SZ

Bürgermeister in Bad Laasphe
Dirk Terlinden schaut auf 100 Tage zurück

Bad Laasphes Bürgermeister Dirk Terlinden zieht nach 100 Tagen im Amt eine positive Bilanz.
  • Bad Laasphes Bürgermeister Dirk Terlinden zieht nach 100 Tagen im Amt eine positive Bilanz.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

howe Bad Laasphe. Dirk Terlinden fühlt sich wohl im Bad Laaspher Rathaus. Das merkt man dem Bürgermeister der Stadt an. Exakt 100 Tage ist es her, dass der Feudinger seinen Sessel im Oberbürgermeisterbüro in Leverkusen räumte und den Platz als Verwaltungschef in der Lahnstadt einnahm. Das Ergebnis war mit 63,18 Prozent überwältigend – und das, obwohl Dirk Terlinden in Bad Laasphe trotz seiner Feudinger Herkunft eher eine unbekannte Größe war. Da mag den Ausschlag für den hohen Wahlsieg auch gegeben haben, dass der Amtsinhaber – so offenbar der Wunsch der Bevölkerungsmehrheit – den Stuhl räumen sollte.
Das tat der auch, und zwar wortlos.

howe Bad Laasphe. Dirk Terlinden fühlt sich wohl im Bad Laaspher Rathaus. Das merkt man dem Bürgermeister der Stadt an. Exakt 100 Tage ist es her, dass der Feudinger seinen Sessel im Oberbürgermeisterbüro in Leverkusen räumte und den Platz als Verwaltungschef in der Lahnstadt einnahm. Das Ergebnis war mit 63,18 Prozent überwältigend – und das, obwohl Dirk Terlinden in Bad Laasphe trotz seiner Feudinger Herkunft eher eine unbekannte Größe war. Da mag den Ausschlag für den hohen Wahlsieg auch gegeben haben, dass der Amtsinhaber – so offenbar der Wunsch der Bevölkerungsmehrheit – den Stuhl räumen sollte.
Das tat der auch, und zwar wortlos. „Es gab keinen Anruf nach der Wahl, keinen Brief, keine Unterlagen, null“, antwortet Dirk Terlinden auf die gezielte Frage, ob es denn eine Art „Übergabe“ im Haus gegeben hat. „Nein, ich hatte einen leeren Schreibtisch, mehr nicht. Zuletzt hatten wir uns bei SZ vor Ort in der Festhalle in Banfe gesehen“, so der Bürgermeister. Wie dem auch sei: Dirk Terlinden jedenfalls machte trotz der Einschränkungen der Pandemie einen unaufgeregten, sauberen Wahlkampf. „Ich habe in der Pandemie den Wahlkampf geführt, den ich für zielführend gehalten habe“, sagt der Verwaltungsfachmann. Mit Profession im Gepäck und ohne Leichen im Keller – völlig unbelastet eben.
Nach 100 Tagen „Regierungszeit“ in Bad Laasphe zieht Dirk Terlinden ein positives Fazit. „Ich bin hier gut aufgenommen worden, wir werden den Dialog mit der Politik intensiv fortsetzen“, verspricht er und bezieht seine Mitarbeiter mit ein. Einmal im Monat findet ein Treffen mit den Fraktionsvorsitzenden statt, immer eine Woche vor der geplanten Ratssitzung. „Dieses Format wird von allen sehr geschätzt.“
Erste Erfolge verbucht der Bürgermeister nach den ersten 100 Tagen auch, denn die bisher behandelten Vorlagen sind mehrheitlich einstimmig auf den Weg gebracht worden. Für den Haushalt 2021 gibt es Vorab-Termine für die einzelnen Fraktionen. „Das zeigt, dass wir ein großes Miteinander haben“, so Dirk Terlinden. „Besonders bei den großen Themen wie Gebühren oder Haushaltplanung brauche ich breite Mehrheitsverhältnisse.“ Schließlich sind die Herausforderungen groß. Bei 1,7 Mill. Euro lägen die Covid-19-Kosten für 2021. „Im Grunde hätten wir ein Minus.“ Doch am Ende kommt Bad Laasphe mit einer schwarzen Null heraus. Dirk Terlinden hat bereits einiges eingestielt, hat sich in die Bürgermeisterkonferenz eingefunden und sich mit dem Landrat ausgetauscht.

Dirk Terlinden holt alle Fraktionen in Bad Laasphe an einen Tisch

In der Lahnstadt hat er schon im Vorfeld alle Gremien besucht, um sich ein Bild zu machen und ein Gefühl zu bekommen, wie in der Politik diskutiert wird. Auf der Agenda stehen noch die Dienstbesprechungen mit den Ortsvorstehern, die demnächst folgen. Diverse Termine drehten sich um die heimische Wirtschaft. Die Gespräche mit den Unternehmensführungen: „Das sind Dinge, die ich versuche, zu intensivieren.“ Was auch spürbar ist: Mit der Strategie, alle politischen Kräfte, gleich welcher Couleur, an einen Tisch zu holen, fährt Dirk Terlinden gut, weil sich das Klima positiv verändert. Auch nach außen.
Denn vor gar nicht allzu langer Zeit wäre man aus Bad Berleburg und Erndtebrück mitleidig belächelt worden, wenn man seine Herkunft „Bad Laasphe“ preisgegeben hätte. Dirk Terlinden denkt an sowas gar nicht. Seine These: „Wir sind hier im regionalen Zusammenhang unterwegs. Wenn ein Unternehmen aus Erndtebrück oder Bad Berleburg Probleme hat, haben wir auch eins.“ Wichtig sei, einen vernünftigen Austausch zu pflegen, übrigens auch mit den hessischen Nachbarn. Das Augenmerk gilt aber sicher erst einmal der Lahnstadt, die Baustellen genug hat. Apropos: Die Bundesstraße 62 in der Bad Laaspher Ortsdurchfahrt ist eines der großen Themen – das Dirk Terlinden aber auch völlig realistisch betrachtet. „Da haben wir keinen Baubeginn vor 2023“, schätzt er die Lage im Hinblick auf den zeitlichen Ablauf ein.

Einige Projekte in Bad Laasphe angegangen

Die Trasse wird in mehreren Abschnitten gebaut, aktuell findet die artenschutzrechtliche Kartierung für den Bereich Niederlasphe bis Puderbacher Kreisel statt. Nach den Sommerferien 2021 erfolgt die Öffentlichkeitsbeteiligung. Vom Bau sei man da noch entfernt. Die Zukunftsaufgaben sind vielfältig. „Wir sind nicht mehr nur Kurort, sondern wir müssen auf mehrere Standbeine setzen. „Die Mischung macht’s“, betont Dirk Terlinden und meint, in allen Bereichen Angebote zu unterbreiten: wirtschaftlich, touristisch, im Bereich Beschäftigung oder etwa beim Wohnen.
„Wir werden Wohnqualität bekommen.“ Schließlich gehe er davon aus, dass die „Stadtflucht“ steigen werde. Die Herausforderung sei, Wohnbauflächen in Bad Laasphe zu schaffen. Da seien seit 2006 zwar zahlreiche Flächen entwickelt worden, da passiere aber aktuell nichts. Gespräche hat Dirk Terlinden übrigens auch mit der AWo in Dortmund wegen dem Gelände auf der Pfingstweide, mit Professor Bien wegen der Schlossbergklinik oder mit Nadeshda Yailidi wegen der Emmaburg-Klinik geführt. „Da muss ich aber sagen, dass die Investitionen von denen kommen müssen. Ich kann zuhören und Unterstützung zusagen.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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