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4. Türchen im SZ-Adventskalender
Ein Blick in das Herzstück einer Tankstelle

Die Kunden der Classic-Tankstelle in Feudingen laufen auf dem Weg zur Kasse täglich an der großen Edelstahlluke vorbei. Inhaber Sven Imhäuser hat diese geöffnet und der SZ einen Einblick ins unterirdische Tanklager gewährt.
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  • Die Kunden der Classic-Tankstelle in Feudingen laufen auf dem Weg zur Kasse täglich an der großen Edelstahlluke vorbei. Inhaber Sven Imhäuser hat diese geöffnet und der SZ einen Einblick ins unterirdische Tanklager gewährt.
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ako Feudingen. Es ist 11 Uhr vormittags. An der Classic-Tankstelle in Feudingen herrscht reger Betrieb. Während sich im Shop wegen der Corona-Pandemie nur maximal zwei Kunden aufhalten dürfen, sind draußen an den Zapfsäulen mehrere Autofahrer gleichzeitig damit beschäftigt, ihre Fahrzeuge mit Treibstoff aufzutanken. Auf dem Weg zur Kasse läuft jeder von ihnen an einer auf den ersten Blick unscheinbaren Edelstahlluke vorbei. Dass sich unter der großen Platte das unterirdische Tanklager – das eigentliche Herzstück des Betriebs – befindet, wissen dabei wohl nur die wenigsten.

„Wir haben vier große Tankbehälter, für vier unterschiedliche Kraftstoffarten. Alle unter der Erde“, erklärt Sven Imhäuser.

ako Feudingen. Es ist 11 Uhr vormittags. An der Classic-Tankstelle in Feudingen herrscht reger Betrieb. Während sich im Shop wegen der Corona-Pandemie nur maximal zwei Kunden aufhalten dürfen, sind draußen an den Zapfsäulen mehrere Autofahrer gleichzeitig damit beschäftigt, ihre Fahrzeuge mit Treibstoff aufzutanken. Auf dem Weg zur Kasse läuft jeder von ihnen an einer auf den ersten Blick unscheinbaren Edelstahlluke vorbei. Dass sich unter der großen Platte das unterirdische Tanklager – das eigentliche Herzstück des Betriebs – befindet, wissen dabei wohl nur die wenigsten.

„Wir haben vier große Tankbehälter, für vier unterschiedliche Kraftstoffarten. Alle unter der Erde“, erklärt Sven Imhäuser. Der 44-Jährige ist gelernter Kfz-Mechaniker und betreibt die Tankstelle seit fast 20 Jahren, genauer gesagt seit Mai 2002. Die verschiedenen Tanks befinden sich im Boden und sind mehrere Meter lang. Insgesamt 75 000 Liter Treibstoff kann die Tankstelle lagern. Während drei der vier Tanks ein Fassungsvermögen von 20 000 Litern haben, bietet der Behälter, in dem das teurere Super Plus aufbewahrt wird, nur eine Lagerkapazität von 15 000 Litern – und ist damit etwas kleiner. Das liege vor allem an der geringeren Nachfrage: „Das ist quasi ein Randprodukt“, betont Sven Imhäuser.

Unterirdisches Tanklager: Füllstand wird elektronisch überwacht

Zweimal pro Woche biegt ein großer Tanklaster in die Zufahrt seiner Tankstelle ein. Der Fahrer des Lkw öffnet die große Edelstahlluke, die sich zwischen zwei Zapfsäulen befindet, und zieht dann einen Treibstoffschlauch sowie einen Gasrückführungsschlauch – um verdrängte Dämpfe aufzunehmen – vom Laster zum Tank für bleifreies Benzin. Zusätzlich rollt der Lkw-Fahrer noch ein dünnes Elektrokabel ab und steckt den Stecker in eine Dose neben den Einfüllstützen am Tank. Der Computer am Lkw erkennt durch die Datenverbindung, welcher Inhalt in den Tankbehälter gehört – so wird verhindert, dass der Tank falsch befüllt wird. Wenn nun die Dieselkammer des Lasters mit dem unterirdischen Benzintank verbunden wäre, würde gar nichts passieren, sagt Sven Imhäuser.

