LahnVokal“-Vorsitzende mit Blick auf „Encantada“ aus Neunkirchen und „BIGGEsang“ aus dem Sauerland vielsagend. Ins Gespräch gekommen sind die Feudinger und Rückershäuser auch mit „Ten Sing United“, einem Chor, der sich aus Akteuren aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammensetzt. Gut möglich, dass in Zukunft auch mit diesem Chor ein Kooperationsprojekt entsteht.

Ein Gewinn ist der Einzug ins Finale – dem Sieger winken 10.000 Euro und ein gemeinsamer Auftritt mit dem WDR-Rundfunkchor im Heimatort – aber auch ob der gesammelten Erfahrungen. „So etwas erlebt man nur wenige Male im Leben. Die große Bühne, das tolle Miteinander vor Ort. Alle fiebern zusammen mit, die Chöre stützen sich gegenseitig, alle sind voller Euphorie. Natürlich liegt es in der Natur des Menschen, gewinnen zu wollen. Aber wir sind ein Laienchor, der gewöhnlich zwei Mal wöchentlich probt. Das, was wir bisher erreicht haben, ist eigentlich schon nicht mehr zu toppen. Das alles ist unbeschreiblich gut.“ Bis zum Finale stehen nun noch zwei Proben an.

Mittelfristig verspricht sich Christian Knoche aber auch einen Nachwuchsgewinn von der Euphorie. Männer baggern eben wie blöde, wusste schon Herbert Grönemeyer. Bereits seit etwa einem Monat ist Lian Pütz dabei. Der Elfjährige stand am Freitag ebenfalls mit auf der Bühne – als Aktiver. „Ich habe ihm gesagt, dass das, was er erlebt hat, das Größte für alle Männer war, das sie bisher als Sänger erlebt haben“, verriet der Vorsitzende. Und letztlich gibt es keinen Grund, warum „LahnVokal“ sich nun nicht auch die Kröne bei „Der beste Chor im Westen“ aufsetzen sollte. Männer können schließlich alles, hat die „Pott“-Legende Herbert Grönemeyer gesungen. Männer stehen ständig unter Strom – und die von „LahnVokal“ dieser Tage ganz besonders. Anders als Herbert Grönemeyer allerdings gesungen hat, sind sie dabei keinesfalls einsame Streiter. Sie müssen gemeinsam durch jede Wand, müssen immer weiter …

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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