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Kommunalwahl (mit Kommentar)
Dirk Terlinden neuer Bürgermeister in Bad Laasphe

Noch völlig fassungslos: der neue Bad Laaspher Bürgermeister Dirk Terlinden, der mit diesem Wahlausgang in der Höhe nicht gerechnet hatte.
  • Noch völlig fassungslos: der neue Bad Laaspher Bürgermeister Dirk Terlinden, der mit diesem Wahlausgang in der Höhe nicht gerechnet hatte.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe Bad Laasphe. Er hat es gepackt: Dirk Terlinden, der von CDU, FDP und Grüne gestützte Herausforderer, ist neuer Bürgermeister der Stadt Bad Laasphe. Der 52-jährige Leverkusener, der seine Wurzeln in Feudingen hat, räumte komplett ab. Terlinden holte sage und schreibe 63,18 Prozent, dagegen landete Amtsinhaber Dr. Torsten Spillmann, den die SPD ins Rennen geschickt hatte, bei dürftigen 26,47 Prozent. Dr. Torsten Spillmann konnte damit auch nicht annähernd an seine Wahlergebnisse von 2009 (42,6 Prozent) und 2014 (55,34 Prozent) anknüpfen. Dirk Terlinden nahm das Ergebnis am Abend relativ sprachlos entgegen. Im Haus des Gastes sollte eine Präsentation der Wahlergebnisse mit öffentlicher Beteiligung stattfinden, allerdings herrschte dort über Stunden fast gähnende Leere.

howe Bad Laasphe. Er hat es gepackt: Dirk Terlinden, der von CDU, FDP und Grüne gestützte Herausforderer, ist neuer Bürgermeister der Stadt Bad Laasphe. Der 52-jährige Leverkusener, der seine Wurzeln in Feudingen hat, räumte komplett ab. Terlinden holte sage und schreibe 63,18 Prozent, dagegen landete Amtsinhaber Dr. Torsten Spillmann, den die SPD ins Rennen geschickt hatte, bei dürftigen 26,47 Prozent. Dr. Torsten Spillmann konnte damit auch nicht annähernd an seine Wahlergebnisse von 2009 (42,6 Prozent) und 2014 (55,34 Prozent) anknüpfen. Dirk Terlinden nahm das Ergebnis am Abend relativ sprachlos entgegen. Im Haus des Gastes sollte eine Präsentation der Wahlergebnisse mit öffentlicher Beteiligung stattfinden, allerdings herrschte dort über Stunden fast gähnende Leere. Nur vereinzelt fanden sich hier Interessierte ein. Einzig Die PARTEI präsentierte sich in Feierlaune.

Dirk Terlinden von den Ergebnissen in Bad Laasphe selbst überrascht

Deren Bürgermeisterkandidatin Angela Antoinette Esch-Schomann holte völlig überraschende 10,36 Prozent – ein Ergebnis, das die „PARTEI’ler“ draußen am Wilhelmsplatz zu lauten Freudengesängen animierte. Derweil zogen sich die beiden ambitionierten Bürgermeisterkandidaten Dr. Torsten Spillmann und Dirk Terlinden zurück. Der Amtsinhaber, das erfuhr die SZ, verbrachte den Abend mit der SPD-Mannschaft im griechischen Restaurant in der ehemaligen Fasanerie. Dirk Terlinden erreichte die Siegener Zeitung beim CDU-Fraktionsvorsitzenden Günter Wagner in Bermershausen in der Gartenlaube, wo die Familien zusammensaßen. Als dort der erste Stimmbezirk eintrudelte und Terlindens Tochter das erste Kernstadtergebnis mit über 60 Prozent für Dirk Terlinden verkündeten, musste sich der erst einmal selbst vergewissern und seine Blicke auf das Tablet richten. „Unfassbar. In der Kernstadt?“, zeigte sich der neue Bürgermeister erstaunt.