Doch wann weiß der Inhaber, wann die Tanks leer sind? In den Tankbehältern befindet sich ein Sensor, der die Füllstände elektronisch überwacht. Sven Imhäuser kann so in seinem Büro auf dem Computer zu jeder Zeit sehen, wie viel Liter Treibstoff sich in den einzelnen Tanks befinden. „Die Spedition von Classic kann das auch einsehen – das nennt man Fernpeilung“, erklärt der Inhaber.

Spritpreise werden automatisch geändert

Während heute alles automatisiert ist, musste der 44-Jährige die Füllstände früher regelmäßig mit einem Messstab kontrollieren und per Telefon oder Fax an den Kraftstofflieferanten weitergeben: „Das hat im Winter immer besonders viel Spaß gemacht, wenn man die Luke vorher entfrosten musste“, scherzt Sven Imhäuser.

Ein Sensor überwacht die Füllstände elektronisch. Mit einem Messstab kann Sven Imhäuser aber auch jederzeit manuell kontrollieren, wie viel Treibstoff sich im Tank befindet.
  • Ein Sensor überwacht die Füllstände elektronisch. Mit einem Messstab kann Sven Imhäuser aber auch jederzeit manuell kontrollieren, wie viel Treibstoff sich im Tank befindet.
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Den aktuellen Kurs für das Fass Rohöl sowie die Einkaufspreise für Diesel, Benzin und Co. muss der Inhaber aber nicht täglich im Blick haben – das übernimmt das Unternehmen Classic, das in Deutschland über 140 Tankstellen beliefert.

Gerade hier im ländlichen Raum wollen die Kunden den persönlichen Kontakt.
Sven Imhäuser
Inhaber der Classic-Tankstelle

Der Konzern beschäftigt auch Mitarbeiter, die die Sprit-Preise an der Tankstelle in Feudingen festlegen – auch „pricing“ genannt. Sie beobachten laut Sven Imhäuser dabei allen voran die Situation im Einzugsgebiet: „Die orientieren sich auch an den Preisen der anderen Tankstellen in der Umgebung. Für uns sind dabei der Erndtebrücker Raum, die Kernstadt Bad Laasphe oder Grissenbach interessant“, sagt Sven Imhäuser, der an dieser Stelle auch gleich mit einem weit verbreiteten Irrtum aufräumt: „Wir verstellen die Preise nicht von Hand, das geht automatisch. Wir bekommen ein paar Minuten vorher Bescheid. Es bringt also nichts, wenn uns Kunden eine Stunde vorher anrufen und fragen: ,Bleibt es so?‘“

Keine konkreten Pläne für eine E-Ladestation

Neben der Tankstelle betreibt Sven Imhäuser auch einen kleinen Shop und eine eigene Kfz-Werkstatt: „Die meisten Tankstellen arbeiten wohl wie wir auf Provisionsbasis“, sagt er. Vom Kraftstoffverkauf alleine könne der Betrieb aber nicht leben, der kleine Shop sei daher umso wichtiger. „Gerade hier im ländlichen Raum wollen die Kunden den persönlichen Kontakt“, betont der Inhaber.

Außerhalb der „normalen Öffnungszeiten“ können Autofahrer aber auch am Tankautomaten der Classic-Tankstelle tanken: „Der Tankautomat hat an sieben Tagen in der Woche bis 22 Uhr geöffnet und dient als Ergänzung.“ Eine Ladestation für E-Autos, von denen es auf den Straßen künftig immer mehr geben soll – zumindest wenn es nach der Politik geht – ist an der Tankstelle in Feudingen aber bislang nicht vorhanden: „Darüber denkt man sicherlich mal nach, einen konkreten Plan dafür gibt es noch nicht. Ich sage aber niemals nie“, so Sven Imhäuser.

Die Kunden der Classic-Tankstelle in Feudingen laufen auf dem Weg zur Kasse täglich an der großen Edelstahlluke vorbei. Inhaber Sven Imhäuser hat diese geöffnet und der SZ einen Einblick ins unterirdische Tanklager gewährt.
Ein Sensor überwacht die Füllstände elektronisch. Mit einem Messstab kann Sven Imhäuser aber auch jederzeit manuell kontrollieren, wie viel Treibstoff sich im Tank befindet.
Autor:

Alexander Kollek

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