Dunkle Flecken in der Biografie von Christus

Trupbacher Pfarrer zu Gast bei Feudinger CVJM

BW Feudingen. Knallharte Bibelarbeit ist für junge Menschen sicherlich nicht sonderlich reizvoll. Es sei denn, das Ganze wird in einer lockeren Atmosphäre gemacht. So geschehen bei einem Themenabend des Christlichen Vereins Junger Menschen in Feudingen. Den ganzen Abend ging es im Gemeindehaus um die Frauen im Stammbaum von Jesus Christus, denn mit denen hatte sich der aus Laasphe stammende Referent Olaf Latzel etwas genauer beschäftigt. Manchen Jüngeren dürfte es schon überrascht haben, was der Pfarrer aus der Gemeinde Trupbach/Seelbach im Siegerland über die weiblichen Vorfahren Jesu berichtete.

Eigentlich sei es schon etwas Besonderes, dass anders als in anderen Bibelstellen diese Frauen in der Ahnenreihe Jesu überhaupt erwähnt werden. Normalerweise werden lediglich die Väter der Familien genannt, nicht aber die Mütter. Anders ist es in der Ahnenreihe des Christus. Da ist zum Beispiel von Tamar die Rede, die aus dem Stamm des Juda kommt – »ein Drecksack«, wie Olaf Latzel unverhohlen preisgab. Tamar musste sich als Hure verkleiden, um schwanger zu werden und so die Ahnenreihe bis hin zu Jesu weiterzuführen. Und auch Rahab, die zweite erwähnte Frau, war eine Hure in Jericho. Zwei Huren also unter den Vorfahren Jesu, dazu der »Drecksack« Juda. Verglichen damit war die Sünde der Rut aus heutiger Sicht keine, für die damalige Zeiten indes schwerwiegend. Die dritte erwähnte Vorfahrin von Jesus kam nämlich nicht aus Israel, sie war also eine Ausländerin. »Alles noch nichts verglichen mit der vierten Frau«, meinte der 36-jährige Olaf Latzel, der die verschiedenen Bibelstellen gemeinsam mit den anwesenden Gästen las. Batseba – so war der Name der Vierten – war eigentlich mit dem Krieger Uria verheiratet, doch sie wurde von König David schwanger. Der sandte den Krieger in einen aussichtslosen Kampf, bei dem Uria starb. Erst danach wurde Batseba die Frau von König David. Eine Ehebrecherin war also auch noch unter Jesu Ahnen, und dies obwohl auf den Ehebruch damals die Todesstrafe stand. »Das war kaum zu überbieten an Durchtriebenheit«, erklärte Olaf Latzel. Vier Sünderinnen waren so in der Ahnenreihe des Sohn Gottes, die fünfte war seine Mutter, die Jungfrau Maria.

»Die gehören aber alle da rein«, betonte der Referent weiter. Wieso, das erläuterte Olaf Latzel mit Hilfe dreier Gründe. Zum einen sehe er eine Analogie zwischen der Ahnenreihe Jesu und dem gesamten Matthäus-Evangelium: Die Sünden der Menschheit – also auch die seiner Vorfahren –– würden in Jesus vereint, und für diese Sünden sterbe er auch. Hinzu komme, dass Maria so besonders aus der Ahnenriege hervorsteche. Und nicht zuletzt solle diese Sünderbank auch eines deutlich machen: »Die Bibel sagt Ja zu den dunklen Flecken in der Biographie Jesu. Und wenn Jesus so dunkle Flecken haben kann, dann können wir das auch.« Jeder Mensch habe solche dunklen Seiten, »das gehört zum wahren Menschsein dazu«. Diese Thesen von Olaf Latzel wurden anschließend noch weiter diskutiert. Ein Ziel hatte der Pfarrer auf alle Fälle erreicht: knallharte Bibelarbeit zu vermitteln, die aber auch Spaß macht.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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