Kommentar: Ablösung mit Ansage Man muss es leider so sagen: Es war die Ablösung mit Ansage. In der Politik hatte sich seit geraumer Zeit einiges angestaut. Da kam es eben nicht von ungefähr, dass sich CDU, FDP und Grüne zu einem Zweckbündnis zusammenschlossen, um Dr. Torsten Spillmann vom Thron im Bad Laaspher Rathaus zu stürzen. Dr. Torsten Spillmann dagegen erbat sich scheinbar gelassen Bedenkzeit. Sehr spät erst verkündete der Amtsinhaber, gemeinsam mit der SPD, einen weiteren Anlauf im Rathaus zu starten. Woran Dr. Spillmann nun gescheitert ist? An der fehlenden Kommunikation mit den Bürgern und der Politik. Es gab einfach zu viele dieser Mosaiksteinchen, die sich am Ende zu einem Gesamtbild zusammenfügten: die Sache mit den gekündigten Verträgen der Niederlaaspher Kleingärtner, mit denen man sich besser an einen Tisch hätte setzen sollen; dann das kommunikative Desaster mit Königstraßen-Anwohner Hugo Wehn; der plötzliche Abriss der Brücke im Laasphetal, ohne mit den Siedlungsbewohnern gesprochen zu haben; die unvermittelte Knöllchen-Aktion in Feudingen und Banfe; die völlig schief gelaufene Kommunikation der Stadt mit dem Landesbetrieb und den Bürgern beim Ausbau der Straße zum Hainberg in Feudingen oder – in der Corona-Zeit – die Sperrung der Wanderrastplätze in den Wäldern. Das sind nur einige wenige Beispiele. Auch in der Politik monierten CDU, FDP und Grüne zuletzt, nicht mehr hinreichend informiert zu werden. Mit Transparenz tat sich der Verwaltungschef schwer – etwa, wenn die Diskussion um eine hohe Bürgschaft für die Bad Laaspher Energie im nicht-öffentlichen Teil erörtert wurde und die Bürger nichts von dem mitbekamen, was vor ihrer Haustür geschah.

In der Tat gelang dem Diplom-Verwaltungswirt ein herausragendes Ergebnis. Nicht ein einziger Wahlbezirk ging an den Amtsinhaber Dr. Torsten Spillmann, nicht einmal die SPD-Hochburgen Niederlaasphe sowie die Kernstadtbezirke. Geradezu erdrutschartig erlitt Dr. Torsten Spillmann in Bad Laasphe die Stimmenverluste. In Feudingen III gingen 72,21 Prozent an Dirk Terlinden, in Feudingen II 71,78. Dirk Terlinden konnte seinen überragenden Wahlsieg am Abend kaum glauben. „Ich bin fassungslos. Ich habe das irgendwie noch gar nicht begriffen. Das muss ich jetzt erst einmal sacken lassen“, so der frischgebackene Bürgermeister der Stadt Bad Laasphe. „Die Freude ist aber da. Und ich bin froh, dass es keine Stichwahl gibt.“

Dank an die Wähler in Bad Laasphe

Das Ergebnis sei für ihn Ansporn, sich mit ganzer Kraft für das Wohl der Stadt Bad Laasphe und ihrer Dörfer einzusetzen. Den Wählern danke er für das großartige Vertrauen, das sie in ihn gesetzt hätten. „Mit diesem Ergebnis, in dieser Art und Weise, habe er nicht gerechnet“, betonte Dirk Terlinden. Der hatte im Wahlkampf sicher die schlechteren Karten als der Amtsinhaber, weil er in der Corona-Zeit nur wenige Gelegenheiten hatte, sich darzustellen. Zuletzt hatte Dirk Terlinden von seinen politischen Gegnern vorgeworfen bekommen, sich nicht eindeutig zum Thema „Kommunales Abgabengesetz“ (KAG) geäußert zu haben.
Dass die KAG-Thematik, die zweifelsohne viele Bürger betrifft, bei der Bürgermeisterwahl nicht durchgeschlagen hat, ist mit dem deutlichen Wahlerfolg von Dirk Terlinden ersichtlich. Am Sonntagabend wurde im kleinen Kreis natürlich noch ein wenig gefeiert, dazu gesellten sich in Bad Laasphe die Grünen.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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